22.01.2016
Petra Höfels

Immobilien-Dialog Köln am 21. Januar 2016

Köln ist ein „MUST HAVE“

Motiviert ist man in Köln – und „die Stadt ist auf Zukunft programmiert“, so die Aussichten von Ute Berg, Dezernentin für Wirtschaft und Liegenschaften in ihrer Eröffnungsrede zum Immobilien-Dialog Köln.

Bild: Heu­er Dia­log GmbH

Aber die Her­aus­for­de­run­gen sind auch nicht oh­ne – sieht doch die Be­völ­ke­rungs­pro­gno­se für 2030 ei­nen Zu­wachs von ca. 200.000 Ein­woh­nern vor­aus. „Das ist der Um­fang ei­ner gan­zen Stadt“, wie Bau­de­zer­nent Franz-Jo­sef Höing zu be­den­ken gab. Und die­ser Zu­zug er­for­dert auch ei­ne Zu­nah­me an Ar­beits­plät­zen, die in mo­der­nen Me­tro­po­len in­ner­halb der Stadt ge­sucht wer­den. Al­lein – es fehlt an Flächen.

Ein Lö­sungs­an­satz liegt in der Nach­ver­dich­tung, das hat Prof. Dr. Gui­do Spars in ei­ner Stu­die in drei Köl­ner Stadt­vier­teln un­ter­sucht. Um das Po­ten­zi­al der in die­ser Un­ter­su­chung her­aus­ge­ar­bei­te­ten Ide­en zu un­ter­strei­chen, mach­te er deut­lich, dass es sich nicht nur im Ide­en han­delt, son­dern hier auch wirt­schaft­li­cher Er­trag zu er­war­ten ist – nicht zu­letzt weil bei Auf­sto­ckung und An­bau der Grund­stücks­preis be­reits ge­zahlt ist.

Ein wei­te­rer oft zi­tier­ter Lö­sungs­an­satz ist die Ent­wick­lung von „ge­misch­ten Quar­tie­ren“. Neue Stadt­tei­le oder In­nen­stadt­ent­wick­lun­gen müs­sen heu­te ei­ne Durch­mi­schung bie­ten – ne­ben Woh­nen auch (Bü­ro-)Ar­beits­plät­ze, so­wie Nah­ver­sor­gung und In­fra­struk­tur, wie Ki­tas oder Schu­len und der ur­ba­ne Raum muss Grün­flä­chen oder Auf­ent­halts­qua­li­tät bieten.

Denn die Ci­toy­ens von mor­gen su­chen Er­ho­lung in der Ci­ty, vor ih­rer Haus­tür und plä­die­ren für die „Stadt der kur­zen We­ge“. So wur­de mehr­fach der Wunsch ge­äu­ßert, die Stell­platz­ver­ord­nung zu über­den­ken und ggf. aus­zu­set­zen, ein An­satz, den Mi­che­al von der Müh­len, Staats­se­kre­tär im Mi­nis­te­ri­um für Bau­en, Woh­nen, Stadt­ent­wick­lung und Ver­kehr NRW auf­ge­nom­men und im­mer­hin als über­den­kens­wert ein­ge­stuft hat.

Denn die neue Ziel­grup­pe an Mie­tern und Nut­zern, die nicht zu­letzt neue Wohn­for­men – et­wa Mi­cro-Apart­ments – an­steu­ert, legt mehr Wert auf das neu­es­te Ta­blett und Smart­pho­ne als auf ein Au­to. So sind in den Apps, die heu­te zu den Apart­ments der I Live Grup­pe an­ge­bo­ten wer­den, Car-Sharing-An­ge­bo­te di­rekt ent­hal­ten. Und Chris­toph Grö­ner von der CG Grup­pe wuss­te so­gar zu be­rich­ten, dass er in Ber­lin bei ei­nem Pro­jekt jetzt erst­mals pro Woh­nung zwei Fahr­rad­stell­plät­ze zu­sa­gen muss – und ver­wies di­rekt auf den nächs­ten Un­fug, denn „wer hat bit­te bei ei­ner 30m²-Woh­nung zwei Fährräder?“

Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Da die „Köl­sche See­le“ grund­sätz­lich po­si­tiv ein­ge­stellt ist, sieht man in den Her­aus­for­de­run­gen vor al­lem Chan­cen. Denn die Nach­fra­ge ist hoch und das wirkt sich auf die Stim­mung der Markt­teil­neh­mer aus. Und so sind nach ei­nem er­folg­rei­chen Ge­schäfts­jahr 2015 die Pro­gno­sen für 2016 rund­weg po­si­tiv. Ob sich dies be­wahr­hei­tet, wer­den wir dann im kom­men­den Jahr beim Im­mo­bi­li­en-Dia­log Köln 2017 analysieren.

 

Die Autorin
Bild: Heuer Dialog
Petra Höfels
Projektleiterin
Heuer Dialog