17.03.2017
Pawel Krolikowski

Eine effiziente Flächennutzung bedeutet eine Kostenersparnis von bis zu 30 Prozent

Flexibilität am Arbeitsplatz – die drei zentralen Punkte

Überall hört und liest man, dass eine flexible Arbeitsumgebung das A und O für ein modernes Unternehmen ist, wenn es auf der Höhe der Zeit bleiben will. Aber was bedeutet Flexibilität überhaupt?

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Mit ei­ner pro­jekt­ori­en­tier­ten Ar­beits­wei­se und fla­chen Hier­ar­chi­en ist es nicht al­lein ge­tan. In ei­ner Dienst­leis­tungs­ge­sell­schaft wie der deut­schen wird ein Gro­ß­teil des Um­sat­zes nicht in Fer­ti­gungs­hal­len, son­dern am Schreib­tisch er­wirt­schaf­tet. Ge­ra­de des­halb muss in den Bü­ros ein Ar­beits­kli­ma ge­schaf­fen wer­den, das die Krea­ti­vi­tät der Mit­ar­bei­ter an­regt und ih­re Kom­mu­ni­ka­ti­on un­ter­stützt. Da­zu sind ne­ben dy­na­mi­schen Per­so­nal­struk­tu­ren auch in­tel­li­gen­te Flä­chen­kon­zep­te ge­fragt. Drei Punk­te sind da­bei be­son­ders wichtig.

Punkt eins: fle­xi­ble Personalstrukturen

Vor al­lem jün­ge­re Mit­ar­bei­ter ha­ben heut­zu­ta­ge ei­nen an­de­ren Blick auf die Ar­beits­welt als noch vor ei­ni­gen Jah­ren: Für sie sind nicht Ge­halt oder Auf­stiegs­mög­lich­kei­ten die zen­tra­len Ent­schei­dungs­kri­te­ri­en für ei­nen Job, son­dern viel­mehr Mo­ti­va­ti­on und Krea­ti­vi­tät. Für den Ar­beit­ge­ber kann das ein gro­ßer Vor­teil sein, wenn es ihm ge­lingt, die Po­ten­zia­le die­ser Mit­ar­bei­ter für sich zu nut­zen und sie zu be­geis­tern. Denn be­son­ders in ei­ner schnell­le­bi­gen Ar­beits­welt, die im Rah­men der di­gi­ta­len Re­vo­lu­ti­on vor der Her­aus­for­de­rung steht, sich ste­tig neu zu er­fin­den, hängt die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Fir­men sehr stark von den fri­schen Im­pul­sen der Mit­ar­bei­ter ab. Gleich­zei­tig muss der Vor­ge­setz­te ein ge­eig­ne­tes Ar­beits­um­feld bie­ten, um sein Per­so­nal zu hal­ten: Star­re Hier­ar­chi­en, ein­för­mi­ge Ar­beits­struk­tu­ren, man­geln­de Kri­tik­fä­hig­keit und fan­ta­sie­lo­se Gro­ß­raum­bü­ros sor­gen schnell da­für, dass der Nach­wuchs lie­ber zur Kon­kur­renz abwandert.

Punkt zwei: ei­ne zu­kunfts­fä­hi­ge Immobilie

Für Mit­ar­bei­ter ist das Bü­ro mehr als ein simp­ler Ar­beits­raum: Es ist ein zen­tra­ler Ort ih­res Le­bens, an dem sie ei­nen Gro­ß­teil ih­rer Zeit ver­brin­gen. Des­we­gen muss das Un­ter­neh­men sei­ne Flä­chen so ein­rich­ten, dass so­wohl die Pro­zes­se als auch das Ar­beits­kli­ma selbst op­ti­miert wer­den. Be­reits bei der Pla­nung soll­te dar­auf ge­ach­tet wer­den, dass die Im­mo­bi­lie oh­ne grö­ße­ren Auf­wand um­ge­rüs­tet und ad­ap­tiert wer­den kann, so­fern ein neu­es Fir­men­kon­zept um­ge­setzt wer­den muss. Da­zu ge­hört so­wohl ei­ne fle­xi­ble Grund­riss­ge­stal­tung als auch ei­ne ent­spre­chen­de tech­ni­sche Vor­rüs­tung und Aus­stat­tung. Stim­men die­se Eck­pfei­ler, gilt es, sich Ge­dan­ken über die Flä­chen­kon­fi­gu­ra­ti­on zu ma­chen. Es ist wich­tig, so­wohl ge­nug Ge­mein­schafts­area­le als auch Still­ar­beits­räu­me zur Ver­fü­gung zu stel­len und die Ge­bäu­de mit den nö­ti­gen Tech­no­lo­gi­en aus­zu­stat­ten, da­mit die Mit­ar­bei­ter ef­fi­zi­ent ar­bei­ten und auf per­so­na­li­sier­te Kon­ten und Pro­fi­le au­ßer­halb ei­nes fes­ten Ar­beits­plat­zes zu­grei­fen kön­nen. Selbst­ver­ständ­lich müs­sen auch die kli­ma­tech­ni­schen Ge­ge­ben­hei­ten und die all­ge­mei­ne Mit­ar­bei­ter­ver­sor­gung so ein­ge­rich­tet sein, dass die Be­leg­schaft sich wohl­fühlt − die wich­tigs­te Vor­aus­set­zung für ei­ne ho­he Pro­duk­ti­vi­tät. Gleich­zei­tig be­deu­tet ei­ne ef­fi­zi­en­te Flä­chen­nut­zung für das Un­ter­neh­men ei­ne Kos­ten­er­spar­nis von bis zu 30 Prozent.

Punkt drei: In­no­va­ti­on wagen

So­bald die ers­ten bei­den Punk­te er­füllt sind, soll­te der Un­ter­neh­mer die be­währ­ten Pfa­de ver­las­sen und Neu­es aus­pro­bie­ren. Oft las­sen sich durch klei­ne Än­de­run­gen be­trächt­li­che Ver­bes­se­run­gen er­rei­chen. Da­bei ist es al­ler­dings wich­tig, die Mit­ar­bei­ter an den Ver­än­de­run­gen teil­ha­ben zu las­sen – Stich­wort Chan­ge Ma­nage­ment. Denn auch in­ef­fi­zi­en­te Ge­wohn­hei­ten sind manch­mal lieb­ge­won­ne­ne Ge­wohn­hei­ten, und die Ein­füh­rung neu­er Pro­zes­se be­deu­tet für das Per­so­nal an­fangs ei­nen er­höh­ten Auf­wand. Des­halb sind ei­ne trans­pa­ren­te Kom­mu­ni­ka­ti­on so­wie das kla­re Ar­ti­ku­lie­ren der Maß­nah­men und Zie­le be­son­ders wich­tig. So sind die An­ge­stell­ten von den Ver­än­de­run­gen nicht be­trof­fen, son­dern sie wer­den dar­an be­tei­ligt. Denn so hoch der Kon­kur­renz- und Kos­ten­druck auch sein mag: Die wich­tigs­te Res­sour­ce ei­nes je­den Un­ter­neh­mers sind sei­ne Mitarbeiter.

Der Autor
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Pawel Krolikowski
Head of Workplace Consulting
CBRE GmbH