07.12.2017
Christian Tackenberg

Der Fach-Dialog Hotelverträge am 5. Dezember 2017 in Frankfurt am Main

„Der Markt für Hotelinvestments professionalisiert sich“

Brauchen funktionierende Hotels eine erfolgreiche Marke, wer hat Angst vorm Managementvertrag und warum sollte ein Investor auch ohne Umsatzpacht regelmäßig in die Bücher seines Betreibers schauen?

Die Veranstaltung war noch keine zehn Minuten alt, da brach der Gastgeber schon das Eis. Rechtsanwalt Marc P. Werner, Managing Partner des Frankfurter Büros von Hogan Lovells, bat nämlich alle Teilnehmer, sich kurz vorzustellen. Und dass das Teilnehmerfeld aus etlichen Betreibern, Projektentwicklern, Franchisegebern, Investoren und Finanzierern bestand, bestätigte noch einmal, was alle im Raum ohnehin schon wussten: Hotelinvestments sind ein attraktives Asset, dass sich für alle Beteiligten lohnt.

 

„Wenn man es denn richtig macht“, warnte ein Teilnehmer. Und wie man es richtig macht, oder auch: wie man es nicht machen sollte – das kann vielleicht niemand besser beurteilen, als Marc P. Werner, der bei Hogan Lovells eines der besten Hotel-Teams Europas (vielleicht sogar der Welt) leitet. Für Investoren sollte zum Beispiel eine Reporting-Klausel ganz oben auf der Vertragswunschliste stehen. „Nur wenn Sie den Umsatz Ihres Betreibers kennen, können Sie rechtzeitig gegensteuern, sollte es einmal nicht so gut laufen“, so das Fazit. Eine Einschätzung, die auch Dr. Peter Ebertz, Head of Hotels  von Art-Invest, im abschließenden Panel bestätigte: „Bleiben Sie ganz nah dran an Ihrem Pächter, an Ihrer Immobilie.“

 

Ein weiteres Thema, das im Panel heiß diskutiert wurde: Braucht ein erfolgreiches Hotel eine starke Marke oder kommt es auf die Person und das Team des Betreibers an? Winfried Völcker, mit über 50 Jahren Branchenerfahrung sicher der Nestor unter den anwesenden Hoteliers, verwies auf seine eigenen Erfolgsgeschichten, die er oft ohne starke Marke im Rücken verwirklicht hat. Wohingegen die Vertreter der Franchisegeber im Publikum auf ihr unschlagbares Reservierungssystem und das Marken-Vertrauen der Gäste verwiesen.

 

Ein großes Thema – nicht nur des Fach-Dialogs, sondern auch für die Zukunft der Branche – war, ist und wird der Managementvertrag. Bei dieser Konstellation bleibt der Investor für das Betreiben des Hotels wirtschaftlich verantwortlich, während sich der oft internationale Betreiber mit einer Management-Fee begnügt. Matthias Lowin, als Geschäftsführer von Feuring Hotelconsulting vielleicht einer der deutschen Vorreiter für diese Art Verträge, brachte die Argumente für den Managementvertrag aus Investorensicht ganz ruhig auf den Punkt: „Sie investieren Ihr Geld in Ihr Gebäude und es sind am Ende Ihre Gewinne.“

 

Fazit:

Es bleibt spannend auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt, sodass der nächste Fach-Dialog Hotelverträge bestimmt kommt.

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Der Autor
Christian Tackenberg
Projektleiter
Heuer Dialog