17.11.2016
Markus Diekow

Buzzword-Bingo oder Knock-out-Kriterium?

Smart Working – Smart Building?

Digitalisierung. Internet of Things. New Work. Social Media: Ist das in der Immobilienbranche alles nur Buzzword-Bingo oder signalisieren diese Begriffe einen gesellschaftlichen Wandel, den die Immobilienbranche nicht verschlafen sollte?

Der de­mo­gra­phi­sche Wan­del ist längst nicht mehr nur ei­ne un­schar­fe Zu­kunfts­pro­gno­se, son­dern be­dingt be­reits heu­te ei­nen nie ge­kann­ten Wett­be­werb um die bes­ten Ar­beits­kräf­te - flan­kiert von ei­nem si­gni­fi­kan­ten, ge­ne­ra­ti­ons­über­grei­fen­den Wer­te­wan­del in der Ge­sell­schaft. Ar­beit wird ge­nau wie das Pri­va­te als Teil des Le­bens er­fah­ren und soll ent­spre­chend qua­li­täts­voll sein. Die selbst­be­wuss­ten Mit­ar­bei­ter von heu­te wol­len Hier­ar­chie- und Füh­rungs­struk­tu­ren auf Au­gen­hö­he und sie wol­len wei­test­ge­hend selbst be­stim­men, wann, wo und wie sie ar­bei­ten. Und die zu­neh­men­de Di­gi­ta­li­sie­rung macht ge­ra­de letz­te­res auch mög­lich. Wäh­rend frü­her der Bü­ro­ar­bei­ter – woll­te er sei­ne Ar­beit ma­chen - noch ins Bü­ro ge­hen muss­te, da er nur hier die ent­spre­chen­den Pro­duk­ti­ons­mit­tel hat­te, kann er heu­te im We­sent­li­chen von über­all ar­bei­ten: sei es zu Hau­se, im Ca­fé, im Zug oder im Co­wor­king Space. Ei­ne Fle­xi­bi­li­sie­rung des Ar­beits­plat­zes al­so, die auch dem Un­ter­neh­mer ent­ge­gen­kom­men soll­te, be­nö­tigt er doch deut­lich we­ni­ger Bü­ro­flä­che für sei­ne Ar­beit­neh­mer. So­weit die gu­te Nach­richt. Die schlech­te Nach­richt: ins­be­son­de­re die Fle­xi­bi­li­sie­rung des Ar­beits­plat­zes kann für die Pro­duk­ti­vi­tät des Un­ter­neh­mens auch von Nach­teil sein kann. Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kol­la­bo­ra­ti­on und Wis­sens­trans­fer wird er­schwert, die Iden­ti­fi­ka­ti­on der Mit­ar­bei­ter mit dem Un­ter­neh­men sinkt. Ehe­ma­li­ge Vor­rei­ter in Sa­chen Fle­xi­bi­li­sie­rung des Ar­beits­plat­zes wie Mi­cro­soft oder Ya­hoo ha­ben dies er­kannt und Ge­gen­maß­nah­men er­grif­fen. Wäh­rend Ya­hoo hier den eher au­to­ri­tä­ren Weg der Be­schrän­kung von Ho­me­of­fice Ta­gen geht, hält Mi­cro­soft an der Fle­xi­bi­li­tät fest. Im glei­chen Atem­zug schafft Mi­cro­soft je­doch An­rei­ze, da­mit der Mit­ar­bei­ter ei­nen Mehr­wert dar­in sieht, ins Bü­ro zu kom­men. Da­zu ge­hö­ren op­ti­ma­le und viel­fäl­ti­ge Ar­beits-, Treff- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­or­te in­ner­halb des Bü­ro­ge­bäu­des ge­nau­so wie ei­ne tech­ni­sche her­vor­ra­gen­de, Ar­beits­pro­zes­se un­ter­stüt­zen­de Aus­stat­tung so­wie ei­ne Viel­zahl von An­ge­bo­ten zum Com­mu­ni­ty­buil­ding. Wer kennt sie nicht die Bil­der von Bü­ro­flä­chen, die aus­se­hen wie un­ser Wohn­zim­mer, das Lieb­lingsca­fé oder ein tren­di­ger Irish Pub? Letzt­lich geht es al­so um ma­xi­ma­le Auf­ent­halts­qua­li­tät und Be­för­de­rung un­ter­schied­lichs­ter Ar­beits- und Krea­tiv­pro­zes­se, um räum­li­che Fle­xi­bi­li­tät und um ein ur­ba­nes, in­spi­rie­ren­des Er­le­ben des Raums, wie wir es aus un­se­rem pri­va­ten Le­ben und der le­ben­di­gen Stadt kennen.

Doch was für gro­ße Un­ter­neh­men, die oft gan­ze Ge­bäu­de oder Ge­bäu­de­kom­ple­xe nut­zen, ver­gleichs­wei­se leicht zu rea­li­sie­ren ist, ist für klei­ne­re Un­ter­neh­men, die sich mit an­de­ren ein Ge­bäu­de tei­len ei­ne zum Teil nicht al­lein lös­ba­re Auf­ga­be. An die­ser Stel­le ist der Pro­jekt­ent­wick­ler und Ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer ge­for­dert. Das da­mit ver­bun­de­ne nö­ti­ge Um­den­ken der Bran­che for­mu­liert Trend­for­scher Franz Küh­may­er prä­gnant so: „Es geht nicht mehr um Ar­chi­tek­tur, son­dern um die best­mög­li­che Un­ter­stüt­zung der Zu­kunft der Ar­beit des Unternehmens.“

Ein Bei­spiel hier­für, will das Hoch­haus ONE in Frank­furt/M. sein. CA Im­mo ent­wi­ckelt die­ses zen­tral ge­le­ge­ne, rund 185 Me­ter ho­he und 65.000 m² gro­ße Ge­bäu­de als ge­mischt ge­nutz­te Bü­ro- und Ho­tel­im­mo­bi­lie – wo­bei die zwei an­sich kon­trä­ren Nut­zungs­ar­ten ma­xi­mal ver­schränkt wer­den, d. h. – wo im­mer mög­lich – in­ein­an­der­flie­ßen. Er­fah­ren Sie mehr über ONE beim Im­mo­bi­li­en-Dia­log Frank­furt am 18. Ja­nu­ar 2017.

Der Autor
Bild: CA Immo
Markus Diekow
Leiter Unternehmenskommunikation
CA Immo Deutschland GmbH