10.03.2017
Stefan Sachse

Investmentmarkt hervorragend, Büromarkt stabil

Das war los auf dem Immobilienmarkt Leipzig im Jahr 2016...

Der Immobilienmarkt in der größten Stadt Sachsens kann sich über ein erfolgreiches vergangenes Jahr freuen und auch 2017 optimistisch nach vorne blicken.

Mit fast 919 Mio. € erreichte der gewerbliche Leipziger Investmentmarkt 2016 ein hervorragendes Ergebnis und verfehlte nur knapp die Milliardenschwelle. Damit konnte zwar das außergewöhnliche Resultat des Vorjahres von 1,16 Mrd. € nicht getoppt, dafür aber der zehnjährige Schnitt um 75 % übertroffen werden. Es wurden zwei Abschlüsse über 100 Mio. € registriert und auch Portfolio-Verkäufe haben deutlich mehr beigetragen. Dennoch profitierte der Markt 2016 insbesondere von Einzeldeals mit einem Anteil von über 80 %. Nennenswert sind in diesem Zusammenhang die Verkäufe der Hainspitze und des Technischen Rathauses.

Die beliebteste Assetklasse waren wie üblich auch 2016 Einzelhandelsimmobilien, zu denen auch innerstädtische Geschäftshäuser zählen. Sie verlieren zwar gegenüber dem Vorjahr knapp 14 Prozentpunkte, tragen jedoch mit rund 35 % den größten Anteil bei. Betrachtet man die Anzahl der veräußerten Objekte, so werden diese von Büroobjekten übertroffen. Hier fällt allerdings das durchschnittliche Investmentvolumen mit 10 Mio. € niedriger aus als bei den Retail-Objekten.

Der Leipziger Büromarkt erzielte mit einem Flächenumsatz von 98.000 m² erneut ein Ergebnis im Bereich der 100.000-m²-Marke und liegt damit nur knapp hinter dem Vorjahreswert. Rekordverdächtig war insbesondere der Deal der Deutschen Telekom: Der Kommunikationsdienstleister unterzeichnete im vierten Quartal mit einem Vertrag über 8.500 m² einen der größten Deals der vergangenen Jahre.   

Nicht zuletzt dadurch setzte sich die Büromarktzone Graphisches Viertel/Prager Straße im Ranking der Teilmärkte erneut an die Spitze und generiert alleine über ein Viertel des Volumens (25.300 m²). Von ihrer nach wie vor hohen Attraktivität profitiert allerdings auch die City, die weitere knapp 23 % des Umsatzes (22.300 m²) auf sich vereint. Hier konnten mit Mercateo (3.100 m²), ipoque (2.400 m²), der Check24 Reise GmbH (1.600 m²) und der SIB/Universität Leipzig (1.400 m²) außerdem die meisten größeren Deals registriert werden.

Der Leerstand auf dem Leipziger Büromarkt hat sich im vergangenen Jahr leicht auf 329.000 m² reduziert und liegt somit rund 2 % unter dem Vorjahresniveau; die Leerstandsquote des Gesamtmarkts unterschreitet inzwischen die 9-%-Marke und erreicht zum Ende des Jahres 8,8 %. Die Spitzenmiete des Leipziger Büromarkts hat sich im Jahresverlauf bei 13 €/m² stabilisiert und wird weiterhin für hochwertige Flächen in sehr guten Lagen der City erzielt. Insgesamt konnte bei den Mietpreisniveaus ein Aufwärtstrend festgestellt werden. In den meisten Büromarktzonen sind sowohl die jeweiligen Höchst- als auch die Durchschnittsmieten gestiegen. Alles im allem fehlen bereits hochwertige Neubau-Büroflächen, insbesondere in der Leipziger City und mittlerweile auch in der Ringlage.

Auch 2017 wird ein gutes Jahr

Die Aussichten für den Leipziger Büro- und Investmentmarkt stehen gleichermaßen gut. Auf dem Büromarkt ist insbesondere die Stabilität der Nachfrage- wie auch der Angebotsentwicklung bemerkenswert Dies betrifft vor allem die breite Verteilung des Umsatzes über die Größenklassen und die Branchen auf der Nachfrageseite sowie die Erweiterung des Angebots durch die Fertigstellung vereinzelter Projekte in 2017. Ein Umsatzergebnis im Bereich der 100.000-m²-Marke sollte wieder drin sein.

Auch bei nationalen und internationalen Investoren steht Leipzig durch die dynamische wirtschaftliche Entwicklung sowie den stetigen Bevölkerungszuwachs weiterhin im Fokus. Vor diesem Hintergrund ist 2017 wieder ein Ergebnis über dem langjährigen Durchschnitt zu erwarten. Voraussetzungen hierfür sind jedoch gleichbleibend gute gesamtwirtschaftliche Rahmen- sowie weiterhin attraktive Finanzierungsbedingungen. Darüber hinaus hängt das Ergebnis davon ab, ob ausreichend Objekte am Markt angeboten werden. Ob aufgrund der genannten Marktgegebenheiten die Netto-Spitzenrenditen noch weiter nachgeben werden, ist aus heutiger Sicht noch offen.

Der Autor
Stefan Sachse
Geschäftsführer
BNP Paribas Real Estate GmbH