15.09.2016
Johannes Haas

Konversion – Kooperation – Konfrontation

Nicht Maximierung, sondern Optimierung steht im Vordergrund

Verlassen US-Streitkräfte eine Stadt, wirft dies Fragen auf: Wie können die Einnahmenausfälle kompensiert werden? Was soll aus den Liegenschaften werden? Wie klappt die Vernetzung mit dem Rest der Stadt?

Aus der Tat­sa­che, dass der schnel­le Ab­zug der rund 10.000 US-Ame­ri­ka­ner fi­nan­zi­ell für die Stadt Hei­del­berg ein schwe­rer Schlag war, mach­te Bür­ger­meis­ter Hans-Jür­gen Heiß kei­nen Hehl. Doch schnell sei er­kannt wor­den, welch gro­ßes städ­te­bau­li­ches Po­ten­zi­al in den fünf Kon­ver­si­ons­flä­chen mit ei­ner Ge­samt­flä­che von et­wa 180 ha steckt. Denn die Stu­den­ten­stadt wächst und braucht zu­sätz­li­chen be­zahl­ba­ren Wohnraum.

Ko­ope­ra­ti­ves Han­deln zwi­schen Kom­mu­ne und BI­mA, Kom­mu­ne und Pri­vat­wirt­schaft so­wie Kom­mu­ne und Bür­ger sind Vor­aus­set­zung da­für, dass Kon­ver­si­ons­pro­jek­te ge­lin­gen. Jörg Mu­si­al (Spar­ten­lei­ter Ver­kauf der BI­mA) äu­ßer­te sich po­si­tiv zu Hei­del­berg und Mann­heim. Hier sei­en Pro­zes­se ge­schaf­fen wor­den, die her­vor­ra­gend funk­tio­nier­ten. Die Grün­dung von Kon­ver­si­ons­ge­sell­schaf­ten so­wie die in­ten­si­ve Ein­be­zie­hung der Bür­ger im „Dia­lo­gi­schen Pla­nungs­pro­zess“ tru­gen zum Er­folg bei. Es sei er­staun­lich, welch tol­le Ide­en Im Bür­ger­dia­log ent­stün­den, schwärm­te Joa­chim Hahn, Lei­ter des Amts für Stadt­ent­wick­lung und Sta­tis­tik. Kon­ver­sio­nen sei­en nun mal ein ge­sell­schaft­li­ches Thema.

Man muss sich im­mer die ge­sam­te Stadt an­schau­en: Was passt wo­hin? Wie kön­nen neue Area­le mit dem Rest der Stadt ver­netzt werden?

so Wolf­gang Po­liv­ka, Ge­schäfts­füh­rer der Kon­ver­si­ons­ge­sell­schaft Hei­del­berg mbH. Da­her sei die Ein­be­zie­hung der Bür­ger auch so wichtig.

Am En­de des Ta­ges konn­ten sich die Teil­neh­mer noch vor Ort ein Bild der ehe­ma­li­gen Camp­bell Bar­racks/Mark Twain Vil­la­ge ma­chen. Ma­ri­us Be­cker (Pro­jekt­lei­ter Stadt­ent­wick­lung, NH Pro­jekt­Stadt GmbH) gab span­nen­de Ein­bli­cke in die mi­li­tä­ri­sche Ver­gan­gen­heit so­wie in die künf­ti­ge zi­vi­le Nut­zung des Are­als. Die Ka­ser­ne wur­de 1937 für die Wehr­macht er­rich­tet und am En­de des 2. Welt­krie­ges durch die US-ame­ri­ka­ni­schen Streit­kräf­te über­nom­men. Rund um die­ses Are­al, das als ur­ba­ne Wirt­schafts­flä­che ent­wi­ckelt wird, ent­ste­hen in der an­gren­zen­den Mark Twain Vil­la­ge et­wa 1.300 Wohn­ein­hei­ten mit vie­len Grün­flä­chen und ur­ba­nem Flair.

Ei­nig wa­ren sich al­le dar­in, dass Kon­ver­si­ons­pro­jek­te meist auf­wen­dig und recht kost­spie­lig sei­en, sich am En­de je­doch für Stadt, In­ves­tor und auch die Bür­ger loh­nen. Da­für sei es aber wich­tig, die Bil­dung von „Ghet­tos“ zu ver­hin­dern und ge­misch­te Quar­tie­re mit un­ter­schied­li­chen Nut­zun­gen für al­le Ein­kom­men zu errichten.

 

Der Autor
Bild: Heuer Dialog
Johannes Haas
Projektleiter
Heuer Dialog GmbH