15.12.2017
Thomas Winzer

Die Zukunft der Immobilienvermarktung und Bewirtschaftung?

Anwendungsbericht: Augmented Reality in der Immobilienbranche

Effektivität und Effizienz können durch den Einsatz dieser neuen Technologien gesteigert werden, vielfach ergeben sich sehr interessante Möglichkeiten für zukünftige Geschäftsmodelle. Das gilt im besonderen Maße für die Immobilienbranche.

In al­len Bran­chen und In­dus­trie­zwei­gen, bei de­nen CAD-Plä­ne und Zeich­nun­gen ein Be­stand­teil der Ar­beits­ab­läu­fe sind, bie­tet sich der Ein­satz von Aug­men­ted- oder Mi­xed Rea­li­ty Tech­no­lo­gi­en an: Ef­fek­ti­vi­tät und Ef­fi­zi­enz kön­nen durch den Ein­satz die­ser neu­en Tech­no­lo­gi­en ge­stei­gert wer­den, viel­fach er­ge­ben sich sehr in­ter­es­san­te Mög­lich­kei­ten für zu­künf­ti­ge Ge­schäfts­mo­del­le. Das gilt im be­son­de­ren Ma­ße für die Im­mo­bi­li­en­bran­che. Wie di­gi­ta­le Ar­beits­er­geb­nis­se in die rea­le Welt über­tra­gen wer­den kön­nen und wel­che Op­ti­mie­rungs­po­ten­tia­le sich dar­aus er­ge­ben, zei­gen wir an­hand un­se­rer AR AnwendungBuil­din­g­Na­vi­ga­tor.

 

Die An­wen­dung ha­ben wir auf Grund­la­ge der Da­ten und Plä­ne des Ar­chi­tek­ten ent­wi­ckelt. Aus den CAD Plä­nen wur­de zu­nächst ein 3D-Ho­lo­gramm an­ge­fer­tigt. Ein 3D-Ho­lo­gramm setzt Ob­jek­te und ani­mier­te Se­quen­zen drei­di­men­sio­nal in Sze­ne und er­mög­licht es, schein­bar rea­le Ob­jek­te oder Ani­ma­tio­nen frei im Raum schwe­ben zu las­sen - die dann mit Hil­fe ei­ner Da­ten­bril­le wie der Mi­cro­soft Ho­lo­lens be­trach­tet wer­den können.

Setzt man die Da­ten­bril­le auf, ist die rea­le Um­ge­bung wei­ter­hin zu se­hen. Zu­sätz­lich wer­den In­for­ma­tio­nen oder - wie in die­sem An­wen­dungs­fall - das 3D-Ho­lo­gramm des Ge­bäu­des in das Sicht­feld des Be­trach­ters ein­ge­blen­det bzw. aug­men­tiert (da­her die BezeichnungAug­men­ted Reality) und ist von al­len Sei­ten sicht­bar. Der Be­trach­ter kann al­so um das Ho­lo­gramm her­um lau­fen, so dass ein ab­so­lut wirk­lich­keits­ge­treu­es Ab­bild entsteht.

Den Blick durch die Da­ten­bril­le ha­ben wir in der nach­fol­gen­den Vi­deo­se­quenz auf­ge­zeich­net. Zu se­hen ist das - zu­nächst - ver­klei­ner­te Mo­dell des Ge­bäu­des, das vir­tu­ell im Raum schwebt.

 

Das Er­schei­nungs­bild des Ge­bäu­des ent­spricht dem Ent­wurf des Ar­chi­tek­ten und wur­de oh­ne An­pas­sung in das 3D-Ho­lo­gramm über­nom­men. Der De­tail­ie­rungs­grad der ein­zel­nen Ob­jek­te (wie z.B. die Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de in dem Bü­ro) wur­de so ge­wählt, dass sich das Ho­lo­gramm in be­lie­bi­gen Maß­stä­ben dar­stel­len lässt.

Über das akus­ti­sche KommandoZoom an die Da­ten­bril­le kann der Be­trach­ter das Ho­lo­gramm des Ge­bäu­des auf den rea­len Maß­stab 1:1 ver­grö­ßern lassen.

Das Mo­dell wird da­bei in vol­ler Grö­ße vor dem Au­ge des Be­nut­zers "auf­ge­baut". Es ent­ste­hen be­ein­dru­cken­de An­sich­ten des ge­plan­ten Ge­bäu­des, da bei­spiels­wei­se die Hö­he der ein­zel­nen Eta­gen oder des ge­sam­ten Ge­bäu­des emp­fun­den bzw. er­lebt wer­den kann.

Mit­tels Aug­men­ted Rea­li­ty ist es so­mit mög­lich, Räu­me zu be­tre­ten, die noch nicht fer­tig ge­stellt sind: Man er­hält ei­nen kon­kre­ten Ein­druck da­von, wie das ge­plan­te Ge­bäu­de tat­säch­lich aus­se­hen wird. Mach­bar ist na­tür­lich auch, das 3D Mo­dell des Ge­bäu­des in Ori­gi­nal­grö­ße und la­ge­ge­recht auf dem Bau­platz zu po­si­tio­nie­ren, um so ei­nen Blick in die Zu­kunft zu wer­fen. Mit Hil­fe der Aug­men­ted Rea­li­ty wird die Kom­ple­xi­tät des Pro­jek­tes re­du­ziert und die abs­trak­te Ge­bäu­de­idee wird zum plas­ti­schen Produkterlebnis.

Wäh­rend die bis­he­ri­gen Bei­spie­le in der Pla­nungs­pha­se von Be­deu­tung sind, geht es bei den nach­fol­gen­den An­wen­dungs­fäl­len um die Un­ter­stüt­zung bei der War­tung und Be­treu­ung der Ge­bäu­de­objek­te im Rah­men des Fa­ci­li­ty- und Instandhaltungsmanagements.

Bei der Durch­füh­rung tech­ni­scher Ob­jekt­be­sich­ti­gun­gen geht es im­mer auch um die Fra­ge, wo sich Un­ter­putz­in­stal­la­tio­nen der Elek­tro- und Was­ser­ver­sor­gung in­ner­halb der ein­zel­nen Räu­me be­fin­den. Mit Hil­fe ei­nes di­gi­ta­li­sier­ten Ver­le­ge­plans - ge­ge­be­nen­falls er­gänzt um Fo­to­gra­fi­en der Lei­tungs­ver­le­gung - kön­nen die­se In­for­ma­tio­nen im Rah­men ei­ner In­spek­ti­on im rea­len Ge­bäu­de mit­tels Da­ten­bril­le sicht­bar ge­macht werden.

Zur Ver­an­schau­li­chung ha­ben wir die­sen An­satz in das vir­tu­el­le 3D Mo­dell in­te­griert: Die Elek­tro­in­stal­la­tio­nen wer­den da­bei rot, die Was­ser­lei­tun­gen wer­den blau dargestellt.

 

Ist das Pro­jekt um­ge­setzt, kön­nen die aug­men­tier­ten In­for­ma­tio­nen auf die glei­che Art und Wei­se in die rea­len Räu­me pro­ji­ziert werden.

Ähn­li­ches gilt für den Brand­schutz. Fra­ge­stel­lun­gen zur plan­kon­for­men Um­set­zung von brand­schutz­tech­ni­schen In­stal­la­tio­nen und Ab­schot­tungs­ein­rich­tun­gen kön­nen be­ant­wor­tet bzw. die Plä­ne kön­nen mit der Rea­li­tät ab­ge­gli­chen werden.

 

Da die Da­ten­bril­le mit ei­ner Rei­he von Um­ge­bungs­sen­so­ren aus­ge­stat­tet ist, die kein GPS oder WLAN be­nö­ti­gen, kann das Sys­tem auch bei der Lo­ka­li­sie­rung von Ob­jek­ten in gro­ßen Ge­bäu­den ein­ge­setzt werden.

Auf der Grund­la­ge der di­gi­ta­li­sier­ten Ge­bäu­de­plä­ne er­mit­telt das Sys­tem den Weg vom Stand­ort des Be­trach­ters bis zum je­wei­li­gen Ob­jekt. In den Raum pro­ji­zier­te Rich­tungs­pfei­le zei­gen den Weg an und len­ken den Be­nut­zer an den ge­wünsch­ten Ort.

 

Al­le Funk­tio­nen sind selbst­ver­ständ­lich auch in der ver­klei­ner­ten Dar­stel­lung des Ho­lo­gramms sichtbar.

 

Den Link zum kom­plet­ten Vi­deo fin­den Sie unter:https://​vimeo.​com/​246​0492​16

Der Autor
Quelle: INOSOFT AG
Thomas Winzer
Vorstand, INOSOFT AG