04.01.2019
Christian Tackenberg

Kaum zu glauben aber wahr, im Baumonitoring operieren Banken und sonstige Kapitalgeber noch immer ohne einheitliche Standards – ein Verein will das jetzt ändern.

Baumonitoring: Neue Standards braucht das Land

Der Verein Baumonitoring e.V. macht sich für einheitliche Monitoring-Standards stark. Zwei Fragen sind uns wichtig: Warum und wem nützt das eigentlich? Heuer Dialog im Gespräch mit Marc Bonner, dem stellvertretenden Vorsitzenden des BM e.V.

Quel­le: Privat

Herr Bon­ner, was ist Baumonitoring?

MB: Ban­ken sind in Deutsch­land über ge­setz­li­che Rah­men­be­din­gun­gen wie die „Ma­Risk" da­zu an­ge­hal­ten die fi­nan­zier­ten Ri­si­ken von Bau­pro­jek­ten an­ge­mes­sen und nach­voll­zieh­bar zu be­ob­ach­ten und trans­pa­rent zu mes­sen. Bau­Mo­ni­to­ring als ex­ter­ne Dienst­leis­tung hilft die­ser ge­setz­li­chen Rah­men­be­din­gung zu entsprechen.

 

CT: Wen be­trifft das Mo­ni­to­ring in der Praxis?

MB: Be­trof­fen von den Auf­ga­ben der Ri­si­ko­steue­rung und der In­an­spruch­nah­me von Bau­Mo­ni­to­ring sind auf der Auf­trag­ge­ber­sei­te a prio­ri fi­nan­zie­ren­de Ban­ken. Ei­gen­ka­pi­tal­ge­ber, For­ward-In­ves­to­ren. Pro­jekt­ent­wick­ler und Bau­trä­ger sind be­trof­fen durch die lau­fen­de Zu­sam­men­ar­beit mit dem vom Pro­jekt und Kre­dit­neh­mer un­ab­hän­gi­gen Mo­ni­tor. Dienst­leis­ter sind tech­nisch-wirt­schaft­lich tä­ti­ge Be­ra­tungs­bü­ros aus der Bran­che, je nach Her­kunft mit in­ge­nieur­tech­ni­schem Hin­ter­grund oder aus dem Be­reich der Pro­jekt­steue­rer oder Projektmanager.

 

CT: Wie läuft das Mo­ni­to­ring bisher?

MB: Auf­trag­ge­ber sind meist Ban­ken, die zur Zeit noch mit sehr un­ter­schied­li­chen Leis­tungs­bil­dern und Be­zeich­nun­gen (Pro­jekt Con­trol­ling, Fi­nanz Con­trol­ling) Mo­ni­to­ring-Auf­ga­ben be­auf­tra­gen. Die Be­rich­te sind oft sehr tech­niklas­tig, un­nö­tig um­fang­reich und zu we­nig auf die Be­lan­ge des Ka­pi­tal­ge­bers fokussiert.

 

CT: Wie wür­de der Mo­ni­to­ring-Pro­zess in der Pra­xis ab­lau­fen, wenn sich Ih­re Idee der ein­heit­li­chen Stan­dards durchsetzt?

MB: Nun – mit stan­dar­di­sier­tem Mo­ni­to­ring, ver­gleich­bar mit den in­ter­na­tio­na­len Stan­dards der Bi­lan­zie­rung, wür­den für al­le am Pro­jekt be­tei­lig­ten Ka­pi­tal­ge­ber (Bank, Ei­gen­ka­pi­tal­ge­ber, For­ward-Fi­nan­zie­rer, En­d­in­ves­tor) un­ab­hän­gi­ge Ri­si­ko­ana­ly­se, Mes­sung der Leis­tungs­stän­de (quan­ti­ta­ti­ve wie qua­li­ta­ti­ve Merk­ma­le) und pe­ri­odi­sche Be­rich­te glei­cher­ma­ßen ver­wend­bar. Man müss­te nicht mehr mit meh­re­ren pro­jekt­be­zo­ge­nen in­halt­lich ab­wei­chen­den Be­rich­ten für je­de ein­zel­ne fi­nan­zie­ren­de Par­tei ope­rie­ren, son­dern könn­te sich für ein Pro­jekt auf die­sel­ben kon­sis­ten­ten Be­richts­er­geb­nis­se stüt­zen. Dar­über hin­aus wür­de mit Stan­dards in der be­ruf­li­chen Qua­li­fi­zie­rung für die Mo­ni­to­re si­cher ge­stellt, dass nur ge­eig­ne­te Dienst­leis­ter für das Bau­Mo­ni­to­ring her­an­ge­zo­gen wer­den und auch die Pro­jekt­ent­wick­ler und Bau­trä­ger da­von aus­ge­hen dür­fen, dass ih­re Pro­jek­te und da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken an­ge­mes­sen und nach­voll­zieh­bar ana­ly­siert werden.

 

CT: An wen rich­tet sich Ihr Bau­mo­ni­to­ring-Kon­gress, den Sie am 15. und 16 Mai 2019 erst­mals in Zu­sam­men­ar­beit mit Heu­er Dia­log ausrichten?

MB: Der Kon­gress in Frank­furt am Main rich­tet sich an Ban­ken (Gut­ach­ter/Risk Ma­na­ger), Fa­mi­ly Of­fices, in­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren, Pro­jekt­ent­wick­ler, Bau­trä­ger, Dienst­leis­ter aus dem Be­reich Fi­nan­ci­al Ma­nage­ment, Pro­jekt­ma­nage­ment, Pro­jekt­steue­rung, IT-Dienstleister.

Der Autor
Heuer Dialog
Christian Tackenberg
Projektleiter
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