17.05.2016
Nils Fischer

Der Paketmarkt wächst...

Wo es ganz eng wird: Smarte Logistiklösungen für die Innenstädte

Der Paketmarkt wächst: Laut der KEP-Studie 2015 wurden 2014 in Deutschland 2,8 Milliarden Sendungen verschickt – das entspricht einem Wachstum von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Grund für die­sen An­stieg ist das sich wan­deln­de Ver­hal­ten der Ver­brau­cher durch E-Com­mer­ce und Mo­bi­le Shop­ping. Zu­gleich er­for­dert der Ver­hal­tens­wan­del neue, be­que­me und kos­ten­ef­fi­zi­en­te Zu­stell­ser­vices: Wer heu­te be­stellt, möch­te im­mer häu­fi­ger auch am sel­ben Tag sei­ne Sen­dung in Emp­fang nehmen.

Ei­nen Blu­men­strauß spon­tan als Über­ra­schung an die Frau sen­den, beim Shop­ping kei­ne Tü­ten mehr schlep­pen, spon­tan ein neu­es Out­fit für den Abend on­line kau­fen, Re­tou­r­en­sen­dun­gen zu Hau­se ab­ho­len las­sen und nie mehr ei­ne Lie­fe­rung ver­pas­sen – so se­hen die Kun­den­wün­sche heu­te aus. Neue, zu­kunfts­wei­sen­de Lo­gis­tik­kon­zep­te sind ge­fragt – et­wa die tag­g­lei­che Aus­lie­fe­rung (Sa­me Day Delivery).

Sa­me Day De­li­very ist ein lo­gis­ti­sches Meis­ter­werk, denn die Her­aus­for­de­run­gen in­ner­halb der Sup­p­ly Chain sind groß – be­son­ders auf der so­ge­nann­ten „letz­ten Mei­le“: Da­mit ist der letz­te Ab­schnitt ei­nes Lo­gis­tik­pro­zes­ses ge­meint: Trans­port und Über­ga­be an den Emp­fän­ger, zur rich­ti­gen Zeit, am rich­ti­gen Ort. Ge­nau dort ent­ste­hen die höchs­ten Kos­ten und da­her müs­sen ef­fi­zi­en­te Pro­zes­se her, die ge­stü­ckel­te Wa­rensen­dun­gen so bün­deln, dass die Fah­rer kur­ze, schnel­le und ef­fi­zi­en­te Tou­ren in die Zu­stell­ge­bie­te fahren.

Hür­den auf der „letz­ten Meile“

Für klas­si­sche Pa­ket­dienst­leis­ter ist vor al­lem die Fra­ge, ob der Kun­de zu Hau­se ist, die gro­ße Un­be­kann­te bei je­der Aus­lie­fe­rung. Steht der Zu­stel­ler vor ver­schlos­se­ner Tür und muss die Zu­stel­lung wie­der­holt wer­den, stei­gen die Kos­ten und auch der Emp­fän­ger ist sel­ten zufrieden.

Wer sich für Sa­me Day De­li­very ent­schei­det, tut dies be­wusst und wählt ei­nen Wunsch­ter­min oder die so­for­ti­ge Lie­fe­rung in ei­nem Zeit­raum von bis zu 90 Mi­nu­ten, da­her ist die tag­g­lei­che Lie­fe­rung das Mit­tel schlecht­hin auf dem Weg zu ei­ner hun­dert­pro­zen­ti­gen Zu­stel­lungs­quo­te beim ers­ten Ver­such. Die Haupt­her­aus­for­de­rung liegt nicht dar­in Ver­brau­cher an die­sen An­satz zu ge­wöh­nen (denn un­be­wusst wün­schen sie ihn sich schon lan­ge), son­dern ihn wirt­schaft­lich für bei­de Sei­ten sinn­voll zu ge­stal­ten. Stich­wort Plan­bar­keit und öko­no­mi­sche Tou­ren­pla­nung. Auf­grund kurz­fris­ti­ger Auf­trags­ein­gän­ge im Be­reich Sa­me Day De­li­very muss fle­xi­bel ge­ar­bei­tet wer­den. Es be­darf aus­ge­feil­ter Soft­ware, die ei­ne op­ti­ma­le Rou­ten­pla­nung für die Fah­rer er­mög­licht, um Zeit und Res­sour­cen best­mög­lich auszunutzen.

Sa­me Day De­li­very er­for­dert Um­den­ken und Agilität

Der Be­reich Sa­me Day De­li­very lebt von ei­ner dy­na­mi­schen Lo­gis­tik, stän­dig kom­men Auf­trä­ge rein, die in die Rou­ten­pla­nung der ein­zel­nen Fah­rer auf­ge­nom­men wer­den müs­sen. Nur mit Hil­fe tech­no­lo­gi­scher Un­ter­stüt­zung kann ge­währ­leis­tet wer­den, dass die Auf­trä­ge je­weils dem Fah­rer zu­ge­ord­net wer­den, der in der Nä­he ist und den neu­en Auf­trag mit an­de­ren ver­knüp­fen kann, um Zeit und We­ge zu sparen.

Auch die Fra­ge der Do­ku­men­ta­ti­on der Lie­fe­rung muss ge­klärt sein – wo un­ter­schreibt der Emp­fän­ger, wo kann der Fah­rer an­ge­ben, dass die Zu­stel­lung er­folg­reich war? Ei­ne smar­te, ef­fi­zi­en­te Lö­sung ist bei­spiels­wei­se ei­ne App, mit der die Fah­rer stän­dig auf die ak­tu­el­le Rou­ten­pla­nung zu­grei­fen und In­for­ma­tio­nen zur Sen­dung er­fas­sen: Der Fah­rer weiß per Klick, wel­che Sen­dung er als nächs­tes aus­lie­fern muss und wie er We­ge op­ti­mal mit­ein­an­der verbindet.

Trotz aus­ge­feil­ter Tech­no­lo­gie kommt es na­tür­lich zu ei­nem gro­ßen Teil auch auf die Per­sön­lich­keit und in­di­vi­du­el­len Kennt­nis­se der Fah­rer an – ge­ra­de in gro­ßen Städ­ten wie Ber­lin, Frank­furt, Köln oder Mün­chen ist es trotz tech­no­lo­gi­scher Un­ter­stüt­zung hilf­reich, die  Lie­fer­ge­bie­te ge­nau zu ken­nen und zu wis­sen, wo Schleich­we­ge sind, um die Rush Hour zu um­fah­ren. Im di­rek­ten Kon­takt mit dem Emp­fän­ger ist zu­dem Per­sön­lich­keit gefragt.

In­no­va­ti­on und Er­fah­rung ge­hen Hand in Hand

Um nicht nur auf der letz­ten Mei­le, son­dern im ge­sam­ten Lo­gis­tik­pro­zess mit gu­tem Ser­vice, Ef­fi­zi­enz und nied­ri­gen Kos­ten zu punk­ten, müs­sen die Tech­no­lo­gi­en ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Da­zu braucht es in­no­va­ti­ve Köp­fe, die kurz­fris­tig auf neue An­for­de­run­gen von Ver­brau­chern und Händ­lern re­agie­ren und neue Pro­duk­te und Ser­vices schnell in nach­hal­ti­ger Wei­se um­set­zen. Aber man soll­te nicht ver­ges­sen, dass in ei­nem so kom­ple­xen Be­reich wie der Lo­gis­tik auch ei­ne Men­ge Er­fah­rung not­wen­dig ist, da­mit die Lö­sun­gen nicht nur tech­no­lo­gie­ge­stützt son­dern auch pra­xis­taug­lich sind  und sich op­ti­mal an die Be­dürf­nis­se der Händ­ler und Kun­den anpassen.

Wie die Her­aus­for­de­run­gen an die Lo­gis­tik in Zei­ten des E-Com­mer­ce und des Mo­bi­le Shop­pings ge­meis­tert wer­den, wird Nils Fi­scher auf dem 5. Deut­schen Lo­gis­ti­k­im­mo­bi­li­en-Kon­gress 2016 in Leip­zig er­läu­tern. Er schöpft aus rund zehn Jah­ren Er­fah­rung im Be­reich Lo­gis­tik und weiß zu­gleich als Mit­grün­der und Ge­schäfts­füh­rer des noch jun­gen Un­ter­neh­mens Lie­fe­ry, wie man ei­nen Nähr­bo­den schafft, auf dem tech­no­lo­gi­sche In­no­va­tio­nen wach­sen und gedeihen.

Der Autor
Bild: Nils Fischer
Nils Fischer
Geschäftsführer und Co-Founder
LieferFactory GmbH