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„Man isst, wo man ist!“ Gastronomie – das öffentliche Wohnzimmer der Gesellschaft
Ein Blick auf die deutschen Marktführer Hotellerie und Gastronomie – eine Branche? Ja und nein! Fest steht, ihre Ansprüche an den Immobilienmarkt sind komplett verschieden. Am besten zeigt sich dies bei einem Blick auf die deutschen Marktführer in der jeweiligen Disziplin: Da steht im Beherbergungsgeschäft Accor an der Umsatz-Spitze mit rund 300 Häusern in den verschiedenen Vertriebslinien. In der Gastronomie ist McDonald’s Markführer und das schon seit 1982: über 1.300 Restaurants, davon etwa drei Viertel freistehende Gebäude mit Autoschalter und knapp drei Milliarden Euro Jahresumsatz im letzten Geschäftsjahr. Ein kraftvoller und aktuell sehr kreativer Marktführer. Systeminnovation wird groß geschrieben – und das hat praktisch immer auch etwas mit Immobilienansprüchen und -nutzung zu tun. Was Gastronomie so fundamental von Hotellerie unterscheidet, ist die Tatsache, dass hier Umsatz und Erfolg hauptsächlich an private, lokale Nachfrage geknüpft sind. Beim Bettengeschäft ist es meist der Geschäftsmann, aber immer der Reisende, der das Geld in die Kassen bringt. Kurzum: Die Vernetzung der beiden Teilbranchen im Gefüge von Entwicklungsprojekten und Städten unterscheidet sich sehr. Top 100: Am meisten Expansion bei Quickservice
Quelle: food-service Die 100 größten Gastronomen Deutschlands erzielten im jüngsten Geschäftsjahr 10,4 Mrd. Euro Umsatz (+ 1,1 Prozent). Dahinter stehen fast 17.000 Betriebe. Es gelang, die letzten Spitzen-Jahrgänge in absoluten Zahlen leicht zu übertreffen. 2009 war letztlich „besser als befürchtet“. Viele Unternehmen sind mit dem schwierigen Jahr größtenteils klug umgegangen und haben ihre Kraft auf interne Stärkung konzentriert. Das bedeutet System-Optimierung, Mitarbeiter-Weiterbildung und Strategie-Überlegungen pro Zukunft. Auf dass man dann, wenn der Konjunkturmotor anspringt, seine hinzugewonnene Fitness ausspielen kann. „Schnell, wachsam und flexibel sein.“ Vieles deutet darauf hin, dass im zweiten Halbjahr 2010 und 2011 wieder verstärkt expandiert wird. Warum? Weil die private Nachfrage in Deutschland so viel stabiler da steht als in anderen Ländern - und deutlich stabiler als nach dem Kriseneinbruch im September 2008 prognostiziert. Was bringt die Zukunft? Wer sind die Gewinner und warum? Die zentralen Fragen in diesen Tagen lauten: Wie wird jener Fortschritt buchstabiert, auf den die Profi-Gastronomie in den nächsten Jahren draufsatteln kann? Wo kommt Wachstumslaune her? Fegt Neues über Altes hinweg oder kooperieren Tradition und Trend? Neben kulinarischen Entwicklungen – die Esskulturen der Welt rücken immer dichter zusammen, gleichzeitig erlebt heimische Küche einen Höhenflug – sind drei gastro-strukturelle Prozesse hochgradig relevant. 1. Quickservice-Gastronomie ist signifikant besser, vielfältiger und marktbedeutender geworden. Die Spielmacher des sogenannten Außer-Haus-Marktes definieren sich heute nicht mehr als Fast Food, sondern wollen und müssen ’frisch, schnell & schön’ daherkommen. Zwei junge Konzeptkategorien haben sich hier in der Nuller-Dekade kraftvoll eingebracht und gleichzeitig Druck ausgeübt: Kaffeebars/Bakery-Cafés und Fast Casual-Restaurants. Hauptsächlich über neue Formate gelang diesem Milliarden-Teilmarkt eine längst überfällige Image-Korrektur. Will heißen, höhere Werteinstufung, ja mehr Wertschätzung für die komplette schnelle Kategorie. Das Thema lebt auf vielen Ebenen. Der private Partyraum im häuslichen Keller – verstaubt, voll gestellt, abgeschlossen – ist komplett out. In sind öffentliche Ereignisse zur Selbstdarstellung und -entfaltung von uns Menschen. Public Viewing!Gastronomie als wichtiger Mieter und Betreiber für die Immobilienwirtschaft Und noch etwas sehr Wichtiges für die Immobilienbranche: Im Unterschied zu manch anderer klassischer Branche kann der gastronomische Wertschöpfungsprozess weder im Internet verschwinden noch in Billiglohnländer exportiert werden. Wir verkaufen kundenpräsenzbedingte Dienstleistungen (so nennt man das wissenschaftlich!) - und da ist die physische Anwesenheit der Gäste zwingend. Will heißen, zukünftig wird Gastronomie als Mieter und Betreiber für die Immobilienwirtschaft sowie als Arbeitgeber für die regionale Wirtschaft deutlich an Wert behalten, wahrscheinlich sogar gewinnen. Ein Potenzial, eine Perspektive! Autorin: Gretel Weiß, Chefredakteurin und Herausgeberin der Wirtschaftsfachzeitschriften food-service sowie FoodService Europe & Middle East, Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main. www.cafe-future.net Veranstaltungshinweis: Der 1. Deutsche Gastro Immobilien Kongress bietet am 07. und 08. September 2010 eine einmalige Plattform für Gespräche und Geschäfte von Immobilieninvestoren oder -entwicklern und Profigastronomen. Gretel Weiß referiert hier zum Thema "Die Potenziale von morgen: Facts and Figures der größten Gastro-Unternehmen Deutschlands – Megatrends und Lernstoff für 2010+" Mehr unter http://www.heuer-dialog.de/events/n10288 Detaillierte Informationen zum Ablauf der Veranstaltung finden Sie im Programm (PDF Download).
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