21.09.2017
Christian Tackenberg

Fach-Dialog Modulares Bauen

Die Immobilienwirtschaft sucht Piloten

„Gute Piloten braucht das Land!“ Mit diesem Einwurf überraschte eine Teilnehmerin die Anwesenden beim Fach-Dialog Modulares Bauen.

Auf der Büh­ne son­dier­ten ge­ra­de ein In­ves­tor, ein Pro­jekt­ent­wick­ler und ein Ar­chi­tekt Ant­wor­ten auf die Fra­ge „Wann setzt sich Mo­dul­bau end­lich durch?“ Und dass die Zwi­schen­ru­fe­rin die Fra­ge rich­tig be­ant­wor­tet hat­te, dar­über herrsch­te im 6. Stock des HOLM in Frank­furt am Main schnell Ei­nig­keit. Wor­an es näm­lich noch fehlt, um In­ves­to­ren und Pro­jekt­ent­wick­ler auf brei­ter Flä­che von den Vor­zü­gen des Mo­du­la­ren Bau­ens zu über­zeu­gen, sind Vorzeigeprojekte.

In die glei­che Ker­be schlug auch Mar­tin Bo­wen von der In­ter­Con­ti­nen­tal Ho­tels Group. Fast fle­hent­lich bat er die an­we­sen­den Mo­dul­bau­er: „Hel­fen Sie uns, In­ves­to­ren zu über­zeu­gen, dass Mo­dul­bau ge­nau­so wert­hal­tig ist wie kon­ven­tio­nel­les Bau­en!“ Auch die Ho­tel­bran­che – der Trend geht zu stan­dar­di­sier­ten, gleich­wohl kom­for­ta­blen Fran­chise-An­ge­bo­ten – könn­te von der Stan­dar­di­sie­rung des Bau­ens pro­fi­tie­ren. Und will es auch.

Dem Mo­dul­bau ge­hört die Zukunft

Dass mit­tel­fris­tig kein Weg an der mo­du­la­ren Bau­wei­se vor­bei­führt, zeigt ein simp­les Zah­len­spiel. Meh­re­re Re­fe­ren­ten wie­sen dar­auf hin, dass die Bau­wirt­schaft 60 % der Res­sour­cen und 35 % der fos­si­len En­er­gi­en ver­braucht. Dar­über hin­aus fal­len 50 % des Müll­vo­lu­mens auf Bau­stel­len an. Dass es an­ders geht – und in An­be­tracht die­ser Zah­len auch an­ders ge­hen muss – zeig­ten die an­we­sen­den Mo­dul­bau­er in ih­ren Prä­sen­ta­tio­nen. Ih­re Mo­du­le wer­den bis zu ei­nem ho­hen Grad in der Fa­brik vor­ge­fer­tigt. Auf der Bau­stel­le fällt dann so gut wie kein Müll an. Und die Ent­wick­lung bleibt auch nicht ste­hen. Jun­ge Un­ter­neh­men wie die SE­MO­DU AG sind schon längst da­bei, en­er­gie­neu­tra­le Mo­dul­bau­ten zu ent­wi­ckeln, d.h. Häu­ser, die über So­lar­pa­nels und in­tel­li­gen­te Wär­me­steue­rung mehr En­er­gie pro­du­zie­ren, als sie ver­brau­chen. Dass sich da­mit künf­tig z.B. die Elek­tro­au­tos der Be­woh­ner auf­la­den las­sen, ist nur ei­nes der auf­ge­zeig­ten Szenarien.

Dass dem Mo­dul­bau die Zu­kunft ge­hört, zeig­te auch die ho­he An­zahl von Pro­jekt­ent­wick­lern un­ter den Teil­neh­mern. In An­be­tracht des­sen, dass 2050 dop­pelt so vie­le Men­schen in den Städ­ten le­ben wer­den, ma­chen auch sie sich Ge­dan­ken, wie sie der ra­san­ten Nach­fra­ge nach mehr ur­ba­nem Wohn­raum Rech­nung tra­gen kön­nen. Die an­we­sen­den Ver­tre­ter der Mo­dul­bau­bran­che wa­ren je­den­falls be­gehr­te Ge­sprächs­part­ner. Bis weit nach En­de der Ver­an­stal­tung wur­den sie „be­la­gert“ und wa­ren in Dis­kus­sio­nen vertieft.

Ne­ben der Nach­hal­tig­keit, der Ef­fi­zi­enz und der ho­hen Qua­li­tät – Mo­dul­bau­er ma­chen ih­re Aus­füh­rungs­pla­nung in Mil­li­me­tern, nicht in Me­tern – gibt es ei­nen Fak­tor, der für je­de Art des Mo­du­la­ren Bau­ens spricht: der Fak­tor Zeit. Mo­dul­bau­er sind ein­fach viel schnel­ler fer­tig als ih­re kon­ven­tio­nel­len Wettbewerber.

Das pas­sen­de Schluss­wort fand des­halb auch der Mo­de­ra­tor des Fach-Dia­logs Frank Tal­mon l’Ar­mée, Vor­stand der SE­MO­DU AG: „Wenn Sie ei­nen Pfen­nig in der­sel­ben Zeit zwei­mal dre­hen kön­nen, ma­chen Sie mit glei­chem Per­so­nal­auf­wand dop­pel­ten Profit.“

Der Autor
Heuer Dialog
Christian Tackenberg
Projektleiter
Heuer Dialog