Heuer Dialog

Forever Young: Neue Märkte – neue Strategien


Dr. Gundolf und Dr. Hanne Meyer-Hentschel
Meyer-Hentschel Institut

 
"Jetzt kommt es auf die Alten an" - so titelt die Allianz ihren Demographic Pulse. Erstmals nicht nur als Konsumenten, sondern sozusagen auf Produzentenseite. 2010 ist das Jahr der Kehrtwende. Erstmals gehen 200.000 Menschen mehr in Rente als Neueinsteiger nachrücken. Die Menschen über 55 waren nachweislich noch nie so agil, arbeitswillig, ideenreich und konsumfreudig wie heute. Viele genießen die neue Freiheit, den Ruhestand, in vollen Zügen: Aktuelle Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die 55- bis 65-jährigen mit knapp 2.360 Euro im Monat pro Haushalt mehr für den Konsum ausgeben als die übrigen Altersklassen.  Wer sich auf diese Entwicklung nicht einstellt, wird sich auf den immer komplexer werdenden Märkten nicht behaupten können. Hier helfen auf Dauer nur neue Strategien und neue Produkte, auch mal quer durch die Disziplinen gedacht. Mehr dazu im Beitrag von Dr. Hanne und Dr. Gundolf Meyer-Hentschel.


Der Seniorenmarkt – was macht ihn so besonders?

In den vergangenen Jahren wurde viel über diesen Markt geschrieben und gesprochen. Jetzt wird dieser Markt tatkräftig gestaltet.

Die Mehrheit der Unternehmen hat den Seniorenmarkt nicht nur erkannt, sondern wird auch aktiv. Eine der wesentlichen Herausforderungen besteht darin, sich in der Heterogenität dieses Marktes zurecht zu finden. Es geht für jedes Unternehmen darum, die richtige Positionierung, die richtigen Produkte und Leistungen, die richtigen Mitarbeiter in diesem hochkomplexen Markt zu finden.

Die Heterogenität der Kundengruppen und die Vielzahl der daraus resultierenden strategischen und operativen Optionen, sind es, die viele Verantwortliche manchmal verzweifeln lassen. Und dies ist auch die Ursache für den immer wieder geäußerten Wunsch nach einfachen Lösungen, nach klaren Antworten, nach Erfolgsstrategien.

Genau diese wird es aber mit Sicherheit nicht geben – weil es sie nicht geben kann. So weit die vielleicht enttäuschende Erkenntnis. Auf der positiven Seite bietet der Seniorenmarkt aber Unternehmen, die über die Fähigkeit verfügen, sich in komplexen Märkten zu bewegen, ganz hervorragende Chancen. Der demographische Wandel wird deshalb nicht nur die Spielregeln in vielen Branchen ändern. Er wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch Marktstrukturen verändern und Marktanteile durcheinander wirbeln. Besonders Neu- und Quereinsteiger suchen ihre Chance und werden sie bekommen.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
 
In einem Szenario für einen unserer Kunden haben wir kürzlich analysiert, wie sich der Markt der Alten- und Pflegeeinrichtungen in Deutschland verändern könnte. Eine der Varianten war der Eintritt marktfremder Teilnehmer. Wir unterstellten ein Joint-Venture von Unternehmen, die zum einen über ein hervorragendes Kostenmanagement verfügen, z.B. ALDI, und Unternehmen mit Wohnkompetenz, z.B. IKEA. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, in welchem Umfang die resultierenden ALKEA-Residenzen den Pflegemarkt auf den Kopf stellen würden.

Ähnliche Szenarien sind für viele andere Branchen denkbar und sogar wahrscheinlich. Man könnte z.B. auch an den Markt frei verkäuflicher Arzneimittel denken. Hier sind die traditionellen Hersteller und Vertriebswege von Unternehmen aus der Lebensmittelbranche bedroht, die oftmals über bessere Markt- und Kundenkenntnis verfügen und mit fundiertem Marketing-Know-how das durch den demographischen Wandel immer interessantere Gebiet zwischen Food und Pharma erobern wollen.

Ohne Übertreibung kann man deshalb sagen, dass der demographische Wandel in den nächsten Jahrzehnten für viele Branchen zu einer der entscheidenden Treibergrößen für den Unternehmenserfolg wird.



Autoren:
Dr. Hanne und Dr. Gundolf Meyer-Hentschel, Meyer-Hentschel Institut
Das Meyer-Hentschel Institut berät Unternehmen und Organisationen, die im Seniorenmarkt erfolgreich agieren möchten.

 
Am 04. und 05. November 2010 stellt das Meyer-Hentschel Institut beim 1. Jahreskongress Demographic Challenge – Potentiale  und Perspektiven: Ideenfabrik für Wohnen, Arbeiten und Handel! den Age-Explorer vor. Machen Sie in Köln eine kleine Zeitreise mit Rückfahrkarte!

Information und Anmeldung unter: http://www.heuer-dialog.de/events/n10297

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