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Handels-Dialog

Noch Luft zum Handeln in Baden-Württemberg?

Showdown in Stuttgart - Ziehen die Mittelstädte mit?

Gelingt die Symbiose von Stadt und Handel im „Ländle“? Wie Stuttgart gerade im Einzelhandel aufrüstet, stößt in der Umgebung auf Kritik. Der Esslinger Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger spricht von Kannibalismus, sein Sindelfinger Kollege Dr. Bernd Vöhringer befürchtet eine "gefährliche Schieflage". Gelassener ist man dagegen in Ludwigsburg.

Information

Aus Neugier werden sicher einige Ludwigsburger die neuen Center in Stuttgart besuchen, glaubt man im Rathaus der Barockstadt. „Das ist aber sicher nur der Anfangseffekt.“ Ludwigsburg habe selbst ein gutes Angebot, das Marstallcenter. Frank Steinert, Wirtschaftsförderer der Stadt Ludwigsburg, stellte das Projekt beim

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Noch Luft zum Handeln in Baden-Württemberg?
Showdown in Stuttgart – Ziehen die Mittelstädte mit?
am 4. Dezember 2014 in Ludwigsburg

vor. Denn gute Handelsimmobilien und tolle inhabergeführte Handelsgeschäfte machen die Städte erfolgreicher und attraktiver, auch mit Blick auf den wachsenden E-Commerce. Und davon gibt es in Baden-Württemberg eine ganze Menge.

„Die Symbiose von Stadt und Handel wird künftig eine ganz neue Qualität erreichen – Verkaufsflächenexpansion und Onlinehandel erfordern mehr denn je innovative Konzepte in den Innenstädten! Wenn Politik und Gesellschaft eine attraktive City behalten wollen, kommen sie an einer aktiven und konkreten Unterstützung des innerstädtischen Einzelhandels nicht vorbei“, da ist sich Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg e.V., sicher.

Handel ist und bleibt auch immer Wandel. Der Wettbewerb war aber noch nie so hart wie momentan. Wer ist am Ende erfolgreich und überzeugt die Kunden?

Einzelhandel im „Ländle“: hohe Kaufkraft sorgt für anhaltende Flächennachfrage
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der DG HYP. Die Top-Einkaufslagen der in der DG HYP-Studie betrachteten Oberzentren und der Landeshauptstadt Stuttgart verfügen über eine überwiegend hohe Kaufkraft und ein teilweise starkes Touristenaufkommen. Beim Handels-Dialog konnten sich die Teilnehmer einen detaillierten Überblick über die Entwicklungen im Einzelhandel, den Mittelstädten in Baden-Württemberg und den Einzelhandelsimmobilien im „Ländle“ verschaffen.

Lesen Sie hier den Rückblick zur Veranstaltung:

Handels-Dialog Baden-Württemberg am 4.12.2014 in Ludwigsburg  

Eine vitale Stadt ist alles andere als ein Selbstläufer
... mit dieser Einschätzung begrüßte Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec die über 70 Teilnehmer des Handels-Dialogs Baden-Württemberg. Wie können sich Mittelstädte wie Ludwigsburg trotz Konkurrenz durch den Internethandel und der Nähe zu Stuttgart behaupten?

Sehr gut sogar, wenn die Symbiose von Stadt und Handel künftig eine neue Qualität erreicht, so Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg in ihrem Eingangsvortrag. Die Teilnehmer erfuhren, dass es oft von den Akteuren vor Ort abhängt, wie sich die Innenstädte entwickeln. Für Jörg Plieschke, City-Manager aus Heilbronn, ist der Internethandel ein Tsunami, der alles zerstört. Trotzdem versuche man, auf dieser Welle zu reiten, ohne unterzugehen. Kooperation nannte er als Schlüsselwort: So zeigen sich mehr als 200 Händler Heilbronns in der Stadtinitiative mit einem Gesicht: „Dann muss man keine Angst vor dem Internet mehr haben.“
Der Konsument ist bequem. 
Eine große Konkurrenz sieht er dagegen in den Metropolen wie Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart: „Die Mittelstädte werden von den großen Städten leer gesaugt. Denn dort bekommen die Kunden alles, was sie wollen“, wies er auf die Angebotsvielfalt und die Aufenthaltsqualität hin. Chancen haben seiner Meinung dennoch auch kleinere Städte, wenn sie eine Geschichte erzählen können und ein Branding, eine Marke, hätten.

„Amazon hat uns dazu gezwungen, den Service so zu verändern, wie er heute ist“, lautete die Antwort von Christian Riethmüller, Geschäftsführer der Osianderschen Buchhandlung GmbH. Das Internet sieht er vor allem als Plattform für seine Kunden, sich zu informieren. „Der Konsument ist bequem und kauft je nach Wetter und Tagesform im Geschäft oder per Internet ein.“ Was neue Formen des Verkaufs
 anbelangt, ist die Osiandersche Buchhandlung kreativ: Christian Riethmüller hat in Ludwigsburg eine Bücherparty mit rund 20 Teilnehmern veranstaltet. Die Aktion war ein Riesenerfolg. „Ludwigsburg ist ein attraktiver Standort“, sagte er. Trotzdem habe er das Angebot abgelehnt, eine Filiale im Marstallcenter zu eröffnen, der nach den Worten von Frank Steinert im Herbst 2015 eröffnet werden soll. „Ludwigsburg war in der Pflicht, etwas zu tun“, so betont er. Auch die Stadtgalerie in Heilbronn der ECE als auch  Das Quartier Alte Tonhalle in Villingen-Schwennigen, das Peter Maßmann entwickelt, stehen stellvertretend für das Engagement der Städte um Kunden und Investoren. Es gehe darum, in Klein- und Mittelstädten den drohenden Leerstand zu verhindern. Ist hier strenge Regionalplanung das richtige Mittel? Das Thema wurde intensiv und kontrovers diskutiert. Für Thomas Kiwitt vom Verband Region Stuttgart ist ganz klar: “Bei 179 Gemeinden kann nicht jede machen, was sie will“. Er forderte vom Handel, sich in gewachsene Strukturen zu integrieren. Klare Spielregeln seien auch immer Sicherheit für die Investoren.

Handels-Dialog Baden-Württemberg am 4.12.2014 in Ludwigsburg  
Handels-Dialog Baden-Württemberg am 4.12.2014 in Ludwigsburg  


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Info

Veranstalter

Termin

04.12.2014

Ort

Ludwigsburg

Gebühren

Handels-Dialog Baden-Württemberg 2014: €1090.00
zzgl. gesetzl. USt.

Ansprechpartner

Frau Tanja Zinke
+49 (0)211 4690517
zinke@heuer-dialog.de

Partner