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INSIGHT Nr. 4, Dezember 2010 Vom Warenkorb zum Einkaufszentrum – nachhaltiges Bauen im Einzelhandel
Das lohnt sich auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Denn über den Lebenszyklus hinweg entsteht der größte Teil der Kosten eines Gebäudes im Betrieb, dies gilt ganz besonders für den Einzelhandel. Laut einer Studie des EHI-Retail Institute liegen die jährlichen Energiekosten im Food-Bereich aktuell bei 52 Euro/m² und im Textileinzelhandel bei 37 Euro/m². Die größten Kostentreiber sind Beleuchtung, Klimatisierung und besonders bei Supermärkten die Kühlung. Mit der richtigen Gebäudehülle und energiesparender Gebäudetechnik können die über den gesamten Lebenszyklus entstehenden Energiekosten mit einer geringen Mehrinvestition in der Bau- und Planungsphase stark reduziert werden.Im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitskette sollte das Gebäude selber stehen, denn hier besteht ein beachtliches Klimaschutzpotenzial. 40% des weltweiten Energieverbrauchs gehen auf Gebäude zurück, sie sind für ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Umweltgerechtes Bauen ist die Antwort, mit vorhandenen Produkt- und Materiallösungen können bereits heute bis zu 90% der benötigten Energie eingespart werden. Hier setzt das EcoCommercial Building Program für nachhaltiges Bauen an, eine Initiative von Bayer MaterialScience und führenden Herstellern von Materialien und Produkten sowie Dienstleistern für die Baubranche. Der Fokus liegt dabei auf öffentlichen und kommerziellen Gebäuden aller Art, vom Supermarkt über Bürogebäude bis hin zu Industriehallen. Das Netzwerk unterstützt Bauentscheider und Investoren dabei, Umweltfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Nutzerkomfort zusammenbringen. Auch im Einzelhandel wird die Nachfrage nach solchen Gebäuden im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte und steigender Energiepreise immer stärker. Alle führenden Unternehmen der Branche haben bereits erste Modellprojekte verwirklicht. Um Bauentscheidern in der Einzelhandelsbranche die Vorteile und Möglichkeiten eines durchweg unter Nachhaltigkeitsaspekten geplanten Einkaufsgebäudes zu zeigen, hat das EcoCommercial Building Program zusammen mit Planern und Architekten eine Konzeptstudie entwickelt und diese als virtuellen Prototypen ausgearbeitet. Damit wollen wir nicht nur beweisen, dass komplett emissionsneutrale und energiesparende Supermärke und Einkaufszentren möglich sind, sondern dass sie schon heute möglich sind. Das entwickelte Konzeptgebäude orientiert sich an den höchstmöglichen Zertifizierungen für nachhaltiges Bauen und erfüllt damit optimale Voraussetzungen bei der entsprechenden Umsetzung DGNB ‚Gold‘ und LEED ‚Platin‘ zu erreichen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der optimalen Verbindung von leistungsfähigen Materialien und innovativen Lösungen im richtigen Umfang an den richtigen Stellen. Neben Kostenersparnissen durch eine erhöhte Energieeffizienz können Investoren auch mit einem Imagegewinn bei den Kunden rechnen. Die Konzeptstudie für Einzelhandelsgebäude verfolgt einen dreifachen Ansatz. Maximale Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit können nur erreicht werden, wenn der Energieverbrauch verringert, die benötigte Energie regenerativ erzeugt und die Gebäudedämmung verbessert wird. Um Kosten für die Beleuchtung zu sparen setzt das Konzept auf eine verstärkte Nutzung des Tageslichts. Dafür werden Fenster in das Dach eingelassen, die mit einem isolierenden Gel gefüllt sind und so verhindern, dass Wärme verloren geht. Je nach den Wetterbedingungen kann ein Supermarkt dann ganz ohne künstliche Beleuchtung auskommen. Die Nutzung regenerativer Energien ist bei Einzelhandelsimmobilien ein weiterer Schlüssel um Kosten zu senken. Durch Solarmodule auf dem Dach und in der Fassade kann Strom erzeugt oder Wasser erhitzt werden. Um Heizenergie zu sparen wird geothermische Energie in Zusammenhang mit Betonkernaktivierung genutzt, denn unterhalb der Erdoberfläche sind die Temperaturen über die Jahreszeiten hinweg konstant. Doch auch die Abwärme der Kühltechnik wird in den Wärmekreislauf integriert und für die Klimatisierung des Parkdecks genutzt. Ein dritter Aspekt ist die Gebäudedämmung. Das begrünte Dach dient als natürliche Dämmschicht, zusammen mit dem Einsatz von hocheffizienten Materialien, wie Polyurethan, ist der Supermarkt im Winter wie im Sommer bestens geschützt. Das Ergebnis solch eines ganzheitlichen Ansatzes kann sich sehen lassen. Der in der Konzeptstudie des EcoCommercial Building Programs vorgestellte Einzelhandelsmarkt benötigt nur 40% der Energie eines herkömmlichen Neubaus. Doch das ist nicht der einzige Vorteil. Durch den höheren Tageslichtanteil wird die Einkaufsatmosphäre verbessert, erste wissenschaftliche Studie belegen eine dadurch bedingte Steigerung der Verkaufszahlen. Zudem wird ehrliches Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz von den Kunden geschätzt. Damit all diese Vorteile nachhaltigen Bauens auch im Einzelhandel realisiert werden können, vereint das EcoCommercial Building Program eine Reihe spezialisierter Unternehmen aus verschiedenen Bereichen in seinem Netzwerk. Dazu gehören beispielsweise Dämmstoffexperten wie Linzmeier und Puren oder Spezialisten für Innenausbau und Gebäudetechnik, so etwa Bolidt, AB Polymerchemie, SilenceSolutions und Stiebel Eltron. Im Bereich erneuerbarer Energien bringt Solon seine Expertise mit ein. Bayer Sheet Europe besitzt Kompetenzen in der Verscheibung von Gebäuden. Für die Planung stehen das Ingenieurbüro P. Jung, Bayer Technology Services sowie das Architekturbüro planquadrat zur Verfügung. Mit dem Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement gibt es auch einen Experten für die Finanzplanung von Projekten. Diese Bandbreite an Lösungen wird sich mit dem Beitritt weiterer spezialisierter Unternehmen zum Netzwerk noch vergrößern. Dieses geballte Know-How steht Bauentscheidern und Investoren für die Umsetzung von energieeffizienten Einzelhandelsgebäuden bereit und trägt so zu einer ‚nachhaltigen‘ Zukunft dieser Branche in vielerlei Hinsicht bei. Der Film veranschaulicht bereits heute vorhandene Lösungen für umweltgerechte und energieeffiziente Einzelhandelsgebäude und deren Anwendung. Das gezeigte Gebäude basiert auf einer Konzeptstudie des EcoCommercial Building Program, welche durch die optimale Kombination der einzelnen Maßnahmen und Anwendungen bisherige Nachhaltigkeitsstandards übertrifft. Autor: Inspiration für die Zukunft bei QUO VADIS 2011 Unternehmer werden beim QUO VADIS 2011 berichten, wie Sie auf dem Weg, Städte klimaneutral zu machen, ihr eigenes Geschäft umgestalten. Auf welche Hindernisse sie dabei stoßen und warum sie trotzdem an ihren Zielen festhalten, wird Thomas Ramge vom Wirtschaftsmagazin brand eins hinterfragen. Dr. Thomas Braig ist Teilnehmer der Panelrunde am 09. Februar 2011 in Berlin. Hier geht es zum Programm-Download. |
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