10.07.2017
Christian Tackenberg

PROPERTY MEETS TECHNOLOGY

Digitalisierung: Die Immobilienwirtschaft ist auf gutem Weg

Als die Teilnehmer des REAL INNOVATION in der Factory Berlin eintrafen, hatte das Bild durchaus Symbolcharakter für die derzeitige digitale Transformation der Immobilienbranche: „Anzugträger" treffen auf Hipster, Immobilienbranche trifft auf Startups.

Tat­säch­lich hät­te der Ort nicht bes­ser ge­wählt sein kön­nen. Die Fac­to­ry Ber­lin ist Deutsch­lands ers­ter und auch grö­ß­ter Start­up-Cam­pus. Es wu­selt in dem ehe­ma­li­gen Braue­rei­ge­bäu­de vor jun­gen Te­chi­es aus al­ler Her­ren Län­der, die zum Ar­bei­ten oft nicht mehr als ei­nen Lap­top und WLAN benötigen.

Und um Start­ups, ge­nau­er ge­sagt um Prop­Techs, ging es auch beim RE­AL INNOVATION.In Zu­sam­men­ar­beit mit CBRE hat­te Heu­er Dia­log die acht an­wen­dungs­stärks­ten Prop­Techs Deutsch­lands ein­ge­la­den, den Teil­neh­mern ih­re Lö­sun­gen von mor­gen vor­zu­füh­ren. Und Vor­füh­rung ist das rich­ti­ge Wort. Die Ver­tre­ter der Prop­Techs ha­ben eben nicht, wie sonst üb­lich, le­dig­lich gepitcht, son­dern ih­re An­wen­dun­gen live vor­ge­führt. „Tech­nik zum An­fas­sen“ war das in­of­fi­zi­el­le Mot­to der zwei Breakout-Sessions.

So na­vi­gier­te „Mün­chens bes­tes Start­up“, Nav­Vis, die Teil­neh­mer vir­tu­ell durch das Ba­se­ment der Fac­to­ry. Die­se An­wen­dung funk­tio­niert auf je­dem Smart­pho­ne und könn­te zum Bei­spiel in Wa­ren­la­gern da­bei hel­fen, be­stimm­te Pro­duk­te zu fin­den. Das Ber­li­ner Start­up KI­WI de­mons­trier­te der­weil ein Stock­werk hö­her, wie sich Tü­ren al­lein mit dem Smart­pho­ne öff­nen las­sen. Ei­ne An­wen­dung, die schon in Be­trieb ist und über die Müll­ab­fuhr, Feu­er­wehr und auch Brief­trä­ger si­cher dank­bar sind, wenn sie künf­tig nicht mehr für je­des Miets­haus den pas­sen­den Schlüs­sel da­bei ha­ben müssen.

Bei der zwei­ten Brea­kout-Ses­si­on de­mons­trier­te Share & Char­ge, her­vor­ge­gan­gen aus dem In­no­va­ti­on-Lab In­no­gy, wie sich die Be­nut­zung von La­de­säu­len für E-Au­tos al­lein zwi­schen Grund­stücks­ei­gen­tü­mer und Nut­zer mit­tels Block­chain-Tech­no­lo­gie als Smart Con­tract ab­rech­nen lässt.

Apro­pos Block­chain: Was das über­haupt ist, dar­über re­fe­rier­te am Vor­mit­tag Prof. Dr. Ka­ta­ri­na Adam von der HTW Ber­lin. So un­ge­wöhn­lich wie die Lo­ca­ti­on war näm­lich auch das Kon­zept beim RE­AL IN­NO­VA­TI­ON. Be­vor es am Nach­mit­tag prak­tisch wur­de, er­läu­ter­ten füh­ren­de Ex­per­ten aus Wis­sen­schaft und For­schung die Grund­la­gen der je­wei­li­gen Tech­no­lo­gi­en. Und ins­be­son­de­re von der Block­chain-Tech­no­lo­gie hat­ten et­li­che Teil­neh­mer noch nie ge­hört. Mit Frau Prof. Adam  ei­ne der füh­ren­den Block­chain-For­sche­rin Deutsch­lands aufs Po­di­um zu ho­len, war da­her si­cher nicht die schlech­tes­te Idee. Auch die an­de­ren Vor­trä­ge zum In­ter­net of Things, zu Aug­men­ted und Vir­tu­al Rea­li­ty so­wie zur Künst­li­chen In­tel­li­genz ver­folg­ten die Teil­neh­mer gespannt.

Im An­schluss wur­de noch lan­ge dis­ku­tiert, ob und wie die­se Tech­no­lo­gi­en auf ein­an­der auf­bau­en. Dass sich mit Hil­fe von Künst­li­cher In­tel­li­genz die Da­ten von Ge­bäu­de­sen­so­ren sinn­voll aus­le­sen und in­ter­pre­tie­ren las­sen, ist heu­te schon Rea­li­tät. Dass all die­se Tech­no­lo­gi­en ir­gend­wann „zu­sam­men­wach­sen“ wer­den, da­von zeig­ten sich die Teil­neh­mer überzeugt.

Ei­nes wur­de so­wohl an der ho­hen Teil­neh­mer­zahl als auch an den in­ten­si­ven Ge­sprä­chen in den Pau­sen deut­lich: Die Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft hat die Her­aus­for­de­run­gen der Zu­kunft er­kannt und stellt sich ih­nen. Das zei­gen auch die zahl­rei­chen Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Re­al Es­ta­te Es­ta­blish­ment und jun­gen PropTechs.

Des­halb ist es auch kein Wi­der­spruch, wenn „An­zug­trä­ger“ auf Start­up-Hip­ster tref­fen. Im Ge­gen­teil, es ent­steht frucht­ba­rer Mehrwert.

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Der Autor
Heuer Dialog
Christian Tackenberg
Projektleiter
Heuer Dialog GmbH