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![]() Prof. Dr. Rainer Lademann | An innerstädtischen Shoppingcentern scheiden sich die Geister: immobilienwirtschaftlich höchst erfolgreich und von Kunden geliebt, aus städtebaulicher und Handelssicht umstritten. Das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU) hat vor diesem Hintergrund vor rd. einem Jahr eine Reihe von Integrationsempfehlungen für Shoppingcenter in Innenstädten erarbeitet. Selbst wenn die Aussagen, etwa zu Verkaufsflächenobergrenzen (15.000 qm/15 % Zuwachs), zur Begrenzung der Stellplatzausstattung (nicht mehr als Citydurchschnitt) oder zur Geschossigkeit (mindestens viergeschossig) nur Empfehlungscharakter haben sollen, so erzeugen sie doch durch die Einbettung in ein mit wissenschaftlichem Anspruch auftretendes Buch in der Praxis vermutlich eine gewisse Eigendynamik. |
Grundlagenuntersuchung von Dr. Lademann & Partner widerspricht DIFU-Empfehlungen
- So verringert sich die Leerstandsquote im 1a-Bereich der 12 Beispielstädte, je größer das angesiedelte Center ist, je mehr Stellplätze mit dem Center geschaffen wurden und je mehr ein Center die Fußgängerzone verlängert.
- Das Mietniveau steigt z.B. bis zu einem Verkaufsflächenzuwachs von etwa 30 % und einer Verlängerung der Fußgängerzone bis ungefähr 25 % eher an, bevor negative Wirkungen überwiegen.
Dass die von Dr. Lademann & Partner ermittelten Zusammenhänge nicht nur auf die exemplarisch ausgewählten 12 Centern zutreffen, zeigen die ersten Auswertungen der eigenen Untersuchung: Danach haben sich im Durchschnitt aller Innenstadtcenter die Mieten nach Centereröffnung positiv entwickelt. Das gilt insbesondere für die 1a-Lagen, aber selbst in den 1b-Lagen konnte der dort zuvor vorhandene negative Miettrend gestoppt werden.
| Lagebereich | < -10 % | bis -10 % | +/- 0 | bis +10 % | > +10 % |
| City | 8,3 | 41,7 | 41,7 | 8,3 | |
| FGZ | 16,7 | 33,3 | 41,7 | 8,3 | |
| 1a-Lage | 8,3 | 50,0 | 33,3 | 8,3 | |
| 1b-Lage | 36,4 | 36,4 | 27,3 | ||
| Steulagen City | 27,3 | 18,2 | 54,5 | ||
| centemahe Lagen | 9,1 | 63,5 | 27,3 | ||
| STZ/OTZ | 9,1 | 9,1 | 81,8 | ||
| grüne Wiese | 9,1 | 90,9 |
Tabelle 1: Umsatzverlagerungen durch innerstädtische Shoppingcenteransiedlungen
Wenngleich die Auswertungen des umfangreichen Datenmaterials noch am Anfang stehen, zeigen sie, dass sich innerstädtischer Center insgesamt sehr viel positiver auswirken als vielfach angenommen. Pauschale Empfehlungen über Verkaufsflächen- oder Stellplatzbegrenzungen sind daher fehl am Platze und nach dem jetzigen Erkenntnisstand eher kontraproduktiv.
"Shopping Center – Was kommt nach dem Run auf die City?" ist ein Top-Thema beim Handelsimmobilien-Gipfel 2010 am 03. und 04. März 2010 in Wiesbaden. Mehr Information und Anmeldung >> http://www.conferencegroup.de/handelsimmobilien
| Autor: Prof. Dr. Rainer P. Lademann, Dr. Lademann & Partner, Hamburg |



