16.02.2018
Ralph Hintemann

Die neue Assetklasse, die eine Rendite von bis zu 9,5 % verspricht

Rechenzentrumshotspot Frankfurt Rhein/Main

Nahezu unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat sich weltweit eine Branche entwickelt, die ein Herzstück der digitalen und industriellen Gesellschaft darstellt: Rechenzentren.

Allein in Deutschland sichern Rechenzentren über 200.000 Arbeitsplätze und es werden jährlich fast 9 Mrd. Euro in ihren Aufbau und ihre Modernisierung investiert.

Einen Hotspot in der deutschen Rechenzentrumslandschaft bildet der Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main. Hier existiert mit dem DE-CIX, gemessen am Datenvolumen, der weltweit größte Internetknoten. Für die Region spricht aber auch, dass sich in ihrem Einzugsgebiet viele Schlüsselindustrien und insbesondere der Finanzsektor mit hohem Bedarf an Rechenleistung befinden. So ist es nicht verwunderlich, dass – gemessen an den Kapazitäten – sich etwa ein Viertel aller deutschen Rechenzentren im Großraum Frankfurt befindet.

Warum führt die Rechenzentrumsbranche so ein Schattendasein?

Gemessen an ihrer Bedeutung wird die Rechenzentrumsbranche in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Woran liegt das? Ein Grund hierfür ist zunächst einmal die Zurückhaltung der Branche selbst. Der sichere und zuverlässige Betrieb ihrer Rechenzentren ist für die meisten Unternehmen lebensnotwendig. Ein Ausfall könnte katastrophale Folgen haben. Dies führt dazu, dass man sich mit Informationen über seine Rechenzentren gerne bedeckt hält und kaum Interesse hat, in die öffentliche Wahrnehmung zu gelangen.

Ein weiterer Grund für das Schattendasein der Branche ist ihre Heterogenität. Man kann eigentlich gar nicht von einer eigenen Branche sprechen. Ein kleines mittelständisches Unternehmen betreibt oft ein eigenes Rechenzentrum in Form eines Serverraums - die Rechenzentren großer Industrieunternehmen nehmen dagegen dann schon eher das Ausmaß von Fabrikhallen ein. Mehr und mehr Unternehmen betreiben ihre Rechenzentren heute gar nicht mehr selbst, sondern nutzen die Dienste von Cloud-Anbietern, Managed Service Providern oder Colocation-Rechenzentren.

Boom vor allem im Bereich der Colocation-Rechenzentren

Aktuell boomen vor allem Colocation-Rechenzentren, in denen der Kunde seine IT selbst betreibt, aber alle Infrastrukturleistungen wie Stromversorgung, Anbindung an das Internet, Klimatisierung, Brandschutz oder Zutrittssicherheit als Dienstleistung bezieht. Bis zum Jahr 2020 werden voraussichtlich 40 % aller Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland von Colocation-Rechenzentren gestellt. Im Raum Frankfurt/Rhein-Main ist der Anteil der Colocation-Branche noch deutlich größer und baut ihre Bedeutung weiter aus: Sie wächst seit Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten.

 

Erfahren Sie alles rund um die neue Assetklasse am Dienstag, 27. März 2018 in Frankfurt am Main beim Fach-Dialog Datencenter.

Der Autor
Dr. Ralph Hintemann
Gesellschafter und Senior Researcher, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH