10.07.2016
Robert-Christian Gierth

Neueste Entwicklungen in Berlin

Die Wellenbewegung auf dem boomenden Berliner Bürovermietungsmarkt

Auf dem Berliner Bürovermietungsmarkt ist nach Ablauf des ersten Halbjahres weiterhin eine enorme Dynamik und keinerlei Abschwächung zu erkennen.

In den ers­ten 6 Mo­na­ten 2016 wur­den rund 350.000 m² Bü­ro­flä­che neu ver­mie­tet bzw. ab­sor­biert. So­mit wur­de das Er­geb­nis des Vor­jah­res noch ein­mal über­trof­fen. Ein er­heb­li­cher Teil der neu ver­mie­te­ten Flä­chen sind Miet­ver­trags­ab­schlüs­se in Neu­bau­pro­jek­ten, die erst er­stellt werden.

Der Leer­stand ist im Vor­jah­res­ver­gleich von ca. 4,3 % auf ca. 3,3 % ge­sun­ken und ver­füg­ba­re Bü­ro­flä­chen sind wei­ter­hin rar ge­sät. Die Wel­len­be­we­gung am Bü­ro­markt in Ber­lin be­gann be­reits An­fang 2015 und hält auch im Jah­res­ver­lauf 2016 wei­ter an. Ein Groß­teil der Un­ter­neh­men, die neue Bü­ro­flä­chen su­chen bzw. sich er­wei­tern möch­ten, wür­den sich gern in den Top­la­gen im Zen­trum der Ci­ty Ost bzw. der Ci­ty West an­sie­deln. Hier sind ei­ner­seits auch im klein­tei­li­gen Seg­ment kaum noch Flä­chen ver­füg­bar, an­de­rer­seits hat sich der Miet­preis auf­grund der gro­ßen Nach­fra­ge und dem ge­rin­gen An­ge­bot dras­tisch er­höht. So wur­den noch vor zwei Jah­ren in Be­rei­chen um den Ha­cke­schen Markt und dem Alex­an­der­platz Miet­prei­se von ca. € 15,00 – 18,00/ m² net­to­kalt er­zielt. Da­ge­gen be­wegt sich der Miet­preis ak­tu­ell bei € 18,00 – 23,00 / m² net­to­kalt. Die Miet­preis­er­hö­hun­gen ha­ben ei­ne Ver­la­ge­rung in die an­gren­zen­den Ci­ty- und pe­ri­phe­ren La­gen zur Folge.

So ha­ben sich Un­ter­neh­men, die mög­li­cher­wei­se den ho­hen Miet­preis nicht zah­len kön­nen oder wol­len, für ei­ne an­de­re La­ge ent­schie­den und sind bei­spiels­wei­se nach Lich­ten­berg oder Neu­kölln ge­zo­gen, wo in Be­stands­ge­bäu­den Mie­ten von € 12,50 – 15,00 / m² net­to­kalt ge­zahlt wer­den. Die­se Be­stands­ob­jek­te ver­fü­gen über ei­ne so­li­de, ad­äqua­te Aus­stat­tung und ei­ne in­tak­te In­fra­struk­tur. Die­se Er­kennt­nis wird in­zwi­schen zu­neh­mend von Ei­gen­tü­mern und Pro­jekt­ent­wick­lern er­kannt und ge­nutzt, um in ver­gleich­ba­ren La­gen Ge­bäu­de auf­zu­ar­bei­ten, um Sie an Bü­ro­nut­zer zu vermieten.

Die­se Art Ver­än­de­rung ist über das ge­sam­te Ber­li­ner Stadt­ge­biet hin­weg zu er­ken­nen. Da­her spricht man von ei­ner Wel­len­be­we­gung, wel­che sich durch die Stadt be­wegt. Im Ge­gen­satz zum Markt, wel­cher nur ei­ne Rich­tung der Be­we­gung kennt: nach oben. Ei­ne an­de­re ist nicht absehbar.

er­läu­tert Ro­bert-Chris­ti­an Gierth, Ge­schäfts­füh­ren­der Gesellschafter.

Der Autor
Bild: Robert-Christian Gierth
Robert-Christian Gierth
Geschäftsführender Gesellschafter
Colliers International Berlin