Heuer Dialog

Nichts ist unmöglich … mit Lean Management!


Patrick Theis,
DS-Prozessberatung GmbH

 

 

 

 

 

 
Warum steht der Elektriker schon da, wenn die Maurer noch gar nicht fertig sind? Und wieso liegen im Obergeschoss die Abflussrohre für den Keller herum? Materialverschwendung, schlecht abgestimmte Abläufe oder das unorganisierte Lagern von Baustoffen – wer kennt diese Probleme nicht von irgendeiner Baustelle. Die Folge: Mängel, Nacharbeiten, Termin- und Kostenüberschreitungen. Patrick Theis, Geschäftsführer der DS-Prozessberatung GmbH, erklärt den INSIGHT-Lesern, wie es anders funktionieren kann…


Vorbild ist das „Lean Management“-System von Toyota, das in die unterschiedlichsten Industriezweige erfolgreich übernommen worden ist. Die DS-Prozessberatung hat dieses Produktionsmodell auf die Abläufe auf der Baustelle übertragen. Denn Entwicklungsingenieure,  Bauherren oder auch Bauunternehmen stehen oft vor denselben Problemen und fragen sich: Wie lassen sich die Aktivitäten der Baubeteiligten während des Ablaufs so organisieren, dass am Ende ein baulich und wirtschaftlich optimales Ergebnis steht?

Durch eine prozessorientierte Arbeitsweise, in der alle Arbeitsschritte aufeinander abgestimmt sind, profitieren alle am Bau Beteiligte stark.

Die bislang vorherrschende gewerkezentrierte Sichtweise führt auf der Baustelle schnell zu einem Nebeneinander schlecht abgestimmter Einzelziele. Im Mittelpunkt von LCM (Lean Management für Bauprojekte) steht dagegen der Gesamtprozess, was eine optimale Wertschöpfung erlaubt.

Ein LCM-System wird anhand standarisierter Methoden in ein Bauvorhaben eingeführt. Zunächst identifizieren die Experten mit den Beteiligten den Gesamtprozess und verketten die einzelnen Arbeitsabfolgen miteinander. Die sogenannte Feinplanung bricht die Aktivitäten aus dem Rahmenterminplan auf Tagesbasis herunter. Sie bildet das Herzstück des Verfahrens und erhöht die Steuer- und Voraussagbarkeit der Abläufe.

Die Feinplanung wird in Form einer Stecktafel visuell vor Ort dargestellt. Änderungen können so immer aktuell nachgezogen werden, wodurch LCM auch für die Bauleitung zu einem handlichen Werkzeug wird. Auf der Feinplanung baut die tägliche Qualitätskontrolle auf. Sie stellt sicher, dass kein Arbeitsschritt begonnen wird, bevor der letzte nicht beendet ist. Das vermindert Behinderungen und vermeidet, dass sich Fehler fortsetzen.

In einem integrierten Ansatz können vor- und nachgelagerte Prozesse an dieser Struktur ausgerichtet werden. Zum Beispiel sind Kopplungen mit der Materialbestellung möglich. Kennzahlen dokumentieren den Bauverlauf und zeigen Verbesserungspotenziale auf, die in Workshops gemeinsam erarbeitet werden.

Wer träumt nicht von Produktivitätssteigerungen um 25 Prozent?

Ein Praxisbeispiel zeigt: Als das LCM-System im Rahmen des Neubaus eines großen Wohnkomplexes in Holzgerlingen angewendet wurde, konnte mit Feinplanung, Lagerflächenoptimierung und Workshops vor Ort Produktivitätssteigerungen von 25 Prozent erreicht werden.

Auch beim Umbau des alten Stuttgarter Arbeitsamtes in ein Bürogebäude kam LCM zum Einsatz. Dank der Flexibilität des Systems konnte auf die besondere Komplexität eines Umbaus, späte Änderungen und unvorhergesehene Vorkommnisse reagiert werden. Das Resultat war ein stabiler Prozess, der Behinderungen und Nachträge vermied und die Bauzeitvorgabe einhielt.

Der Konkurrenz immer einen Schritt voraus …

Für den Bauherrn bedeutet LCM kürzere Bauzeiten und damit eine Kostenminimierung sowie eine verbesserte Termin- und Inbetriebnahmesicherheit. Die Feinplanung schafft Transparenz und stärkt die prozessuale und qualitative Stabilität der Abläufe.

Bauunternehmen profitieren von einer optimalen Auslastung von Mitarbeitern, Material und Maschinen. Stabilere Prozesse bringen sicherere Planungs- und Arbeitsbedingungen. Verschwendung, Ausschuss und Suchzeiten werden eliminiert, Verbesserungspotenziale vor Ort gehoben. Der Lean-Gedanke kann auch in späteren Projekten angewendet werden und so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz bilden.


Der Autor:
Patrick Theis, Geschäftsführer der DS-Prozessberatung GmbH
Seit 2006 berät die DS-Prozessberatung GmbH Bauherren, Bauunternehmen sowie produzierende Unternehmen in der effizienten Gestaltung ihrer Prozesse und Strukturen. Die DS-Prozessberatung ist ein Expertenteam der Drees & Sommer-Gruppe.


Veranstaltungshinweis

Lernen Sie die Vorzüge und Methoden einer abgestimmten Bauablauf- und Ressourcensteuerung in Theorie und praktischer Arbeit am Modell kennen!

Heuer Dialog und die Drees & Sommer Prozessberatung laden zum Praxistraining an folgenden Terminen ein:

08.-09.02.2010  in Stuttgart
26.-27.04.2010  in Köln
29.-30.06.2010 in Hamburg
13.-14.09.2010 in Berlin

Information und Online-Anmeldung  >> http://www.heuer-dialog.de/events/n10255
Programmbroschüre (PDF Download)  >> http://www.heuer-dialog.de/downloads/10255.pdf
 


Autor: Patrick Theis, DS-Prozessberatung GmbH E-Mail

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