02.09.2016
Johannes Haas
Miriam Karg

Gute Vorzeichen für die Stadt Frankfurt am Main

Mike Josef – Treffen mit dem neuen Planungsdezernenten der Stadt Frankfurt

Seit Juli ist Frankfurts neuer Planungsdezernent Mike Josef im Amt. Wir durften Herrn Josef kürzlich kennenlernen und konnten einiges über ihn und seine Pläne für die Stadt Frankfurt am Main erfahren.

Bild: Heuer Dialog GmbH

Der 33-Jährige SPD-Politiker und Nachfolger von Olaf Cunitz empfing uns in seinem Büro – ohne Krawatte und sehr aufgeschlossen. Mike Josef wirkte auf uns sehr zugänglich, forderte aber gute Argumente ein, um sich überzeugen zu lassen. Wer diese parat hat, so war unser Eindruck, darf auf eine offene und kooperative Zusammenarbeit hoffen. Gute Voraussetzungen also, um in der Stadt etwas zu bewegen.

In dem rund 60-minütigen Gespräch wurde viel über seine Pläne für Frankfurt am Main gesprochen. Auch hier zeigte er sich offen, aber mit klaren Visionen für die Entwicklung der Stadt. Die wichtigsten Antworten haben wir im Folgenden für Sie aufbereitet:


Herr Josef, Sie sind noch ganz frisch im Amt. Wie waren die ersten Wochen für Sie?

Die ersten Wochen waren angesichts der vielen Projekte, die wir hier in Frankfurt haben, sehr eindrucksvoll. Die ersten Wochen haben mir auch noch einmal deutlich gemacht, wie viel Arbeit in den nächsten Jahren auf mich zukommen wird. Das wird aber, glaube ich, sehr interessant und spannend. Darauf freue ich mich.


Was sind die drei wichtigsten Ziele in Ihrer Amtszeit, die Sie unbedingt erreichen möchten?

Was die wichtigsten Ziele meiner Amtszeit sein werden, kann man generell in der Frage zusammenfassen: Wie gestalten wir das Wachstum der Stadt für die nächsten Jahre? Dafür brauchen wir eine integrative Planung, die alle Lebensbereiche der Menschen abdeckt. Das geht von der Kultur über die Verkehrsinfrastruktur bis zur Schaffung von Wohnraum in allen Bereichen. Bezahlbar, angemessen und ausreichend.


Bietet Frankfurt denn aus Ihrer Sicht neben dem benötigten Wohnraum auch noch ausreichend Platz für Gewerbe- und Büroflächen?

Wir haben momentan durchaus noch Potenziale, die wir nutzen können. Für Gewerbeflächen beispielsweise in unseren Industrieparks. Ähnlich ist es bei den Büroflächen, für die wir über den Hochhausrahmenplan durchaus noch Standorte vorsehen, die bislang noch nicht genutzt wurden – auch wenn wir das jetzt nach und nach ausschöpfen. Wir haben in Frankfurt auch einen riesigen Leerstand an Büroflächen und somit noch große Potenziale. Für beides gilt aber langfristig, dass wir uns umschauen müssen, wo zukünftig und perspektivisch Büroflächen entstehen können. Das gilt für Büro- und Gewerbeflächen. Aber mittelfristig haben wir durchaus Potenziale, die wir noch ausschöpfen können.


Werden Sie für den Wohnungsbau denn auch Tabus brechen?

‚Tabus‘ ist immer so ein kräftiger Ausdruck. Ich würde sagen, dass ich schon vorhabe, das Leitbild der Innenentwicklung, das in den letzten Jahren in der Stadtplanung geprägt wurde, durchaus dahingehend auch aufzubrechen, dass wir neben Konversionsflächen, neben der behutsamen Nachverdichtung auch die Außenentwicklung brauchen. Das liegt im Übrigen auch in der guten Frankfurter Tradition der Stadtentwicklung. Frankfurt hat sich immer auch durch neue Wohngebiete entwickelt. Neue Stadtteile sind entstanden. Und ich glaube das brauchen wir, um die Wohnungsnot zu bekämpfen. Deswegen brauchen wir die Innen-, aber eben auch die Außenentwicklung in der Frage Stadtplanung und Stadtentwicklung. Diesen Weg will ich gehen.


Dass Mike Josef auch spontan ist, zeigte er prompt. Machen Sie sich einen Eindruck vom neuen Planungsdezernenten der Stadt Frankfurt am Main im Video.

Heuer Dialog bedankt sich bei Planungsdezernent Mike Josef für das Kennenlernen. Wir freuen uns auf zahlreiche weitere Gespräche und den intensiven Austausch mit der regionalen Immobilienwirtschaft.

 

Interview: Miriam Karg / Text und Video: Johannes Haas

 

Die Autoren
Johannes Haas
Projektleiter
Heuer Dialog GmbH
Miriam Karg
Projektleiterin
Heuer Dialog