18.10.2016
Anett Gregorius

Fach-Dialog Temporäres Wohnen

Die Zukunft von Serviced Apartments

Wie sieht die Zukunft von Serviced Apartments aus oder vielmehr: Welchen Anforderungen muss das Apartment von morgen entsprechen?

Die­se Fra­ge ver­sucht das Pro­jekt „Apart­ment der Zu­kunft. Per­fekt für mor­gen.“ zu be­ant­wor­ten und durch den Bau ei­nes Apart­ments auch zu­künf­ti­gen Pro­jek­ten ei­nen Leit­fa­den für tem­po­rä­res Woh­nen mitzugeben.

Die Ge­sell­schaft wan­delt sich. Die Di­gi­ta­li­sie­rung dringt in im­mer mehr Le­bens­be­rei­che vor, die Be­völ­ke­rung wird im­mer äl­ter und bleibt glei­cher­ma­ßen län­ger jung, klas­si­sche Ge­schlech­ter­rol­len lö­sen sich zu­neh­mend auf und der In­di­vi­dua­li­sie­rungs­trend hält an. Die­se Ent­wick­lun­gen spie­geln sich in ver­än­der­ten Wohn­wel­ten wi­der. Die ers­ten Kon­zep­te ma­chen dies ganz deut­lich: Das so­ge­nann­te ‚Smart Ho­me‘ zeigt, wie mo­der­nes Woh­nen funk­tio­niert. Ers­te Pro­to­ty­pen ei­nes voll­stän­dig di­gi­tal ver­net­zen Hau­ses exis­tie­ren be­reits und es ist ei­ne Fra­ge der Zeit, bis wann die­se markt­fä­hig sein werden.

Ver­än­der­te Ar­beits­wel­ten ver­lan­gen Ar­beit­neh­mern im­mer mehr Mo­bi­li­tät ab und da­bei kommt dem tem­po­rä­ren Woh­nen ei­ne wich­ti­ge Rol­le zu. Der An­teil an be­ruf­lich be­ding­ten Lang­zeit­auf­ent­hal­ten in Un­ter­künf­ten au­ßer­halb der ei­ge­nen vier Wän­de ist in den letz­ten Jah­ren um ein Viel­fa­ches ge­stie­gen. Ser­viced Apart­ments sind ei­ne auf die Be­dürf­nis­se von Ge­schäfts­rei­sen­den spe­zia­li­sier­te Wohn­form, da ih­nen die Aus­stat­tung mit Kü­che/Kit­chenet­te so­wie ei­nem se­pa­ra­ten Wohn- und Schlaf­be­reich mehr per­sön­li­chen Frei­raum bie­tet als ein Hotelzimmer.

Ge­mein­sam mit dem Ho­tel­kom­pe­tenz­zen­trum, JOI-De­sign, Adi­na Apart­ment Ho­tels, G&S plan­werk GmbH so­wie der iHaus AG be­schäf­tigt sich das Ber­li­ner Be­ra­tungs­un­ter­neh­men Boar­ding­hou­se Con­sul­ting mit der Fra­ge, wie das ‚Woh­nen auf Zeit‘ zu­künf­tig aus­se­hen kann. Da­zu wird ein bei­spiel­haf­tes Raum­kon­zept­ent­wi­ckelt, wel­ches An­fang 2017 in Form ei­nes Mock-ups auf dem Ge­län­de des Ho­tel­kom­pe­tenz­zen­trums ge­baut wer­den soll. Die Zie­le des Pro­jekts sind da­bei viel­schich­tig: Haupt­in­ten­ti­on ist es, ein weg­wei­sen­des Kon­zept zu ent­wi­ckeln, wel­ches be­son­ders die An­sprü­che und Wün­sche von Gäs­ten in die­sem Seg­ment be­rück­sich­tigt. Da­bei spie­len di­gi­ta­le Ver­net­zung und ein ein­her­ge­hend ho­her Tech­ni­sie­rungs­grad, Fle­xi­bi­li­tät aber auch Wohn­lich­keit ei­ne zen­tra­le Rol­le. Ein wei­te­res Ziel ist es, In­ves­to­ren und po­ten­ti­el­len Be­trei­bern den Ein­stieg in die­ses auf­stre­ben­de Markt­seg­ment zu er­leich­tern, denn die­se kön­nen vom um­fas­sen­den Bran­chen­wis­sen der Pro­jekt­be­tei­lig­ten pro­fi­tie­ren. Nicht zu­letzt soll das ent­ste­hen­de Apart­ment auch als Platt­form und Aus­stel­lungs­flä­che für Un­ter­neh­men die­nen, die in­no­va­ti­ves In­te­ri­eur und zu­kunfts­wei­sen­de Tech­nik prä­sen­tie­ren möchten.

Als Grund­la­ge für die Ent­wick­lung des Pro­to­typs dient u.a. ei­ne Um­fra­ge in 2015, bei der Boar­dings­hou­se Con­sul­ting im Rah­men der Fach­ta­gung SO!APART Be­trei­ber und In­ves­to­ren an­hand von vier The­men­be­rei­chen nach de­ren Vor­stel­lun­gen be­fragt hat. Die Er­geb­nis­se flie­ßen di­rekt in die Ent­wick­lung des Pro­jek­tes ein. Da­bei wer­den auch die vie­len Her­aus­for­de­run­gen deut­lich, de­nen sich die Pro­jekt­be­tei­lig­ten stel­len müssen:

Mo­dern, tech­ni­siert, in­di­vi­dua­li­siert aber auch nach­hal­tig, pfle­ge­leicht und kos­ten­güns­tig soll das Apart­ment der Zu­kunft sein. Die Wohn­lich­keit soll­te auch in ei­nem für All­er­gi­ker ge­eig­ne­ten oder bar­rie­re­frei­en Apart­ment ge­währ­leis­tet sein. Die Vor­stel­lung vom glä­ser­nen Gast, der nach dem Ein­tritt ins Apart­ment sei­ne per­so­na­li­sier­te Play­list hört, dem ei­ne Tas­se Kaf­fee ge­nau nach sei­nem Ge­schmack zu­be­rei­tet wird und bei dem die Dusch­tem­pe­ra­tur gleich für den nächs­ten Auf­ent­halt ge­spei­chert wird, ste­hen dem An­spruch von Da­ten­si­cher­heit und An­ony­mi­tät ent­ge­gen. Glei­cher­ma­ßen soll das Bran­chen­mot­to ‚Ho­me Away From Ho­me‘ auch auf kleins­tem Wohn­raum, in so­ge­nann­ten Mi­kro-Apart­ments gel­ten. Ne­ben wei­te­ren Vor­stel­lun­gen, wie der zen­tra­len Steue­rung der Apart­ment-Tech­nik über das ei­ge­ne Smart­pho­ne wird ei­nes ganz be­son­ders deut­lich: Es muss ei­nen Schal­ter ge­ben, mit dem man al­le Ge­rä­te auch ein­fach zen­tral ab­schal­tet. Die­sen Wi­der­sprüch­lich­kei­ten gilt es, sich mit Fach­wis­sen, Er­fah­rung und Krea­ti­vi­tät zu stellen.

Auf der dies­jäh­ri­gen Fach­ta­gung SO!APART, die am 17. und 18. No­vem­ber 2016 in Ber­lin statt­fin­det, wer­den ers­te Er­geb­nis­se der Part­ner­schaft prä­sen­tiert und neue Ide­en in­ner­halb ei­nes Co-Crea­ti­onThink Thank ent­wi­ckelt, be­vor im nächs­ten Jahr die Rea­li­sie­rung er­folgt. Im An­schluss dar­an soll das Pro­jekt durch viel­fäl­ti­ge Mar­ke­ting­maß­nah­men den Ziel­grup­pen vor­ge­stellt werden.

Sie sind an wei­te­ren span­nen­den The­men rund um Ser­viced Apart­ments in­ter­es­siert? Mel­den Sie sich jetzt unterhttp://​www.​so-​apart.​de/​de/​anm​eldu​ng/ an. Die Au­to­rin prä­sen­tiert den Ar­beits­stand auf demFach-Dia­log Tem­po­rä­res Woh­nen am 13. De­zem­ber 2016 in Frank­furt am Main.

Die Autorin
Bild: Anett Gregorius
Anett Gregorius
Gründerin und Inhaberin