18.04.2016
Thomas Roth

Persönliche Ansprache und Lokalkolorit in der Nahversorgung

Nahversorgung neu denken - die neuen Nachbarn

Zurück in die Städte – das ist – nach übereinstimmenden Prognosen zahlreicher demografischer Institute – der Trend für die nächsten Jahre

Bild: PEN­NY-Markt GmbH

Dem­nach ge­hört den wirt­schaft­lich er­folg­rei­chen Bal­lungs­räu­men die Zu­kunft. So geht man bei­spiels­wei­se da­von aus, dass Ham­burg bis zum Jahr 2020 um ca. 2,8 % wach­sen wird und in die­sem Sog auch die an­gren­zen­den Land­krei­se in Schles­wig-Hol­stein und Nie­der­sach­sen ein po­si­ti­ves Be­völ­ke­rungs­wachs­tum auf­wei­sen werden.

Der Woh­nungs­markt in der Me­tro­pol­re­gi­on Ham­burg boomt und das An­ge­bot kann die vor­han­de­ne Nach­fra­ge nach at­trak­ti­vem und be­zahl­ba­rem Wohn­raum noch im­mer nicht decken.

Um die­ser Ent­wick­lung ent­ge­gen­zu­wir­ken ha­ben so­wohl die Freie und Han­se­stadt Ham­burg als auch die Um­land­ge­mein­den be­gon­nen den Woh­nungs­bau mas­siv an­zu­kur­beln. Mit dem Bünd­nis für Woh­nen hat bei­spiels­wei­se die Stadt Ham­burg ei­ne Ver­ein­ba­rung mit Ver­bän­den und wei­te­ren In­sti­tu­tio­nen der Woh­nungs­wirt­schaft ge­schlos­sen, 6.000 neue Woh­nun­gen pro Jahr zu bau­en. Das Pro­gramm ist in vol­lem Gan­ge und im ge­sam­ten Stadt­ge­biet wird sa­niert, auf­ge­stockt und neu ge­baut. Da­mit ein­her geht ei­ne zu­neh­men­de Ver­dich­tung und Ver­än­de­rung der Wohn­quar­tie­re, was zur Fol­ge hat, dass über­prüft wer­den muss, ob die be­ste­hen­de In­fra­struk­tur noch den An­for­de­run­gen ei­ner wach­sen­den und sich ver­än­dern­den Be­völ­ke­rungs­struk­tur genügt.

Doch wie ge­nau ver­än­dert sich die Be­völ­ke­rungs­struk­tur in den nächs­ten Jah­ren und wie sieht der Kon­su­ment von mor­gen aus? „Mehr, Äl­ter und Viel­fäl­ti­ger“ sei er, sagt das „De­mo­gra­fie-Kon­zept Ham­burg 2030“, ei­ne Stu­die im Auf­trag des Ham­bur­ger Se­nats, wel­che sich mit dem de­mo­gra­fi­schen Wan­del in Ham­burg be­fasst. Über­setzt heißt dies, dass in den nächs­ten Jah­ren auch in Ham­burg der An­teil äl­te­rer Men­schen an­steigt, wo­bei gleich­zei­tig mit ei­nem ver­stärk­ten Zu­zug jün­ge­rer Men­schen so­wie ei­nem Zu­zug von Men­schen mit an­de­ren kul­tu­rel­len Hin­ter­grün­den zu rech­nen ist, was dem Trend der Über­al­te­rung ent­ge­gen­wir­ken wird.

Die An­sprü­che die­ser ur­ba­nen Ver­brau­cher an Le­bens­mit­tel sind ei­ner Stu­die der GFK-Kon­sum­for­schung zu­fol­ge deut­lich ge­stie­gen. So spie­len in­zwi­schen bei gut je­dem vier­ten Kon­su­men­ten auch ethi­sche Kri­te­ri­en wie Nach­hal­tig­keit, Re­gio­na­li­tät, fai­rer Han­del oder art­ge­rech­te Tier­hal­tung beim Kauf ei­ne ge­wich­ti­ge Rol­le. Die­se be­wuss­te Kon­su­men­ten­grup­pe gibt im Durch­schnitt pro Haus­halt 16 Pro­zent mehr für Le­bens­mit­tel und Ge­trän­ke aus als die an­de­ren. Die Grup­pe ge­be vor al­lem für fri­sche Wa­ren wie Obst, Ge­mü­se, Mol­ke­rei­pro­duk­te, Brot und Back­wa­ren teil­wei­se er­heb­lich mehr aus als die eher un­be­dach­ten oder vor­ran­gig preis­ori­en­tier­ten Haus­hal­te, sag­te Ro­bert Kecskes, Ma­na­ger Stra­te­gic Cust­o­m­er De­ve­lop­ment bei der GfK. Ein deut­li­cher Trend sei auch, dass Ver­brau­cher we­ni­ger auf Vor­rat ein­kauf­ten, um nicht mehr so vie­le Le­bens­mit­tel weg­zu­wer­fen. Das ga­ben rund 50 Pro­zent der Haus­hal­te in der be­wuss­ten Grup­pe an. Die Ver­brau­cher-Ana­ly­se zeigt auch, dass der Men­gen­ab­satz im Le­bens­mit­tel-Ein­zel­han­del sinkt. Das lie­ge dar­an, dass we­ni­ger zu­hau­se ge­ges­sen wer­de und der Au­ßer-Haus-Kon­sum ent­spre­chend wach­se, so Kecskes. Um­so mehr sieht die Bran­che ver­zehr­fer­ti­ge Con­ve­ni­ence-Pro­duk­te für den ei­li­gen Kon­su­men­ten als wich­ti­ge Um­satz­trei­ber hierzulande.

Mit dem Trend zu mehr Con­ve­ni­ence und mehr Fri­sche so­wie ei­nem sich än­dern­den Kon­su­men­ten­ver­hal­ten, wel­ches nicht mehr auf Be­vor­ra­tung son­dern auf die kon­kret an­ste­hen­de Mahl­zeit oder das spon­ta­ne Be­dürf­nis aus­ge­rich­tet, ist ge­winnt die Er­reich­bar­keit und so­mit die Nä­he zu den Kun­den für die Stand­ort­ent­schei­dung im Le­bens­mit­tel­ein­zel­han­del im­mer mehr an Bedeutung.

Un­ter dem Mot­to "Tür an Tür mit PEN­NY" hat das Un­ter­neh­men im Ok­to­ber 2014 das The­ma Kun­den­nä­he neu de­fi­niert. In ei­nem zu­nächst auf die Han­se­stadt Ham­burg aus­ge­leg­ten Son­der­kon­zept wur­den zahl­rei­che Maß­nah­men um­ge­setzt, die das Selbst­ver­ständ­nis als Nah­ver­sor­ger un­ter­strei­chen. Die Ver­bun­den­heit mit dem je­wei­li­gen Stadt­vier­tel wird nun sym­bo­li­siert durch Na­mens­zu­sät­ze auf den PEN­NY Lo­gos wie "St. Pau­li", "Steilshoop" oder "Kiez". Nord­deut­sche Pro­duk­te ste­hen da­bei be­son­ders im Mit­tel­punkt. Wem das ge­fällt, der kann am neu ge­schaf­fe­nen schwar­zen Brett sein Feed­back ab­ge­ben, Fra­gen zum Markt stel­len oder kos­ten­los in der Ru­brik "Su­che-Bie­te" inserieren.

 Die Märk­te in Ham­burg ha­ben da­durch mehr Lo­kal­ko­lo­rit be­kom­men – und das wün­schen sich im­mer mehr Kun­den. Spe­zi­ell im Hin­blick auf die Sor­ti­men­te wird dies kon­se­quent um­ge­setzt, so dass bei­spiels­wei­se auch lo­ka­le Spe­zia­li­tä­ten in das Sor­ti­ment auf­ge­nom­men wur­den. „Kun­den wol­len im­mer mehr re­gio­na­le Pro­duk­te und das nicht nur im Hin­blick auf de­ren Ur­sprung", sagt Ste­fan Ma­gel, Ge­schäfts­füh­rer Mar­ke­ting und Vertrieb.

So ist in Ham­burg das dich­tes­te PEN­NY-Ver­triebs­netz un­ter den deut­schen Groß­städ­ten ent­stan­den. Und die Zei­chen ste­hen wei­ter auf Wachs­tum – nicht nur in der Han­se­stadt son­dern dar­über hin­aus auch in der Re­gi­on. „Mit un­se­rem Kon­zept bie­ten wir die sprich­wört­li­che Nah­ver­sor­gung - im Dia­log mit den Kun­den in un­se­rer Nä­he.", er­klärt Claus Zie­mann, Re­gi­ons­lei­ter Norderstedt.

Die Ex­pan­si­on zeich­net sich durch fle­xi­ble Mög­lich­kei­ten der Stand­ort­be­le­gung aus. So wer­den Flä­chen ab 400 m² Ver­kaufs­flä­che in hoch­ver­dich­te­ten Wohn­la­gen mie­tet und ent­wi­ckelt bis hin zu 1.000 m² Ver­kaufs­flä­che an Stand­or­ten mit min­des­tens 3.000 Ein­woh­nern im Ker­nein­zugs­ge­biet und 10.000 Ein­woh­nern im Gesamteinzugsgebiet.

Die­se und wei­te­re Pro­jekt­bei­spie­le er­folg­rei­cher Ex­pan­si­on im Be­reich der Nah­ver­sor­ung stellt Ih­nen Tho­mas Roth, Ex­pan­si­ons­lei­ter Re­gi­on Nor­der­stedt, PEN­NY-Markt GmbH, bei un­se­rem Han­dels-Dia­log Ham­burg und Schles­wig-Hol­stein am 24. Mai 2016 in Ham­burg vor.

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Bild: Thomas Roth
Thomas Roth
Expansionsleiter Region Norderstedt
Penny