15.04.2016
Petra Höfels

Auf das Ergebis kommt es an.

Redevelopment ist das Thema der Stunde!

Darin sind sich die Experten beim Fach-Dialog Redevelopment und Refurbishment: Büro- und Gewerbeimmobilien fit für die Zukunft machen! am 14. April 2016 in Köln einig.

Bild: Heu­er Dia­log GmbH

Wenn auch nicht al­le so pro­vo­kant wie der Au­tor Da­ni­el Fur­hop auf­tre­ten und das (neu) Bau­en ganz ver­bie­ten wol­len, liegt es den­noch für die Play­er aus Ver­wal­tung, Pro­jekt­ent­wick­lung und As­set-Ma­nage­ment auf der Hand, dass der be­grenz­te Zu­griff auf freie Flä­chen da­zu füh­ren muss, dass man den Be­stand stär­ker in Au­gen­schein nimmt und auf sei­ne Po­ten­zia­le prüft.

Die äs­the­ti­schen Qua­li­tä­ten des Be­stands wur­den da­bei von Pro­fes­sor Kis­ter mit Bei­spie­len für ge­lun­ge­ne Wie­der­be­le­bung und Auf­wer­tung von Ge­bäu­den wie Quar­tie­ren un­ter­mau­ert. Dass da­bei Neu­bau­pro­jek­te – auch in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zur Ta­gung – nicht so gut weg ge­kom­men sind, sorg­te für Er­hei­te­rung beim Auditorium.

Doch Qua­li­tät ma­ni­fes­tiert sich nicht nur an Äu­ßer­lich­kei­ten – die in­ne­ren Wer­te be­dür­fen eben­so ei­ner Über­prü­fung und Be­ur­tei­lung. Dass es da­bei auch manch­mal zum schwie­ri­gen Um­gang mit Schad­stof­fen kom­men kann und ein Ge­bäu­de­scree­ning bei der Ent­schei­dung für oder ge­gen ei­ne Re­vi­ta­li­sie­rung un­er­läss­lich ist, un­ter­mau­er­te Dr. Key Her­klotz mit zahl­rei­chen Bei­spie­len, die nicht zu­letzt auf die Nach­hal­tig­keit und Zer­ti­fi­zie­rung Ein­fluss ha­ben können.

Und schlie­ß­lich sind auch die ju­ris­ti­schen Fall­stri­cke nicht zu un­ter­schät­zen. So wir­ken sich Än­de­run­gen im Bau­recht auf den Be­stand aus. So konn­te Chris­toph Küas von CBH Rechts­an­wäl­te auf ein Bei­spiel ver­wei­sen, bei dem ein Ge­bäu­de durch ei­ne Re­form der Vor­schrif­ten in der Lan­des­bau­ord­nung zum Hoch­haus zu wer­den droh­te. Es be­darf al­so in der Tat ei­nes ju­ris­ti­schen Pro­jekt­ma­nage­ments, um bei Re­de­ve­lop­ment und Re­vi­ta­li­sie­rung nicht ge­gen Auf­la­gen zu ver­sto­ßen, von de­nen bei Er­stel­lung der Im­mo­bi­li­en noch nicht die Re­de ge­we­sen ist.

Dass sich die Ex­per­ten aber na­he­zu je­der Her­aus­for­de­rung stel­len, wur­de im Pa­nel der In­ves­to­ren und Fi­nan­zie­rer deut­lich. In Zei­ten en­ger Märk­te, die kaum noch neue Ent­wick­lun­gen und ho­he Ren­di­ten zu­las­sen, muss man Mut und lan­gen Atem be­wei­sen. Im rich­ti­gen Mo­ment zu­grei­fen und ei­ne Im­mo­bi­lie auch mal lie­gen las­sen, bis das Po­ten­zi­al ge­reift (und der Preis ge­fei­ert ist), das ist die Er­fah­rung, die Dr. Mar­kus Wie­den­mann von der Art-In­vest GmbH und Ma­thi­as Düs­ter­dick von der GERCH Group be­ob­ach­ten und an­wen­den konn­ten. Ma­thi­as Düs­ter­dick geht so­gar so weit zu sa­gen, dass „die Im­mo­bi­lie mit dem klei­nen Ma­kel, an die sich nicht je­der traut“ für ihn die Her­aus­for­de­rung ist, die man ge­zielt sucht. Oder die Si­cher­heit ei­nes gro­ßen Ein­zel­mie­ters hin­ter sich las­sen und die Ver­trags­fle­xi­bi­li­tät und bes­se­re Ver­hand­lungs­po­si­ti­on bei ei­ner hö­he­ren Nut­zer­zahl für sich spie­len las­sen, wie es Dirk Ben­der von am Bei­spiel des Eu­ro­the­ums in Frank­furt verdeutlichte.

Und wie se­hen das Fi­nan­zie­rer? Die schau­en sich nach wie vor je­des Ob­jekt ge­nau an – und ent­schei­den nach La­ge und Po­ten­zi­al, wie das bei Neu­bau­ten auch der Fall ist, wuss­te Vol­ker Kluit­mann von der Stadt­spar­kas­se Düs­sel­dorf zu berichten.

Bleibt zu be­den­ken, dass Im­mo­bi­li­en heu­te auch ei­ner ver­än­der­ten Ar­beits­welt und fort­lau­fen­den tech­ni­schen In­no­va­tio­nen aus­ge­setzt sind. Dies führt zu im­mer an­spruchs­vol­le­ren Re­vi­ta­li­sie­rungs­vor­ha­ben, wie am Bei­spiel HVB-Turm von Man­fred Kölbl ein­drucks­voll ge­schil­dert wur­de. Denn un­ser Mot­to „Bü­ro­im­mo­bi­li­en fit für die Zu­kunft ma­chen“ hat auch den Be­trieb ei­ner Im­mo­bi­lie im Blick.

Und wer beim Um­bau schon an die Zu­kunft denkt, kommt um ei­ne Zer­ti­fi­zie­rung zur Aus­zeich­nung der Nach­hal­tig­keit nicht her­um. Die Viel­falt der un­ter­schied­li­chen Zer­ti­fi­zie­rungs­sys­te­me ist da­bei nach­ran­gig. Auf das Er­geb­nis kommt es an – und das ist ei­ne ge­mein­sa­me An­stren­gung al­ler Be­tei­lig­ten, da­mit bei der Her­aus­for­de­rung „Go for Gold“ dann am En­de so­gar Pla­tin her­aus­kom­men kann, wie Ger­hard Hoff­mann, Ge­schäfts­füh­rer der ifes GmbH verdeutlichte.

Fa­zit: Re­de­ve­lop­ment ist viel­leicht kei­ne Gold­gru­be, aber es bie­tet ei­ne Rei­he an (Ren­di­te-)Mög­lich­kei­ten, die Po­ten­zia­le im Be­stand zu neu­em Le­ben zu erwecken.

 

Die Autorin
Bild: Heuer Dialog
Petra Höfels
Projektleiterin
Heuer Dialog