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Produkte und Dienstleistungen im Zeichen der NachhaltigkeitWie, Sie setzen noch nicht auf Green Developement? Und von Energieeffizienz haben Sie auch noch nichts gehört? Na dann sollten Sie aber schleunigst über Ihr Ressourcenmanagement nachdenken! Egal ob es um Autos, Immobilien oder Strom geht – der Begriff der Nachhaltigkeit gehört längst zu unserer Generation und erlebt aufgrund der drängenden Aktualität nach Umfang und Vielfalt seiner gegenwärtigen Verwendung geradezu einen Boom. Wie Nachhaltigkeitsstrategien in der Produktentwicklung aussehen können und wie daraus Ihr Unternehmen an Wert gewinnt, hat Thomas Volkmer, Director of Energy von Johnson Controls für INSIGHT-Leser zusammengefasst. Die „mediale Allgegenwart“ von damals und heute Der Begriff der Nachhaltigkeit ist nicht neu: Die erstmalig dokumentierte Formulierung dieses Gedankens geht bis in das Jahr 1560 zurück. Und auch im Jahre 1713 verwendete ihn Hans Carl von Carlowitz in einer Publikation. In beiden Fällen ging es im eigentlichen Sinne um eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes. „Nicht mehr regenerierbare Ressourcen zu nutzen als auf natürlichem Wege nachwachsen können“ ist ein Ursprungsgedanke nachhaltigen Wirtschaftens und daher ein wichtiger Teilaspekte einer Nachhaltigkeitsstrategie. Nachhaltigkeit im heutigen Sinn geht jedoch über bloßes Ressourcenmanagement hinaus. Nachhaltigkeit bedeutet in der Definition des Brundtland-Reportes (1987) eine „Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeit künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“. Dass der Nachhaltigkeitsbegriff nicht Diskussionsgegenstand elitärer Zirkel ist, sondern alle Lebensbereiche erreicht hat – nicht nur als reales Problem sondern auch als Chance angesehen wird, was eine positive Besetzung dieses Begriffes möglich macht – ist daran zu erkennen, dass Unternehmen Ihre Aktivitäten im Lichte der Nachhaltigkeit der Öffentlichkeit zugänglich machen. Nicht zuletzt der Umstand einer „medialen Allgegenwart“ dieses positiv besetzten Begriffes sorgt dafür, dass sich Nachhaltigkeit nicht nur als Marketingobjekt wiederfindet sondern auch Teil der Kern- und Sekundärprozesse wird. Was sind nun konkrete Ansatzpunkte für die Forcierung einer nachhaltigen Entwicklung in Industrieunternehmen? Ausgehend von der Nachhaltigkeitsmaxime einer langfristigen Unternehmens-wertsteigerung und einem damit einhergehenden Erhalt beziehungsweise einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit – als Grundlage für ein nachhaltiges und erfolgreiches unternehmerisches Agieren lassen sich folgende Bereiche identifizieren: • Ressourcen- und Energieeffizienz • Effiziente Technologie • Integration in das sozio-ökonomische System • Produkte und Dienstleistungen Nachhaltigkeitsstrategien in der Produktentwicklung zielen darauf ab, mit minimiertem Ressourcenverbrauch möglichst langlebige und funktionsoptimierte Produkte zu entwickeln. Ansätze zur Optimierung lassen sich in allen fünf Phasen des Produktlebenszyklusses realisieren.
Üblicherweise wird die Wertschöpfung über den Produktverkauf erzielt. Es gibt eine direkte Kopplung zwischen Wertschöpfung und Ressourcenverbrauch. Die Weiterentwicklung des Produktansatzes führt zur Lieferung eines konkreten Kundennutzens über die Bereitstellung definierter Funktionen – das materielle Produkt ist ggf. Teil eines Dienstleistungspaketes. Die Grenzen zwischen produktergänzenden Dienstleistungen und produktersetzenden Dienstleistungen können dabei fließend sein. Was ist die Wirkung eines solchen Ansatzes? Es findet ein Wechsel in der unternehmerischen Denkweise statt. Der Fokus liegt weniger auf dem Produkt als auf dem Nutzen, der durch Produkt + Dienstleistung beziehungsweise Dienstleistung erzielt werden kann. Im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens findet eine teilweise Entkopplung der Wertschöpfung vom Ressourcenverbrauch statt. Eine Voraussetzung zur erfolgreichen Implementierung dieses Gedankens ist gewiss eine optimale Kenntnis der Wechselwirkung zwischen Kundenbedürfnis und dem durch die Dienstleistung erzielten Kundennutzen. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen und Chancen für Dienstleister. Die Neudefinition des Begriffs Kundennutzen schafft Vorteile für den Kunden. Über das gesamte Spektrum hinweg ist eine Bewegung vom Produkt zur integrierten Dienstleistung zu beobachten. Was bedeutet dieses für ein Unternehmen (am Beispiel von Johnson Controls)? Beispiel im Bereich JCI Automotive Experience: • JIT (just in time) – Werke im Bereich der Automotive Experiences (Zulieferprodukte + Standortaufbau für die Automobilindustrie in enger Vernetzung mit dem Kundenstandort) Beispiel JCI Building Efficiency: • Entwicklung von Standortkonzepten • Komplexe FM – und Energiemanagementdienstleistungen • Zugeschnittene Consultingleistungen Im Automobilzulieferersektor ist dieser Ansatz gewiss abstrakter, zumal die Kernleistung immer eine „zugelieferte“ Komponente sein wird. Klar erkennbar ist jedoch der Trend dieses Produkt mit weiteren Dienstleistungen (zum Beispiel logistischer Art) zu verknüpfen, damit einher geht auch eine Risikoverlagerung vom Kunden zum Lieferanten. Im Gebäude- und Facility-Management ist dieser Ansatz mittlerweile selbstverständlich; am deutlichsten ist die Philosophie Produkt + Dienstleistung (als Effizienzpaket) im Energiecontracting wiederzufinden. Die Nachhaltigkeit von morgen! Ein Mehr an Nachhaltigkeit bedeutet auch qualifiziertere Anforderungen an Menschen, Produkte und Dienstleistungen. Nachhaltige und zukunftsorientierte Dienstleistungen und Produkte sind mehr als das Produkt eines technologischen Prozesses, sie sind auch das Produkt interagierender Ideen und Kommunikationsprozesse. Dieses fordert und fördert verdichtete Vernetzungsstrukturen zwischen Anbieter (auch intern!), Kunden, Subcontractoren sowie sozialem und politischem Umfeld. Der Markt lenkt sich über marktwirtschaftliche Mechanismen jedoch nicht automatisch in Richtung Nachhaltigkeit, er braucht Anreizeffekte und Leitplanken. Thomas Volkmer, Director of Energy Energy LOB Global WorkPlace Solutions Johnson Controls
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