18.02.2017
Holger Matheis

Flexible Raumkonzepte entwickeln

New-Work-Konzepte müssen gelebt werden

Kaum eine Woche vergeht, in der nicht über neue Co-Working-Spaces und trendige Arbeitsplatzmodelle berichtet wird.

Bild: BEOS AG

Dabei geht es nicht mehr nur um Standorte wie New York, Amsterdam und Berlin. Und es ist auch längst kein Thema mehr, das nur Freelancer und Start-ups betrifft. Immer mehr Unternehmen setzen auf Konzepte, die die veränderten Arbeitsbedürfnisse ihrer Angestellten abbilden sollen. New-Work-Konzepte sind jedoch kein Selbstzweck, sondern sollten zu spürbaren Verbesserungen führen.

Erst kürzlich hat beispielsweise die Otto Group ihren neuen Co-Working-Space in der Hamburger Firmenzentrale vorgestellt. Er soll das kreative, vernetzte und flexible Arbeiten der Mitarbeiter fördern. Sie können künftig je nach zu erledigender Aufgabe zwischen verschiedenen Räumlichkeiten wählen. Das ist aus Unternehmenssicht natürlich nicht uneigennützig: Studien bestätigen, dass innovatives Arbeiten davon profitiert, Arbeitsplatz und -umgebung immer wieder wechseln zu können. Und Innovationen entscheiden im digitalen Wettlauf der Unternehmen.

Schritt 1: Flexible Raumkonzepte entwickeln

Flexibilität ist das Gebot der Stunde in deutschen Büros. Die räumlichen Strukturen dafür zu schaffen ist der erste Schritt. Lösungsansätze führen bereits über die Auswahl geeigneter Immobilien. Sie müssen derartige Konzepte zulassen. Doch das ist bei weitem nicht nur im Neubau oder modernen Objekten möglich. Im Gegenteil lassen sich gerade bei bestehenden Immobilien deren individueller, teilweise historischer Charakter mit zeitgemäßen Gestaltungselementen in besonderer Weise verbinden. Auch Unternehmen, die ihren Firmensitz seit Jahren oder gar Jahrzehnten nutzen, haben also vielfältige Möglichkeiten.

Während althergebrachte Denkmuster über Arbeitsstrukturen allmählich aufweichen, stellen die hierzulande häufig im Unternehmenseigentum befindlichen Immobilien oftmals noch ein größeres Hindernis für Veränderungen dar. Denn sie binden Kapital und Managementkapazitäten, die angesichts der aktuellen Entwicklungen sinnvoller in die zeitgemäße Anpassung der Geschäftsmodelle und der Räumlichkeiten investiert wären. Immer mehr Unternehmen erwägen daher den Verkauf ihrer Immobilien, um sie anschließend zurückzumieten. Das setzt nicht nur finanzielle Mittel frei und befreit von der lästigen Verwaltung der Liegenschaften (ungenutzte Flächen eingeschlossen), sondern schafft auch in punkto Arbeitskonzepte vollkommen neue Freiheiten und Chancen.

Gemeinsam mit einem professionellen Asset Manager lassen sich neue Nutzungskonzepte erarbeiten und umsetzen. Diese wiederum können in Zeiten des Fachkräftemangels einen echten Mehrwert im Kampf um Talente darstellen. Denn für die Mehrheit der Bürobeschäftigten ist die Qualität der Büroflächen ein wichtiges Kriterium bei der Jobsuche. Eine Forsa-Studie im Auftrag von HIH Real Estate ergab beispielsweise, dass 62 Prozent der Befragten einen attraktiv gestalteten Arbeitsplatz einer besseren Bezahlung vorziehen.

Schritt 2: Arbeitsorganisation neu denken

Anpassungen der Flächen wie offene Raumstrukturen mit Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten, wechselnde Arbeitsplätze oder weniger Schreibtische für mehr Flächeneffizienz bilden die Basis für die nicht weniger wichtigen organisatorischen Veränderungen, die Unternehmen vollziehen müssen. Starre Hierarchien, festgefahrene Strukturen und je nach Branche und Geschäftsfeld standardisierte Arbeitsabläufe gehören der Vergangenheit an. Abgelöst werden sie von Selbstbestimmtheit und Selbstständigkeit, von offener Kommunikation und mobilem, non-territorialem Arbeiten.

Neue Technologien ermöglichen flexibles Arbeiten – jederzeit und überall, ob im Homeoffice oder unterwegs. Damit gehen jedoch nicht nur Freiheiten, sondern auch Verantwortungen einher, und zwar sowohl seitens des Arbeitsnehmers als auch -gebers. Gefragt sind selbstverantwortliche Mitarbeiter, aber eben auch Vorgesetzte, die bereit sind, ihnen den nötigen Raum zu geben. Kurzum: Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist in der neuen Arbeitswelt entscheidend.

Fazit

Für BEOS haben sich die Veränderungen schon heute ausgezahlt, wir beobachten einen deutlichen Effizienzgewinn, ein produktives Arbeitsklima, bei dem das Miteinander und der Spaß nicht zu kurz kommen, und eine deutlich verbesserte Kommunikation. Daraus ergibt sich die wohl zentrale Erkenntnis: Moderne Konzepte allein genügen nicht. Sie müssen auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein und gelebt werden.

Das Event zum Thema
Der Autor
Holger Matheis
Mitglied des Vorstands, BEOS AG