16.12.2016
Johannes Haas

Es bleibt spannend am Markt

Die Hotelimmobilie bringt noch Rendite

„Es gibt viele Gründe, weshalb Hotelimmobilien in Deutschland derzeit so beliebt sind“, berichtet Armin Bruckmeier, Head of Corporate Hotels Brokerage Germany bei CBRE. Er nannte u.a. die Null-Zins-Politik, die stabile Wirtschaft sowie den günstigen Euro.

 Der wich­tigs­te Grund sei je­doch, dass Ho­tel­im­mo­bi­li­en „im Ver­gleich zu an­de­ren In­vest­ments noch recht at­trak­ti­ve Ren­di­ten“ ab­wer­fen. Nicht oh­ne Grund sei das Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men 2015 hier­zu­lan­de im Ver­gleich zum Vor­jahr um 47 Pro­zent auf fast 4,6 Mil­li­ar­den Eu­ro an­ge­stie­gen. Auch in die­sem Jahr er­war­tet Bruck­mei­er ei­ne Vier-Kom­ma-X – das zweit­bes­te Jahr be­deu­ten wür­de. Da der Brexit die Trans­ak­tio­nen in Großbri­tan­ni­en ein­bre­chen lies, wer­de Deutsch­land da­mit zu Eu­ro­pas Num­mer 1.

Dass die Kre­dit­ver­ga­be je­doch im­mer schwe­rer wer­de, be­klag­te Dr. Ro­land van Gool, Vice Pre­si­dent Pro­per­ty Fi­nan­ce-Ho­tel Fi­nan­ce der Aa­re­al Bank. Von Ban­ken wer­de er­war­tet, Kre­di­te zu ver­ge­ben und so die Wirt­schaft zu un­ter­stüt­zen. Lei­der hät­ten sich in der Ver­gan­gen­heit aber vie­le Ban­ken schlecht be­nom­men, so­dass ge­setz­li­che An­for­de­run­gen, bei­spiel­wei­se bei der Ei­gen­ka­pi­tal-Quo­te, ex­trem ver­schärft sei­en. Sei­ne Bank in­ter­es­sie­re aber vor al­lem auch das Pro­dukt, mit dem man sich sehr in­ten­siv aus­ein­an­der­set­ze. Denn das Ge­samt­pa­ket müs­se stimmen.

Auch Jörg Lind­ner, Ge­schäfts­füh­rer der 12.18. In­vest­ment Ma­nage­ment GmbH be­ton­te die At­trak­ti­vi­tät von Ho­tel­im­mo­bi­li­en. Die Sa­nie­rung ei­ner her­un­ter­ge­wirt­schaf­te­ten Bü­ro­im­mo­bi­lie wür­de drei bis fünf Jah­res­mie­ten zu­nich­tema­chen – ei­ne Ho­tel­im­mo­bi­lie sei je­doch üb­li­cher­wei­se auch nach ei­ni­gen Jah­ren im gu­ten Zustand.

„Fran­chise oder ei­ge­ne Mar­ke“, lau­te­te die Fra­ge des Nach­mit­ta­ges. Dr. Ul­rich Hen­nings, Part­ner bei Bak­er & McKen­zie merk­te an, dass ein Fran­chise nicht au­to­ma­tisch zur Er­trags­stei­ge­rung füh­re. Der Rest müs­se auch stim­men, denn üb­li­cher­wei­se zah­len Fran­chise­neh­mer 2,5-5 Pro­zent des Um­sat­zes Ba­sis- oder Roya­li­ty Fee.

Am häu­figs­ten tre­te Fran­chise bei Neu­bau­ten so­wie im Li­mi­ted Ser­vices Be­reich auf, er­klär­te Mar­ti­na Fi­dl­schus­ter, Ge­schäfts­füh­ren­de Ge­sell­schaf­te­rin der HO­TOUR Ho­tel Con­sul­ting GmbH. Denn ge­ra­de mit Be­stands­ge­bäu­den sei es oft schwer, den An­for­de­run­gen der Fran­chise­ge­ber ge­recht zu wer­den. Yan­neck Wag­ner, Vice Pre­si­dent De­ve­lop­ment Cen­tral Eu­ro­pe & Nordic Coun­tries bei Ac­cor­Ho­tels sag­te da­zu, dass Ac­cor und vie­le wei­te­re der­zeit Mar­ken ent­wi­ckeln, die mehr Ge­stal­tungs­spiel­raum las­sen. Da­durch sei es für Be­trei­ber leich­ter, auf bau­li­che Ge­ge­ben­hei­ten einzugehen.

Ei­nig wa­ren sich al­le dar­in, dass es span­nend bleibt am deut­schen Ho­tel­markt. Die Fra­ge, wann das mas­si­ve Wachs­tum – man­che spre­chen von 600 Ho­tels, die sich der­zeit in der Ent­wick­lung be­fin­den wür­den – auf­hö­ren wer­de, wur­de in ei­ner der Pau­sen dis­ku­tiert. Vor­erst scheint je­doch nichts da­für zu sprechen.

Der Autor
Bild: Heuer Dialog
Johannes Haas
Projektleiter
Heuer Dialog GmbH