03.11.2016
Armin Bruckmeier

Nachfrager, Preise und Strukturen

Aktuelle Entwicklungen am Hotel-Transaktionsmarkt in Deutschland

Gegenwärtig befindet sich der Hotelmarkt in einem tiefgreifenden Strukturwandel – in Zeiten der Angebotsknappheit auf den Immobilienmärkten gewinnt das Hotel als Assetklasse immer mehr an Bedeutung.

Bild: CBRE Hotels

Schon längst hat es sich von einem Randprodukt zum Objekt der Begierde für nationale und internationale Investoren gemausert.

Aktuelle Zahlen von CBRE unterstreichen dies: Zwar ist das reine Transaktionsvolumen bisher dieses Jahr im Vergleich zu 2015 leicht rückläufig, Grund dafür ist aber nicht etwa mangelnde Nachfrage. Im Gegenteil: Attraktive Assets werden zunehmend knapper und die Investoren konkurrieren immer stärker um die rentabelsten Objekte. Was bedeutet das für die Zukunft des Hotelmarkts? Werden sich Hotels auch zukünftig als Assetklasse durchsetzen? Nur wer die Trendentwicklung an den Märkten sorgfältig beobachtet, kann fundierte Prognosen anstellen.

Aktuelle Trends: Hochwertige Assets und Projektentwicklungen

Obwohl die Anzahl der Transaktionen zurückgeht, steigt das Volumen der einzelnen Investments deutlich an. Das liegt daran, dass das Investoreninteresse inzwischen vor allem auf höherwertigen Objekten liegt. Besonders beliebt sind Vier-Sterne-Hotels, die inzwischen fast die Hälfte des Transaktionsvolumens ausmachen, aber auch Luxusobjekte wie das Hyatt Regency in Düsseldorf, das dieses Jahr für mehr als 100 Millionen Euro den Besitzer gewechselt hat.

Ein weiterer deutlicher Trend geht dieses Jahr in Richtung Projektentwicklungen. Allein vier  Projekte, die für die Betreibermarke Holiday Inn realisiert werden, wurden dieses Jahr erfolgreich verkauft. Dies unterstreicht, dass Investoren inzwischen stärker ins Risiko gehen, um sich die attraktiven Assets frühzeitig anzueignen. Inzwischen machen die Transaktionen von entwickelten Projekten etwa ein Drittel des Gesamtvolumens aus und der Trend wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Zukunft fortsetzen.

Was treibt die Käufer an?

Eine Analyse der Käufer zeigt das starke Kaufinteresse deutscher Investoren, die deutlich mehr als die Hälfte aller diesjährigen Transaktionen abgewickelt haben. Aber auch französische und amerikanische Investoren sind auf dem deutschen Markt präsent. Im dritten Quartal 2016 erzielten Offene Immobilienfonds bzw. Spezialfonds das größte Investitionsvolumen. Damit liegen sie noch vor den Immobiliengesellschaften, die allerdings im Gesamtjahr die aktivsten Käufer waren. Das zeigt, dass die Anlegerschichten breit aufgestellt sind – und so vielseitig die Käufer sind, so speziell sind auch ihre Interessen und Strategien im Hotelsegment. Welches Asset zu welchem Kunden passt, ist heutzutage also wichtiger denn je.

Der Autor
Armin Bruckmeier
Head of Corporate Hotels Brokerage Germany & CEE