21.09.2017
Johannes Haas

Investoren öffnen sich der Asset-Klasse Ferienimmobilie.

Ferienimmobilien werden zur relevanten Asset-Klasse

Zum zweiten Mal kamen rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Touristik- sowie der Immobilienwirtschaft zusammen.

Dass sich (in­sti­tu­tio­nel­le) In­ves­to­ren der As­set-Klas­se Fe­ri­en­im­mo­bi­lie öff­nen, lie­ge vor al­lem dar­an, dass die Ren­di­ten bes­ser sei­en, als die der Stadt­ho­tel­le­rie, er­klär­te Lutz Wel­ler, Ge­schäfts­füh­rer der DSR Im­mo­bi­li­en GmbH. Dierk Frei­tag, Be­reichs­lei­ter Frei­zeit- und Ho­tel­markt bei bul­wi­en­ge­sa zeig­te sich zu­ver­sicht­lich, dass das In­ter­es­se der In­ves­to­ren noch zu­neh­men wür­de, wenn „gro­ße Be­trei­ber wie Fal­ken­stei­ner“ am deut­schen Markt ver­tre­ten wären.

„Deutsch­land wird nach­hal­tig pro­fi­tie­ren“, zeig­te sich Jörg Lind­ner, Ge­schäfts­füh­rer der 12.18. In­vest­ment Ma­nage­ment GmbH und Be­sit­zer des Ver­an­stal­tungs­or­tes SCHLOSS Ho­tel Flee­sen­see op­ti­mis­tisch. Er be­ton­te, dass der grö­ß­te Un­ter­schied zur Stadt­ho­tel­le­rie dar­in lie­ge, dass in der Fe­ri­en­ho­tel­le­rie mit Emo­tio­nen, nicht mit güns­ti­gen Ra­ten ge­wor­ben wer­den müss­te. Zum The­ma Airb­nb zeig­te er sich sehr viel of­fe­ner, als man es er­war­ten durf­te. Lind­ner selbst bucht ger­ne über Airb­nb und meint: „Wenn Gäs­te Airb­nb toll fin­den, dann müs­sen wir uns mit den Gäs­ten be­schäf­ti­gen – nicht da­mit, Airb­nb zu verbieten.“

Dass Deutsch­land ein rie­si­ger Wachs­tums­markt ist, ist auch Bernd Mä­ser, Ge­schäfts­füh­rer von Ro­bin­son nicht ent­gan­gen. Die 100%ige TUI-Toch­ter be­treibt der­zeit welt­weit 25 Club­an­la­gen. Ger­ne wür­de man auch in Deutsch­land wei­te­re Clubs er­öff­nen – ins­ge­samt wer­den 40 Club­an­la­gen welt­weit an­ge­strebt – wo­bei sich dies laut Mä­ser nicht ein­fach ge­stal­tet. Die An­for­de­run­gen an den Stand­ort sei­en hoch. So müss­ten min­des­tens 80.000 Qua­drat­me­ter Flä­che ge­ge­ben, ei­ne 4*-Im­mo­bi­lie mach­bar so­wie Platz für Sport, Spa, Thea­ter, En­ter­tain, F&B und Gas­tro­no­mie mög­lich sein. Die­ses Pa­ket sol­le idea­ler­wei­se in der Nä­he von Küs­te oder Ber­gen zu fin­den sein. Mä­ser gab zu Be­den­ken, dass sol­che Grund­stü­cke meist nur weit aus­wärts zu fin­den sei­en oder mit an­de­ren As­set-Klas­sen wie teu­ren Ei­gen­tums­woh­nun­gen kon­kur­rie­ren wür­den. Grund­stü­cke sei­en da­durch rar und – wenn über­haupt ver­füg­bar – ex­trem teuer.

Ei­nig wa­ren sich den­noch al­le dar­in, dass dem Deutsch­land-Tou­ris­mus ei­ne „gol­de­ne Zu­kunft“ be­vor­steht. Um Er­folg­reich zu sein, muss die Kom­mu­ne hin­ter dem Pro­jekt ste­hen und das Pro­jekt muss zur Kom­mu­ne so­wie de­ren In­fra­struk­tur pas­sen. Emp­feh­lens­wert sei da­bei, wenn sich ei­ne Re­gi­on „ein Me­ga­the­ma sucht und sich voll da­mit po­si­tio­niert“, er­klär­te Dr. Pe­ter Zim­mer, In­ha­ber der FO­TOUR Tou­ris­mus­be­ra­tung. Als Bei­spie­le zähl­te er Nach­hal­tig­keit, Es­sen & Trin­ken (ve­gan, re­gio­nal), E-Mo­bi­li­tät, Bau­kul­tur und ei­ni­ges mehr auf. Denn auch für Re­gio­nen, ge­he es im­mer um Markenbildung.

Für die Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft, In­ves­to­ren und Fi­nan­zie­rer ent­ste­hen da­durch neue, rie­si­ge Wachs­tums­po­ten­zia­le, die es zu er­grei­fen gilt.

Der Autor
Bild: Heuer Dialog
Johannes Haas
Projektleiter
Heuer Dialog GmbH