20.10.2017
Christian Tackenberg

„Historische Chance bietet großes Potenzial“

In Bremen ziehen die Akteure neuerdings an einem Strang

Während die Bremer Überseestadt, das größte Bauprojekt Europas, wächst und gedeiht, passierte in der Bremer Innenstadt über Jahre hinweg wenig. Festgefahrene Eigentumsverhältnisse und mangelnde Kooperation der Akteure waren der Grund.

Quelle: Robert C. Spies Gewerbe und Investment GmbH & Co. KG

Doch auf einmal ist an der Weser alles anders. Jens Lütjen ist als Geschäftsführender Gesellschafter bei Robert C. Spies ein intimer Kenner des Bremer Marktes und seiner Akteure. Dass mit dem Erwerb des Parkhauses Mitte durch die Zechgroup der Weg frei wird, für eine Neuentwicklung der Innenstadt, freut auch ihn. Was das für die Stadt und den Immobilienmarkt in Bremen bedeutet, darüber sprach er mit Christian Tackenberg, Projektleiter bei Heuer Dialog.

Jahrelang war es still um Bremen, jetzt ist der Markt förmlich elektrisiert. Was ist passiert?

Ja, in der Tat registrieren auch wir eine jetzt deutlich stärkere Bereitschaft auch der städtischen Vertreter investmentbezogen neu zu denken, gleichermaßen auch integriert. Insbesondere auch durch die großen Chancen im Bereich der Cityentwicklung und das starke Zeichen von Kurt Zech bietet hier ein hervorragendes Potenzial Stadtentwicklung neu und ergänzend zu strukturieren. Angedockt an diese Themen sehen wir für Bremen große Potenziale auch im Bereich der zukünftig noch stärkeren Vernetzungen zur Weser und der City - hier auch in Verbindung mit den Investitionen und Aktivitäten von Dr. Christian Jacobs und Jean Jaques de Chapeaurouge. Exemplarisch dazu steht auch der von uns vor zwei Jahren ins Leben gerufene Wettbewerb zum Projekt "Domshof".

Wird nun ein Ruck durch Bremen gehen? Welche Auswirkungen haben die Pläne für die Stadt?

Aus unserer Sicht weiß die Stadt um die vermeintlich 'historische Chance' nach vielen Jahren der gefühlten Stagnation in der Handels- und Officeentwicklung. Ebenso bietet der neue Altstadtbebauungsplan Potenziale und wir hoffen, dass im Zuge der Handelsinvestitionen stärker auch Büroflächen als auch in den obersten Geschossen Wohnungen mit angeboten werden. Integrierte Stadtentwicklung über mehrere Assetklassen wird von daher realistisch möglich.

Immobilienwirtschaft, Stadt und  Interessenverbände haben früher nicht immer vertrauensvoll zusammengearbeitet. Hat sich das mittlerweile geändert?

Der Schulterschluss zwischen Immobilienwirtschaft, Stadt und Interessensverbänden ist nach langer Zeit stärker spürbar. Auch die Expo Real hat hier wichtige Gespräche nochmals motiviert und hervorgerufen. Das gegenseitige Verständnis ist jetzt besonders wichtig - wir müssen hier in einer Vertrauenskultur am Standort zwingend arbeiten und nicht in Parallelgesellschaften.

Welchen Chancen bietet nach Ihrer Meinung der Immobilien-Dialog Bremen?

Der von uns seit vielen Jahren gern begleitete Immobiliendialog Bremen bietet eine gute Plattform, aus unterschiedlichen Richtungen zu denken, auch Assetklassen übergreifend, ebenso die Beteiligten in ihrem Verständnis zueinander zu führen. Gleichermaßen aber auch Lösungen und Ergebnisse vorzubereiten, Investoren für den Standort zu sensibilisieren und zu motivieren.

Der Autor
Christian Tackenberg
Projektleiter
Heuer Dialog