18.05.2016
Mario C. Bauer

International wachsen, ohne seine Identität zu verlieren

Vapiano – Going abroad without losing your soul

Vapiano verstand sich schon früh als interantionales Konzept und begann seine Expansion früher wie jedes andere Gastro-Unternehmen – im 4. Jahr eröffnete man das erste Vapiano im Ausland (2006 in Wien).

Ei­ne in­ter­ne Stu­die zeigt, dass an­de­re be­kann­te Mar­ken erst deut­lich spä­ter das in­ter­na­tio­na­le Wachs­tum vor­an­ge­trie­ben haben.

Ein star­kes Com­mit­ment zu Fran­chi­sing und in­ter­na­tio­na­len Part­ner­schaf­ten er­mög­lich­te ein schnel­les er­folg­rei­ches Wachs­tum in 27 Län­dern in den ers­ten 10 Jah­ren des Bestehens.

Die Her­aus­for­de­run­gen ei­nes solch schnel­len Wachs­tums in al­le Kon­ti­nen­ten und ver­schie­de­ne Kul­tu­ren ha­ben zur Fol­ge, dass man sein Kon­zept, die Po­si­tio­nie­rung und die DNA der Mar­ke per­ma­nent hin­ter­fra­gen und ver­tei­di­gen muss. „Go­ing ab­road wi­thout lo­sing your soul“ – In­ter­na­tio­nal wach­sen, oh­ne sei­ne Iden­ti­tät zu ver­lie­ren – ist das Man­tra der in­ter­na­tio­na­len Fran­chi­sing und Expansionsabteilung.

Ei­gen­stän­di­ge Un­ter­neh­mer, Fran­chise­part­ner in über 30 Län­dern ver­ant­wort­lich für über 170 Re­stau­rants ha­ben sich zur Mar­ke Va­pia­no und zu den Kern­wer­ten des Un­ter­neh­mens (Kom­pro­miss­lo­se Fri­sche & in­di­vi­du­el­le Zu­be­rei­tung für je­den ein­zel­nen Gast) so­wie zur Un­ter­neh­mens­vi­si­on „All we do, we do with Love to re­fresh your life“ be­kannt. Doch un­ter­schied­li­che Kul­tu­ren und Es­sens­ge­wohn­hei­ten ver­lan­gen von ei­nem in­ter­na­tio­na­len Sys­tem ei­ne ge­wis­se Fle­xi­bi­li­tät – und das nicht zur in den Ge­schmacks­rich­tun­gen und Schär­fe­gra­den di­ver­se­re Sau­cen und Zu­ta­ten son­dern auch im De­sign ein­zel­ner Re­stau­rant­be­rei­che. So ver­langt zum Bei­spiel die chi­ne­si­sche Kul­tur ein „sharing“ des Es­sens – al­le Spei­sen wer­den ge­mein­sam ge­ges­sen und ge­teilt – dies hat zur Fol­ge, dass Va­pia­no für die­sen Markt ei­gens Ti­sche ent­wi­ckeln muss­te. Im Na­hen Os­ten hin­ge­ge­gen ge­bie­tet die Kul­tur, dass Män­ner und Frau­en nicht ge­mein­sam an ei­nem Tisch sit­zen möch­ten, was wie­der­um ein an­de­res Tisch­mö­bel verlangt.

Va­pia­no hat ge­lernt mit die­sen und an­de­ren Her­aus­for­de­run­gen schon früh­zei­tig um­zu­ge­hen. Das Kon­zept an den rich­ti­gen Stel­len zu ad­ap­tie­ren oh­ne die See­le, die DNA des Kon­zepts in Fra­ge zu stellen.

In sei­ner Rol­le als In­no­va­tor und „Dis­rup­tor“ des Fast Ca­su­al Seg­ment hat Va­pia­no vor über 13 Jah­ren ent­schei­den­de Ak­zen­te für die In­dus­trie ge­setzt, die mitt­ler­wei­le zum Stan­dard ge­hö­ren: So war Va­pia­no ei­nes der ers­ten Un­ter­neh­men, wel­ches durch­gän­gig auf fri­sche Zu­be­rei­tung vor den Au­gen des Gas­tes und die in­vi­du­el­len Koch­pro­zes­se und In­ter­ak­ti­on zwi­schen Koch und Gast (oh­ne Not­wen­dig­keit ei­nes typ­si­chen Kell­ner) ge­setzt hat. Das hoch­wer­ti­ge, kos­mo­po­lit­sche De­sign von Mat­theo Thun so­wie die Groß­zü­gig­keit der Re­stau­rants mit groß­teils ho­hen Com­mu­nal Ta­bles war bahn­bre­chend und der Oli­ven­baum als Iko­ne des me­di­te­ra­nen Le­bens­ge­fühl ist und bleibt der Mit­tel­punkt je­des Va­pia­nos. Das Chip­kar­ten­sys­tem so­wie die In­te­gra­ti­on ei­ner Bar & Lounge in das Re­stau­rant wa­ren wei­te­re Innovation.

Va­pia­no steht auch wei­ter­hin für In­no­va­ti­on und hat schon früh­zei­tig auf neue Trends (ve­ga­ne & glu­ten­freie Spei­sen, GOP zer­ti­fi­zier­te Shrimps, etc.) re­agiert und setzt mit der neu­en APP und di­ver­sen in­ter­ak­ti­ven Tools für Stamm­gäs­te auf ei­ne neue Art der „Guest Experience“.

Ne­ben den Kern­märk­ten Deutsch­land, Ös­ter­reich und UK setzt Va­pia­no die­ses Jahr ver­stärkt auf Er­öff­nun­gen in Frank­reich, wo man ge­mein­sam mit ei­nem Joint Ven­ture Part­ner Flagship Va­pia­nos an der Champs-Élysées und in Eu­ro Dis­ney er­öff­nen wird und so­mit mit knapp 15 Re­stau­rants bis Jah­res­en­de und ho­hen er­war­ten­den Gäs­te­zah­len zum zweit­stärks­ten Markt hin­ter dem „Mut­ter­schiff“ Deutsch­land wächst.

Va­pia­no hält auch wei­ter­hin das stram­me in­ter­na­tio­na­le Wachs­tums­tem­po auf­recht und er­öff­net in den nächs­ten 12-18 Mo­na­ten neue Län­der­märk­te in Ko­lum­bi­en (Bo­go­to), Tsche­chi­en (Prag), Bel­gi­en (Brüs­sel) so­wie Abu Dha­bi. Für Spa­ni­en, Ka­na­da so­wie Ja­pan und Süd-Ost Asi­en sucht man noch Partner.

Der Autor
Bild: Mario C. Bauer
Mario C. Bauer
Member of the Executive Board
Vapiano AG