26.09.2016
Reiner Nittka
Clemens Jung

Wie der richtige Mix an Immobilien und Menschen auch mit der Integration von Mikrowohn- und Apartment-Projekten gelingt

Die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung von Stadtquartieren

Düsseldorf ist eine der Single-Metropolen in Deutschland. Zu jedem zweiten Haushalt – genau 49,7 Prozent – gehört nur eine Person.

Bild: GBI AG

Genug passende Unterkünfte gibt es für diese Gruppe allerdings bei weitem nicht. Nur jede vierte Wohnung (26,2 Prozent)  in der NRW-Landeshauptstadt bietet mit 1 oder 2 Zimmern die passende Größe. Und die Neubauten verstärken diese Diskrepanz leider weiter. Lediglich 15,1 Prozent der zwischen 2010 und 2014 errichteten Projekte haben maximal zwei Zimmer. Und auch bei den Baugenehmigungen liegt der Wert mit 18,6 Prozent weit unter dem benötigten Wert. Die Schere zwischen der Zahl der Single-Haushalte und passenden Wohn-Angeboten geht also in Zukunft noch weiter auseinander.

Bei dem Bedarf an besonderen Unterbringungsprojekten gibt es eine weitere Zielgruppe, die zu berücksichtigen ist. Nämlich diejenigen, die sich aus beruflichen oder privaten Gründen nur für einige Wochen oder Monate von ihrem eigentlichen Hauptwohnsitz entfernen und für diese Zeit eine zweite Unterkunft nutzen. In der Fachterminologie nennt man dies „Multilokales Wohnen“. Dazu gehört unter anderem die immer größer werdende Schar an Projekt-Mitarbeitern oder Beratern, die etwa für drei oder vier Monate ein Unternehmen bei einer bestimmten Aufgabe unterstützen und dann zum nächsten Auftrag – oft in einer anderen Stadt – weiterziehen. Aber auch private Gründe, etwa weil sich die Familienmitglieder auf mehrere Städte verteilen, verstärkt zunehmend das Wohnen an mehreren Orten.

Bereits heute gibt es in Deutschland schätzungsweise 1,9 Millionen Haushalte, in denen die Menschen multilokal wohnen und leben. Das entspricht einem Anteil von fast fünf Prozent aller Haushalte. Dieser Gruppe werden angesichts steigender Mobilitätsansprüche in der Arbeitswelt sowie flexiblerer Lebensentwürfe zukünftig immer mehr Menschen hinzugerechnet. Umso wichtiger, dass bei Neubau-Projekten in den Zentrums-Lagen besser an diese Klientel gedacht wird.

Eine Immobilienentwicklung, die einen solchen, neuen Wohn-Bedarf im Blick hat, ist das Bauvorhaben der GBI AG am Düsseldorfer Hauptbahnhof, auf dem Gelände der dortigen ehemaligen Autoverlade-Station. Für die rund 17.000 Quadratmeter große, zwischen Harkortstraße, Graf-Adolf-Straße, Konrad-Adenauer-Platz und der Bahntrasse gelegene Fläche sollen nach dem Abschluss des Bebauungsplanverfahrens die Bauarbeiten Ende  2018 beginnen. Und zu dem dort geplanten Mix an Nutzungen gehören neben klassischen Hotels auch Apartment Hotels – also Zimmer mit Küchenzeile und zusätzlicher Ausstattung für längere Aufenthalte – sowie Studentenwohnungen, eine weitere Art des Multilokalen Wohnens.

In Düsseldorf kann man aus einem Bedarf für solche neue Wohnformen eine städtebauliche Tugend machen. Die Angebote für Projektmitarbeiter, Auszubildende oder Studenten können nämlich auch dazu beitragen, das Umfeld um den Düsseldorfer Hauptbahnhof, wieder in das städtische Leben zu integrieren. Es geht auch darum, in den entstehenden Gebäuden Menschen anzusiedeln, welche diesen Ort in künftig guter Lage Düsseldorfs als – vorübergehenden – Heimat-Standort annehmen und zudem den dort entstehenden öffentlichen Raum nutzen. Daher würden wir es auch sehr begrüßen, wenn im Zusammenhang mit unseren Bauaktivitäten, der Konrad-Adenauer-Platz eine neue Gestaltung erführe.

Da in den direkt an der Bahnstrecke gelegenen Unterkünften klassischer Wohnungsbau nicht umsetzbar ist, passen dafür ideal die Nachfrager temporären Wohnens, etwa der Apartment Hotels. Für diese wird über eine Gastronomie-Ansiedlung in den Erdgeschossen der benachbarten Hotels auch ein dringend benötigtes Angebot zur Verfügung gestellt.

Das Konzept ist klar: Die Studenten plus die Projektmitarbeiter oder andere Gäste mit längeren Aufenthalten werden einen Teil der freien Zeit im neu gestalteten, öffentlichen Raum rund um den Hauptbahnhof verbringen. Das macht das neu entstehende Areal attraktiv, lockt andere Gruppen an und trägt entscheidend zur Belebung des Standorts bei. Somit wird in Düsseldorf der richtige Mix an Immobilien und Menschen verwirklicht. Mit Hilfe der Immobilienentwicklung der GBI AG gelingt die Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung eines bislang eher stiefmütterlich behandelten Stadtquartiers.

Die Autoren
Reiner Nittka
Vorstandssprecher
GBI AG
Clemens Jung
Prokurist
GBI AG