01.03.2017
Hania Bomba

Retail 2017 - Der Trend zu weniger Fläche hält an

Muss der Handel den Laden neu erfinden?

Dies ist für die Praxis von Händlern und Storedesignern aber auch für Projektentwickler von Retail-Destiantionen eine interessante Frage.

Bild: Re­gio Plan

Da­zu ge­hö­ren eben­so die Fra­ge­stel­lun­gen: Wie wer­den Kon­su­men­ten in Zu­kunft ein­kau­fen? Und wie kön­nen Händ­ler die­se An­for­de­run­gen op­ti­mal er­fül­len und in ih­re Kon­zep­te integrieren?

Die Fre­quen­zen so­wie die Qua­drat­me­ter­um­sät­ze wer­den wei­ter zu­rück­ge­hen. Das steht au­ßer­halb je­der De­bat­te, denn mit Me­ga­trends zu kämp­fen macht we­nig Sinn, man ver­liert nur Zeit. Da­her ist es für be­ste­hen­de Händ­ler wich­tig sich zu über­le­gen, wie sie ih­re Flä­chen neu ge­stal­ten, wie sie mit den Trends ge­hen und die­se in­te­grie­ren. Sieht man sich die Kon­sum­aus­ga­ben an, kann man deut­lich er­ken­nen, dass es zu ei­ner im­mer grö­ße­ren Ver­schie­bung der Aus­ga­ben kommt – wäh­rend die Aus­ga­ben auf der Flä­che sta­gnie­ren, stei­gen die On­line-Aus­ga­ben ra­pi­de. Hier er­läu­tert am Bekleidungshandel.

Die Aus­ga­ben­ver­schie­bung ins In­ter­net wird laut Hoch­rech­nun­gen der Re­se­arch & Know-How De­ve­lop­ment Ab­tei­lung von Re­gio­Plan ei­nen mas­si­ven Flä­chen­schwund ver­ur­sa­chen. Kurz- und mit­tel­fris­tig geht Re­gio­Plan von ei­nem Rück­gang von 10% aus. Lang­fris­tig kön­nen so­gar bis zu 25% der Flä­chen be­trof­fen sein. Die­se Leer­stän­de, teil­wei­se sehr gro­ße Flä­chen, wer­den nicht ein­fach nach zu ver­mie­ten sein, denn im Ver­gleich zu Lon­don, Pa­ris oder New York sind Städ­te in Deutsch­land, Ös­ter­reich und Po­len viel zu klein für Flä­chen mit Flagship-Cha­rak­ter im gro­ßen Stil.

Die Lö­sung kann in al­ter­na­ti­ven Nut­zun­gen lie­gen in Form von Bü­ros, Woh­nun­gen und Gas­tro­no­mie. Die Her­aus­for­de­rung für den Han­del wird nun sein, her­aus­zu­fin­den wie man mit we­ni­ger Um­satz auf der Flä­che die Stand­or­te er­hal­ten kann und mit der ge­rin­ge­ren Fre­quenz lernt umzugehen.

Shop-For­ma­te der Zu­kunft sind je­ne, die fle­xi­bel sind und es dem Han­del er­lau­ben den schnel­len Ver­än­de­run­gen im Ein­kaufs­ver­hal­ten ih­rer Ziel­grup­pen zu fol­gen. Sei es mit ei­ner Ar­chi­tek­tur die es er­laubt den Store leicht, schnell und güns­tig um­zu­ge­stal­ten, mit Pop-up Kon­zep­ten, Labs, Con­cept Stores oder Show­rooms. Der Han­del wird mo­bi­ler und fle­xi­bler. Mar­ken der Zu­kunft sind je­ne, die sich klar Po­si­tio­nie­ren und stim­mi­ge von A-Z durch­dach­te Bot­schaf­ten sen­den, die es den Kon­su­men­ten er­leich­tern sich zu ori­en­tie­ren. So wer­den aus Brands, „Lo­ving Brands“, al­so je­ne die nicht nur Wa­ren an­bie­ten, son­dern Emo­tio­nen vermitteln.

Die Ant­wort auf die Fra­ge „muss der Han­del den La­den neu an­pa­cken“, wel­che auch beim 9. Deut­schen Han­dels­im­mo­bi­li­en­gip­fel ge­stellt wird, lau­tet aus un­se­rer Sicht „ja das muss er“. Er muss han­deln und sich neu erfinden.

Die Autorin
Bild: Heuer Dialog GmbH
Mag. Hania Bomba
Geschäftsführerin
RegioPlan