04.04.2016
Thomas Steinmüller

Die Idee des Hyperloop

Bedeutung des Hyperloop für den Immobilienbereich

Die Idee des Hyperloop wurde von Elon Musk entwickelt, der schon mit Tesla (Elektroautos) und SpaceX (wiederverwendbare Raketen) scheinbare Utopien in die Verwirklichung gebracht hat.

Ver­ein­facht dar­ge­stellt ist Hy­per­loop ein Rohr­post-Sys­tem, in dem mit sehr ho­her Ge­schwin­dig­keit Hy­per­loop-Kap­seln so­wohl für den Per­so­nen- als auch für den Gü­ter­trans­port be­för­dert wer­den. Auf­grund der ho­hen Ge­schwin­dig­kei­ten von bis zu 1.200 km/h schmel­zen Di­stan­zen – die Stre­cke Ber­lin-Köln mit ei­ner Ent­fer­nung von 600 km wür­de in ei­ner Zeit­span­ne von ei­ner hal­ben Stun­de über­brück­bar sein – für heu­ti­ge Ver­hält­nis­se un­vor­stell­bar, selbst für den gleich­wohl ne­ben­zei­ten­in­ten­si­ven Flug­ver­kehr. Vor­aus­set­zun­gen für die­ses Sys­tem sind ei­ner­seits die Be­ant­wor­tung der tech­no­lo­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen so­wie die In­stal­la­ti­on der er­for­der­li­chen Infrastrukturen.

Ana­log zur Ent­wick­lung der Ei­sen­bahn, die im 19. Jahr­hun­dert die Ent­fer­nungs­über­brü­ckung dra­ma­tisch be­schleu­nig­te und gleich­zei­tig die in­dus­tri­el­le Re­vo­lu­ti­on durch die In­fra­struk­tu­r­er­stel­lung und die Nach­fra­ge nach Fahr­zeu­gen be­feu­er­te, ist das Hy­per­loop-Sys­tem die nächs­te Evo­lu­ti­ons­stu­fe im 21. Jahr­hun­dert mit ähn­li­chem Po­ten­ti­al - auch hier ist die Er­stel­lung ei­nes neu­en Net­zes er­for­der­lich.Wie da­mals schon bei der Ei­sen­bahn – aber auch in neue­ren Zei­ten beim Trans­ra­pid – ist na­tür­lich mit er­heb­li­chen Pro­tes­ten der be­stehen­den An­bie­ter – heu­te sind dies Flug­zeug, Bahn, Bus – zu rech­nen und auch die in­fra­struk­tu­rel­len Hin­der­nis­se wer­den ei­ne Aus­brei­tung bei uns be­hin­dern. Gleich­wohl wird es Re­gio­nen auf die­ser Welt ge­ben – et­wa die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te oder ganz ak­tu­ell die Slo­wa­kei – die die­se Tech­no­lo­gie zum Ein­satz brin­gen werden.

Es gilt zu über­le­gen, ob es nicht rich­tungs­wei­sen­der wä­re, die­se Ent­wick­lung ak­tiv mit­zu­be­glei­ten, für den Stand­ort Deutsch­land ei­ne Nach­hal­tig­keit zu si­chern, ein Ex­port­pro­dukt zu ge­ne­rie­ren und aus en­er­ge­ti­scher Sicht ei­ne CO2-neu­tra­le Trans­port­va­ri­an­te vorzuhalten.

Was kann der Hy­per­loop nun im Im­mo­bi­li­en­be­reich bewirken?

Als al­ler­ers­tes wer­den Sup­ra­struk­tu­ren wie Hy­per­loop-Ports ent­ste­hen müs­sen, die ei­ne Ver­bin­dung zu an­de­ren Ver­kehrs­trä­gern her­stel­len oder aber ein Um­feld be­reit­stel­len, in dem die Per­so­nen oder Gü­ter ihr fi­na­les Ziel ei­nes Trans­por­tes er­reicht ha­ben, et­wa Woh­nun­gen, Bü­ros oder Ho­tels, aber eben auch gü­ter­be­zo­ge­ne Im­mo­bi­li­en wie Han­del und Logistik.

Par­al­lel da­zu müs­sen die In­fra­struk­tu­ren der Fahr­we­ge er­stellt wer­den. Die i.d.R. auf­ge­stän­der­te Bau­wei­se der Röh­ren hat ei­nen re­la­tiv ge­rin­gen Land­be­darf, aber die Land­we­ge müs­sen na­tür­lich re­la­tiv lan­ge Ge­ra­den und we­ni­ge Kur­ven ent­hal­ten. Hier ist ei­ne Um­set­zung mit er­heb­li­chen Schwie­rig­kei­ten ver­bun­den, so­fern es kei­ne Un­ter­stüt­zung sei­tens staat­li­cher Stel­len gibt.

Vor­aus­ge­setzt ei­ner be­stehen­den oder si­cher ge­plan­ten In­fra­struk­tur kön­nen sich die Sup­ra­struk­tu­ren ent­wi­ckeln. Hier er­ge­ben sich Po­ten­tia­le für Im­mo­bi­li­en­stand­or­te, die heu­te eher ein Stief­müt­ter­chen­da­sein füh­ren, u.a. weil ih­nen In­fra­struk­tu­ren wie Flug­hä­fen, Hä­fen, Bahn­hö­fe oder die ei­ne leis­tungs­fä­hi­ge Stra­ßen­an­bin­dung fehlen.

Vie­le Stand­or­te in ab­ge­le­ge­nen Ge­bie­ten kön­nen auf­grund der kur­zen Rei­se- bzw. Trans­port­zei­ten ei­ne Al­ter­na­ti­ve zu den über­las­te­ten und da­mit teu­ren Bal­lungs­räu­men wer­den, so sie denn ei­nen Hy­per­loop-Port-An­schluss vorweisen.

Ana­log zur Ent­wick­lung der Ei­sen­bahn wer­den er­heb­li­che wirt­schaft­li­che Ef­fek­te für Bau­maß­nah­men nicht nur der klas­si­schen Im­mo­bi­li­en ent­ste­hen, son­dern auch für die Pro­duk­ti­on und In­stand­hal­tung der er­for­der­li­chen Su­pra- und In­fra­struk­tu­ren so­wie der Hyperloop-Kapseln.

Wei­te­re Ef­fek­te er­ge­ben sich durch die rei­ne Be­schleu­ni­gung des Trans­por­tes von Per­so­nen und Gü­tern. Für den Ho­tel­be­reich be­deu­tet dies, dass die Über­nach­tun­gen rück­läu­fig sein wer­den, weil bei­spiels­wei­se ei­ne Ge­schäfts­rei­se in­ner­halb ei­nes Ta­ges ab­ge­wi­ckelt wer­den kann, auch ent­fal­len Über­nach­tun­gen als Zwi­schen­stopps für bis­her mehr­tä­gi­ge Rei­sen. Für den Lo­gis­tik­be­reich gel­ten ähn­li­che Überlegungen.

Auf­grund der grund­le­gen­den Ver­än­de­run­gen in der Mo­bi­li­tät, die durch wei­te­re ak­tu­ell be­reits statt­fin­den­de Pro­zes­se wie Car­sha­ring, ver­stärk­te Nut­zung des Fahr­ra­des und des ÖPNV so­wie die Ent­wick­lun­gen des au­to­no­men Fah­rens ge­prägt sind, ist die städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung an­zu­pas­sen. Park­häu­ser und gro­ße Flä­chen für Park­plät­ze ge­hö­ren da­bei eher der Ver­gan­gen­heit an. Die Ein­bin­dung der Hy­per­loop-Ports ist ei­ne wei­te­re Aufgabe.

Die Umsetzung

Das Kon­zept wird u.a. durch die Hy­per­loop Trans­por­ta­ti­on Tech­no­lo­gy aus den USA um­ge­setzt, die­se Ge­sell­schaft will be­reits 2016 ei­ne ers­te Test­stre­cke in Qu­ay Val­ley, Ka­li­for­ni­en bau­en. De­ren CEO Dirk Ahl­born wird per­sön­lich im Rah­men des 5. Deut­schen Lo­gis­ti­k­im­mo­bi­li­en-Kon­gres­ses („Lo­gis­tik­wun­der­land Deutsch­land: im­mer schnel­ler zum Kun­den!“) in Leip­zig am 21.6.2016 als Key­note-Spea­ker zum The­ma „Hy­per­loop: the phy­si­cal ver­si­on of the in­ter­net“ aus­führ­lich über das Pro­jekt berichten.

Vor­aus­ge­setzt ei­ner be­stehen­den oder si­cher ge­plan­ten In­fra­struk­tur kön­nen sich die Sup­ra­struk­tu­ren ent­wi­ckeln. Hier er­ge­ben sich Po­ten­tia­le für Im­mo­bi­li­en­stand­or­te, die heu­te eher ein Stief­müt­ter­chen­da­sein füh­ren, u.a. weil ih­nen In­fra­struk­tu­ren wie Flug­hä­fen, Hä­fen, Bahn­hö­fe oder die ei­ne leis­tungs­fä­hi­ge Stra­ßen­an­bin­dung fehlen.

Vie­le Stand­or­te in ab­ge­le­ge­nen Ge­bie­ten kön­nen auf­grund der kur­zen Rei­se- bzw. Trans­port­zei­ten ei­ne Al­ter­na­ti­ve zu den über­las­te­ten und da­mit teu­ren Bal­lungs­räu­men wer­den, so sie denn ei­nen Hy­per­loop-Port-An­schluss vorweisen.

Ana­log zur Ent­wick­lung der Ei­sen­bahn wer­den er­heb­li­che wirt­schaft­li­che Ef­fek­te für Bau­maß­nah­men nicht nur der klas­si­schen Im­mo­bi­li­en ent­ste­hen, son­dern auch für die Pro­duk­ti­on und In­stand­hal­tung der er­for­der­li­chen Su­pra- und In­fra­struk­tu­ren so­wie der Hyperloop-Kapseln.

Wei­te­re Ef­fek­te er­ge­ben sich durch die rei­ne Be­schleu­ni­gung des Trans­por­tes von Per­so­nen und Gü­tern. Für den Ho­tel­be­reich be­deu­tet dies, dass die Über­nach­tun­gen rück­läu­fig sein wer­den, weil bei­spiels­wei­se ei­ne Ge­schäfts­rei­se in­ner­halb ei­nes Ta­ges ab­ge­wi­ckelt wer­den kann, auch ent­fal­len Über­nach­tun­gen als Zwi­schen­stopps für bis­her mehr­tä­gi­ge Rei­sen. Für den Lo­gis­tik­be­reich gel­ten ähn­li­che Überlegungen.

Auf­grund der grund­le­gen­den Ver­än­de­run­gen in der Mo­bi­li­tät, die durch wei­te­re ak­tu­ell be­reits statt­fin­den­de Pro­zes­se wie Car­sha­ring, ver­stärk­te Nut­zung des Fahr­ra­des und des ÖPNV so­wie die Ent­wick­lun­gen des au­to­no­men Fah­rens ge­prägt sind, ist die städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung an­zu­pas­sen. Park­häu­ser und gro­ße Flä­chen für Park­plät­ze ge­hö­ren da­bei eher der Ver­gan­gen­heit an. Die Ein­bin­dung der Hy­per­loop-Ports ist ei­ne wei­te­re Aufgabe.

Die Umsetzung

Das Kon­zept wird u.a. durch die Hy­per­loop Trans­por­ta­ti­on Tech­no­lo­gy aus den USA um­ge­setzt, die­se Ge­sell­schaft will be­reits 2016 ei­ne ers­te Test­stre­cke in Qu­ay Val­ley, Ka­li­for­ni­en bau­en. De­ren CEO Dirk Ahl­born wird per­sön­lich im Rah­men des 5. Deut­schen Lo­gis­ti­k­im­mo­bi­li­en-Kon­gres­ses („Lo­gis­tik­wun­der­land Deutsch­land: im­mer schnel­ler zum Kun­den!“) in Leip­zig am 21.6.2016 als Key­note-Spea­ker zum The­ma „Hy­per­loop: the phy­si­cal ver­si­on of the in­ter­net“ aus­führ­lich über das Pro­jekt berichten.

Der Autor
Bild: Dr. Thomas Steinmüller
Dr. Thomas Steinmüller
Vorstand, Vorsitzender ZIA-Plattform Logistikimmobilien
CapTen AG