29.11.2017
André Stromeyer

Handels-Dialog Bayern 2018

Einkaufscenter im Online-Zeitalter

Einkaufscenter müssen sich ständig verändern, wenn sie auch im Onlinezeitalter weiterhin für Kunden und Händler relevant bleiben wollen. Das gilt für sämtliche Bereiche, wie die Außen-/ Innenarchitektur, den Branchen- und Mietermix sowie das Marketing.

Vie­le re­no­vie­rungs­be­dürf­ti­ge Cen­ter müs­sen in nächs­ter Zeit an die ak­tu­el­len Markt­an­for­de­run­gen  an­ge­passt wer­den. Die­ses setzt die HBB ent­we­der mit Re­struk­tu­rie­run­gen im Be­stand, wie beim Krohnstieg-Cen­ter in Ham­burg und beimFo­rum Schwantha­ler­hö­he in Mün­chen, oder mit dem Ab­riss von in die Jah­re ge­kom­me­nen Ein­kaufs­cen­tern mit an­schlie­ßen­dem Neu­bau zu­kunfts­fä­hi­ger Ob­jek­te um, wie in Burg­hau­sen beim altenSalz­ach­zen­trum und in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen beimRöss­le-Cen­ter.

Schon bei Pla­nung und Bau der Miet­flä­chen ist grund­sätz­lich an ei­ne mög­li­che Ver­klei­ne­rung und Nach­nut­zung der Flä­chen zu den­ken. Da schwer pro­gnos­ti­zier­bar ist, wie sich die Flä­chen­an­for­de­run­gen der Mie­ter in den nächs­ten Jah­ren ent­wi­ckeln wer­den, pla­nen wir die Flä­chen­zu­schnit­te so, dass die­se mög­lichst ein­fach und kos­ten­güns­tig ver­än­dert wer­den kön­nen. Da­bei muss auch die TGA-Pla­nung ei­ne ma­xi­ma­le Fle­xi­bi­li­tät ermöglichen.

Wei­ter­hin soll­ten mög­lichst vie­le für die Gas­tro­no­mie not­we­ni­gen An­la­gen und Me­di­en (und ei­ne aus­rei­chen­de Di­men­sio­nie­rung) ge­plant und vor­ge­hal­ten wer­den, um – ggf. auch zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt – die Mög­lich­keit zu ha­ben, wei­te­re Miet­flä­chen auch gas­tro­no­misch nut­zen zu können.

Es wird im­mer wich­ti­ger, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­räu­me mit ei­ner ho­hen Ver­weil­qua­li­tät zu schaf­fen. Shop­ping Cen­ter, die wirk­lich ein Third Pla­ce sein wol­len, müs­sen  ent­spre­chen­den  Maß­nah­men er­grei­fen und An­ge­bo­te schaf­fen. So soll­ten span­nen­de Gas­tro­no­mie­kon­zep­te an­ge­sie­delt und ver­schie­de­ne Ser­vice- und Dienst­leis­tungs­an­ge­bo­te an­ge­bo­ten wer­den, wie z.B. Pa­ket­ab­hol­sta­tio­nen, Auf­be­wah­rungs­mög­lich­kei­ten für Ja­cken und Ein­käu­fe, Bür­ger­äm­ter oder Fit­ness­stu­di­os. Auch kann ei­ne Stadt­bi­blio­thek im Cen­ter un­ter­ge­bracht wer­den, wie wir es imFo­rum Hanau um­ge­setzt ha­ben und in unseremNeu­bau­cen­ter Vil­lin­gen Schwenningen pla­nen. Wei­ter­hin pla­nen wir zu­künf­tig Co­wor­king–Spaces in ei­ni­gen un­se­rer Ein­kaufs­zen­tren an­zu­bie­ten. Und selbst die Toi­let­ten­an­la­gen wer­den im­mer mehr zu ar­chi­tek­to­nisch se­hens­wer­ten und „in­ter­es­san­ten“ Räumen.

Beim Bran­chen- und Mie­ter­mix müs­sen stets in­ter­es­san­te (und neue) Kon­zep­te an­ge­bo­ten wer­den. So bie­ten Pop-up-Stores bei­den Sei­ten die Mög­lich­keit, den Stand­ort der Prü­fung zu un­ter­zie­hen, in­wie­weit das Pro­dukt/ Kon­zept von Kun­den an­ge­nom­men wird. Ins­be­son­de­re dann, wenn es das Kon­zept sta­tio­när vor­her noch nicht gab. Da auch im­mer mehr On­line­händ­ler sta­tio­när Prä­senz zei­gen wol­len und Kon­sum­gü­ter­her­stel­ler ih­ren Ziel­grup­pen ent­spre­chen­de Mar­ken­wel­ten sta­tio­när prä­sen­tie­ren möch­ten, bie­ten sich hier viel­fäl­ti­ge Möglichkeiten.

Auch macht es Sinn, das An­ge­bot für Kin­der und Ju­gend­li­che aus­zu­bau­en. So ha­ben wir im Fo­rum Ha­nau vor ein paar Ta­gen das erste„Coool! Ga­ming by Kiddieland“ auf ei­ner Flä­che von knapp 300m² er­öff­net. Dort wer­den u.a. vir­tu­el­le Bow­ling­bah­nen, in­ter­ak­ti­ve Fahr­ge­schäf­te, Air­ho­ckey-Ti­sche und wei­te­re En­ter­tain­ment­mög­lich­kei­ten an­ge­bo­ten. Auch in­te­grie­ren wir an ei­ni­gen Stand­or­ten in die Mall­mö­blie­rung für die Gas­tro­no­mie ver­schie­de­ne An­ge­bo­te für Kin­der, wie Bild­schir­me, auf de­nen ver­schie­de­ne Kin­der­fil­me laufen.

La­de­sta­tio­nen für Han­dy und Ta­blet soll­ten mitt­ler­wei­le ge­nau­so selbst­ver­ständ­lich sein, wie frei­es W-LAN. Wei­te­re An­ge­bo­te, wie die On­line­an­zei­ge der Wa­ren­ver­füg­bar­keit der ein­zel­nen Ge­schäf­te und Lie­fer­diens­te sind zu­sätz­li­che Serviceleistungen.

So­ci­al Me­dia-Ka­nä­le öff­nen Shop­ping Cen­tern nicht nur den Zu­gang zu neu­en Kun­den­grup­pen, son­dern bie­ten auch die Mög­lich­keit mit re­la­tiv ge­rin­gem fi­nan­zi­el­len Ein­satz ho­he Reich­wei­ten zu er­zie­len. In­ner­halb des Ob­jek­tes gibt es eben­falls das Po­ten­zi­al di­gi­ta­le Ser­vices, wie z.B.„Be­a­cons“ für ein effektives„In-Cen­ter Marketing“ ein­zu­set­zen.

Wenn sich Ein­kaufs­cen­ter in sämt­li­chen Be­rei­chen per­ma­nent wei­ter­ent­wi­ckeln und heu­te schon an die An­for­de­run­gen von mor­gen den­ken, wer­den sie sich auch im On­li­ne­zeit­al­ter be­haup­ten und wei­ter­hin er­folg­reich sein.

Der Autor
BIld: HBB Gewerbebau Projektgesellschaften mbH
André Stromeyer
Geschäftsführer
HBB Gewerbebau Projektgesellschaften mbH