Digitalisierung in der Immobilienbranche – Was sind die „must haves“ einer effektiven Vertriebsstrategie?

28.05.2013


Detlef Hans Franke
FuP Kommunikations-Management GmbH

 


Digitalisierung, das bedeutet weit mehr als Renderings, Big Data, Facebook und Co. Digitalisierung verändert unser Nutzerverhalten und auch unsere Ansprüche. Für Unternehmen stellen sich die Fragen: Muss man jedem digitalen Trend folgen? Was ist jetzt sinnvoll und was kann vielleicht noch warten?


Bevor man die „digitale Keule“ schwingt, sollte sich jedes Unternehmen – egal ob kleiner Dienstleister oder Global Player – zunächst fragen, wie es sich positionieren will und welche Instrumente am ehesten zum Erfolg führen. Sinnvoll ist es, sich erst einmal auf die „must haves“ zu konzentrieren. Zu diesen zählt – heute zum Glück schon eine Selbstverständlichkeit − eine gut gemachte Internetseite. Doch Website ist nicht gleich Website. Smartphones und Tablet-Computer sind vom Trend zum Normalfall geworden und haben den klassischen Desktop-PC längst eingeholt. Die Nutzer sind heute immer und überall mobil im Netz und erwarten, dass Angebote auf ihre Ansprüche abgestimmt sind. Das stellt ganz neue Anforderungen an den Aufbau einer Internetseite: Stichwort „responsives Webdesign“. Webseiten müssen heute so gestaltet sein, dass sie sich problemlos an das jeweilige Medium anpassen. Internetseiten im Miniaturformat auf dem Smartphone sind passé.

Die steigende Mobilität wirkt sich aber auch auf Art und Nutzung der Medien aus: Im Jahr 2015 werden die weltweiten Werbeausgaben im Internet die der Printmedien überholt haben. Und auch das Suchverhalten der Interessenten verändert sich. Immobilien werden heute nicht mehr in der Tageszeitung, sondern im Internet gesucht. Online-Immobilienportale sind aktuell der wichtigste Kanal für die Immobiliensuche, und damit auch für die Immobilienvermarktung. Laut der Studie „Digitale Medien in der Immobilienvermittlung“, die das Portal Immonet bei der Ludwig-Maximilians-Universität München in Auftrag gegeben hat, gehen 98 Prozent der Immobiliensuchenden auf Online-Portale, um die passende Wohnung oder das richtige Haus zu finden. Entscheidend ist hier, dass der Suchende schnell und einfach an die gewünschten Informationen und Kontaktdaten des Anbieters kommt. Ein übersichtliches Firmenprofil und gute Bewertungen sorgen bereits für einen guten ersten Eindruck des Unternehmens. Umso besser, wenn sich dieser auf der Unternehmenswebsite und im persönlichem Gespräch bestätigt.

       Durch die Vielzahl elektronischer Kanäle erleichtert und fördert die Digitalisierung außerdem crossmediales Marketing. Das Bedienen unterschiedlicher Medienkanäle kann eine größere Werbewirkung erzielen, teure Streuverluste vermeiden und Synergieeffekte nutzen. Gleichzeitig finden sich hier immer wieder Möglichkeiten, virtuelle und reale Welt sinnvoll miteinander zu verknüpfen, zum Beispiel durch 3D-Panoramen künftiger Quartiere, Häuser und Wohnungen, die mithilfe von QR-Codes und Smartphones direkt an Ort und Stelle erlebbar werden.

Und was ist mit Social Media? Keine Frage, Facebook, Twitter und Co. können das eigene Firmenprofil bereichern. Es kommt allerdings darauf an, was mit dem Auftritt in den sozialen Netzwerken erreicht werden soll.


Aktuelle Studien belegen, dass 36 Prozent der befragten Immobilienanbieter soziale Netzwerke nutzen. Dreiviertel möchten dort ihre aktuellen Immobilienangebote veröffentlichen. Allerdings ziehen nur 14,4 Prozent der Suchenden die sozialen Netzwerke zur Recherche heran. Mithilfe von Facebook lassen sich also Immobilien eher schwer vermarkten. Soziale Netzwerke können aber auch anders gewinnbringend genutzt werden. Beiträge mit Mehrwert für die anvisierte Zielgruppe, etwa Tipps und Ratgeberthemen, können Interesse für das eigene Unternehmen und die eigenen Produkte schaffen und so positiv zur Markenbildung beitragen. Zudem eignen sie sich gut zur Kundenbindung und der Imagepflege. Positive Effekte von heute auf morgen sollten Immobilienunternehmen, Makler und Projektentwickler aber nicht erwarten. Eine nachhaltige Positionierung in Social Media erfordert Geduld und Beständigkeit.

Social Media eröffnet aber auch neue Chancen des Dialogs, die zunächst nicht immer im Sinne von Projektentwicklern und Immobilienunternehmen sein müssen: Soziale Netzwerke und Foren sind für interessierte Bürger die beste Plattform, sich schnell und einfach zu organisieren und beispielsweise Kritik an einem Bauprojekt zu üben. Sie bieten Immobilienunternehmen aber auch die Möglichkeit, rechtzeitig in den Dialog mit der Öffentlichkeit zu treten und über das Projekt umfassend zu informieren. Vor der Krisenbewältigung kommt also unbedingt die Krisenprävention. Eine offene Kommunikation und Transparenz im Web schaffen Vertrauen und können so negative Strömungen in einer öffentlichen Diskussion vorbeugen beziehungsweise auffangen. Die Digitalisierung bietet also auch in der Immobilienbranche viele Möglichkeiten, das eigene Unternehmen zu positionieren und den Vertrieb zu unterstützen.  


Über Chancen und Trends aus der digitalen Welt berichtet regelmäßig und aktuell auch der FuP Immo-Blog unter immo-blog.fup-kommunikation.de.


Autor
Detlef Hans Franke
Geschäftsführender Gesellschafter
FuP Kommunikations-Management GmbH
www.fup-kommunikation.de


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