03.11.2017
Angela Rüter

Handels-Dialog Bayern 2018

Retail 2018: Wandel und wachsende Ansprüche der Konsumenten

Neue Wettbewerber, rasanter technologischer Wandel, immer vielfältigere Kundenbedürfnisse: So stark und so schnell hat sich unsere Welt noch nie verändert – das gilt auch und gerade für den (stationären) Einzelhandel.

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Er be­fin­det sich in­mit­ten ei­nes tief­grei­fen­den Struk­tur­wan­dels. Nen­nens­wer­tes Um­satz­wachs­tum? Das gab es nicht in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren. Selbst wenn die Kon­sum­stim­mung der­zeit sehr po­si­tiv ist, pro­fi­tiert vor al­lem der Online-Handel.

Zu groß ist die Kon­kur­renz aus dem In­ter­net, zu stark ver­än­dern sich Kauf- und Mo­bi­li­täts­ver­hal­ten mo­der­ner Kun­den und zu deut­lich ver­la­gern sich die Ein­zel­han­dels­stand­or­te in und um die Städ­te und Ge­mein­den. Im­mer mehr setzt sich die Er­kennt­nis durch, dass be­währ­te Er­folgs­for­meln nicht mehr funk­tio­nie­ren. Wie al­so noch Wachs­tum ge­ne­rie­ren? Und wie kann die At­trak­ti­vi­tät der In­nen­städ­te er­hal­ten blei­ben? Der Trans­for­ma­ti­ons­druck auf den Ein­zel­han­del, die Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft, aber auch auf die Kom­mu­nen wächst, mehr in­no­va­ti­ve Kon­zep­te und Ant­wor­ten auf die Ver­än­de­run­gen zu liefern.

Der Buch­han­del hat ver­stan­den …

Am Buch­han­del kann man aber auch se­hen, wie ei­ne Bran­che sich aus dem „Wür­ge­griff“ von Ama­zon & Co. be­frei­en kann. Schau­en wir hier­zu nach Mün­chen zu Hu­gen­du­bel. Einst nahm der Buch­la­den das gan­ze Ge­bäu­de ein – in Zei­ten des On­line­han­dels muss sich der Ein­zel­han­del je­doch um neue Kon­zep­te be­mü­hen, um wei­ter­hin Wachs­tum zu ge­ne­rie­ren. Vor ein­ein­halb Jah­ren ent­schied sich der Ei­gen­tü­mer da­her, die 1.200 Qua­drat­me­ter gro­ße Im­mo­bi­lie um­zu­bau­en. Im Rah­men ei­ner ge­misch­ten Nut­zung ist das ver­klei­ner­te Buch­ge­schäft mitt­ler­wei­le in der Ge­sell­schaft ei­nes Flag­ship-Stores der Te­le­kom und ei­nes Hotels.

… und wie steht es um den Lebensmitteleinzelhandel

Ak­tu­ell ist der An­teil am On­line-Han­del im Le­bens­mit­tel­be­reich noch sehr ge­ring, doch auch hier ge­hen die Ex­per­ten von ei­ner Stei­ge­rung in den nächs­ten Jah­ren aus. Las­sen Sie uns auch hier ein­mal nach Mün­chen bli­cken, ge­nau­er ge­sagt zur Hop­fen­post. Hier star­tet der On­line-Händ­ler mit dem An­griff auf den tra­di­tio­nel­len Ein­zel­han­del, und zwar auf über 2.000 Quadratmeter.

In der Hop­fen­post in der Ar­nulf­stra­ße 30 hat Ama­zon ei­ne Sta­ti­on für sei­nen Schnell­lie­fer­dienst Prime Now ein­ge­rich­tet. Da­mit ist Mün­chen nach Ber­lin die zwei­te Stadt, in der Ama­zon-Kun­den Be­stel­lun­gen in­ner­halb ei­ner Stun­de ge­lie­fert be­kom­men. Ama­zon hat dort ein 2.700 Qua­drat­me­ter gro­ßes La­ger ein­ge­rich­tet, das auch ge­kühl­te Le­bens­mit­tel auf­neh­men kann.

Ama­zon & Co. be­herr­schen ihr Ge­schäft mitt­ler­wei­le so gut, dass vie­le Kun­den fast nur noch vom So­fa aus be­stel­len. Wird der On­line-Han­del ge­gen­über dem sta­tio­nä­ren Han­del so­gar be­vor­zugt? In Bay­ern gibt es das Lan­des­ent­wick­lungs­pro­gramm (LEP), das ei­ne gleich­för­mi­ge Ent­wick­lung in der Stadt und auf dem Land ge­währ­leis­ten soll. Es kann si­cher nicht das „All­heil­mit­tel“ sein, es soll­te aber den sta­tio­nä­ren Han­del auf „Au­gen­hö­he“ mit dem On­line-Han­del brin­gen, der der­zeit viel mehr Frei­hei­ten hat.

Doch al­les in al­lem bleibt es da­bei: Schnel­lig­keit im Han­del ist der zen­tra­le Wettbewerbsfaktor!

Die Autorin
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Angela Rüter
Geschäftsführerin
Heuer Dialog