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INSIGHT Nr. 4, Dezember 2010 Wohnen: Das Hamburger Modell
Das Hamburger Modell In Deutschland werden immer weniger Wohnungen neu gebaut: Nachdem bereits 2008 rund 16,5 Prozent weniger Wohnungen fertig gestellt wurden, ging die Zahl der Baugenehmigungen 2009 weiter zurück. Besonders für Wohnungsmieter in Metropolregionen stellt diese Entwicklung ein immer größeres Problem dar. Ungeachtet der sinkenden Einwohnerzahlen für Deutschland insgesamt stehen nämlich diese Regionen im Fokus der Binnenwanderung. ![]() HCI Capital / Daten: Pestel Institut 2009 Das Hamburger Förderkonzept: eine Kombination aus Bundes- und Regionalförderung Städte mit einem hohen Freizeitwert, einem großen Kulturangebot und einer hohen Lebensqualität werden, so sind sich Experten einig, weiter wachsen: So steigt beispielsweise die Einwohnerzahl Hamburgs kontinuierlich; allein seit 1998 um rund 700.000 auf heute 1,77 Millionen Menschen. Die Hansestadt Hamburg als Standort mit zu wenig Wohnraum hat deshalb ein bundesweit einzigartiges Förderkonzept: Über die hundertprozentig staatliche Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt gewährt die Stadt für Neubauten extrem vergünstigte Darlehen von bis zu rund 1.500 EUR je Quadratmeter Wohnfläche. Der Zinssatz dafür beträgt 1,2 Prozent – bei einer Laufzeit von 15 Jahren. Zusätzlich gewährt Hamburg den Bauträger für bestimmte Objektmaßnahmen „verlorene“ Baukostenzuschüsse sowie dem langfristigen Wohnimmobilienbestandhalter in der Vermietungsphase einen laufenden Aufwendungszuschuss von einem Euro pro Monat und Quadratmeter während der 15 jährigen Förderdauer. Mietpreisentwicklung und Zinsbindung Gekoppelt sind die günstigen Finanzierungskonditionen und Zuschüsse zwar zunächst an festgeschriebene Mietpreise unterhalb des Marktniveaus. Allerdings können die Mieten alle zwei Jahre um bis zu 30 Cent pro Quadratmeter erhöht werden. Nach dem Auslaufen der öffentlichen Förderung bestehen – in bewusster Abgrenzung zu früheren Formen öffentlich geförderten Wohnungsbaus – keine weitere Preisbindung oder andere Restriktionen mehr. Die Mieten können nach Ende der Förderung unter Berücksichtigung der gesetzlichen Kappungsgrenzen schrittweise an das allgemeine Preisniveau herangeführt werden. Im Ergebnis erhalten die Mieter der Stadt zu einem attraktiven Mietpreis energetisch zukunftsträchtige und attraktive Neubauwohnungen. Die Vermieter partizipieren auf der anderen Seite von einer umfassenden Förderung mit einer gut kalkulierbaren Einnahmesituation und extrem geringen Zinsaufwendungen bei einer 15jährigen Zinsbindung sowie einem weiteren Ertragspotenzial nach einem unbedingten Auslauf des Förderzeitraumes nach 15 Jahren. Neben der Förderung der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt lassen sich darüber hinaus Aufwendungszuschüsse sowie weitere zinsvergünstigte Darlehen der KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau für diese energiesparenden Bauten mit den städtischen Fördermitteln kombinieren. Die Vorteile liegen auf der Hand Ob barrierefrei oder energiesparend – eine moderne Wohnungsbauförderung unterstützt nachhaltige und zukunftsfähige Projekte: Vorteile aus dieser Förderung ergeben sich zum einen für die Stadt durch eine Entspannung des Wohnungsmarktes. Auf der anderen Seite profitieren Investoren, die mit ihrer Investition eine stabile Rendite erwirtschaften können. Im Ergebnis entsteht ein attraktives Investitionsmodell für langfristig sicherheitsorientierte Immobilieninvestoren – und die in Hamburg dringend gebrauchten Wohnungen. HCI Capital / Angerer Das Hamburger Modell der Kombination aus Bundes- und selektiver Regionalförderung kann vorbildhaft für jene Regionen sein, die wie Hamburg mit einer extrem niedrigen Wohnungsleerstandsquote bei gleichzeitig anhaltendem Bevölkerungswachstum und einem veralteten Wohnungsbestand zu kämpfen haben. Es ist daher zu wünschen, dass sich diese Kommunen das Hamburger Modell sehr genau anschauen. Autor Matthias Voss Leiter Immobilienbereich HCI Capital AG www.hci-capital.de |
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