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Business Risk Report 2009
Guter Zeitpunkt fürs Risikomanagement
Die Flut der Kredite und Finanzmittel, die die weltweite Wirtschaft zuvor angetrieben hatte, ist fast gänzlich verebbt. Die in vielen Ländern vorhandene Immobilienblase ist geplatzt und Zinssätze sind eingebrochen. Die Schwellenländer sind ins Taumeln geraten und können sich dem Abwärtstrend ebenfalls nicht entziehen. Angesichts eines solchen Marktumfeldes mag es im ersten Moment absurd erscheinen, von Unternehmensrisiken zu sprechen, da ein Risiko schließlich keines mehr ist, wenn es sich bereits in den Bilanzen niedergeschlagen hat. Es gibt jedoch keinen besseren Zeitpunkt als diesen, um unternehmerische Risiken zu diskutieren. Auch deshalb, weil sich im Zuge der Krise das öffentliche Interesse an Risikomanagement deutlich vergrößert hat. Grundsätzlich können sich die Ereignisse der vergangenen zwölf Monate wiederholen. Eine weitere Bank könnte zusammenbrechen. Die beschlossenen und geplanten Rettungsmaßnahmen könnten ihre Wirkung verfehlen. Der aktuelle Abschwung könnte sich zu einer lange andauernden Rezession ausweiten. Prognosen sind heute noch genauso schwierig abzugeben wie im vergangenen Jahr. Strategien für Unternehmen In der aktuellen Situation brauchen Unternehmen deshalb eine Strategie, mit der sie drohenden Risiken begegnen können. Grundlegende Fragen des Risikomanagements sollten nicht an einen Compliancebereich delegiert werden, sondern auf der obersten Führungsebene angesiedelt sein. Nur so ist es möglich, dass Unternehmen Risiken von sich aus besser erkennen und erfolgreich managen können. Der Business Risk Report 2009 In einer weltweiten Studie hat Ernst & Young* Branchenexperten gebeten, die wichtigsten Risiken für die Immobilienbranche zusammenzustellen. Befragt wurden Führungskräfte, Analysten und Fachjournalisten. Mit der regelmäßig durchgeführten Studie werden jährlich die zehn größten Geschäftsrisiken für Immobilienunternehmen weltweit ermittelt. Dabei hat sich für das Jahr 2009 insgesamt folgende Reihenfolge ergeben: 1. Finanzierungsengpässe in Folge der Finanzmarktkrise 2. Globale Wirtschafts- und Marktschwankungen 3. Veraltete, unzureichende Infrastruktur 4. zunehmender weltweiter Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter 5. Demografische Veränderungen 6. Unfähigkeit, neue Geschäftschancen zu finden und zu nutzen 7. Unsicherheiten bei der Preisfindung 8. Steigende ökologische Anforderungen, Nachhaltigkeit und Klimawandel 9. Konjunkturanfälligkeit und regulatorische Risiken in Schwellenländern 10. Steigende Energiekosten Stockende Kreditvergabe Wegen der außerordentlichen, direkten und nicht vorhersehbaren Entwicklungen auf den Finanzmärkten nehmen Finanzierungsrisiken bei den Geschäftsrisiken dieses Jahr die Spitzenposition ein. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Immobilien- und Finanzmarkt können für Immobilienunternehmen möglicherweise eine existenzielle Bedrohung darstellen und haben bereits führende globale Unternehmen in die Insolvenz getrieben. Schon in der Umfrage im vergangenen Jahr stellten Finanzierungsengpässe nach Ansicht von Führungskräften und Analysten das größte Risiko für die Immobilienbranche dar. Dieses Risiko ist nun Realität geworden. Die stockende Kreditvergabe und die anhaltende Unsicherheit haben den Transaktionsbereich der Immobilienbranche nahezu zum Erliegen gebracht. So habe sich beispielsweise bei der Kreditvergabe durch Banken der Beleihungsauslauf von durchschnittlich 80 auf 50 Prozent vermindert. Marktschwankungs- und Infrastrukturrisiken Die globalen Wirtschafts- und Marktschwankungen wurden von den befragten Führungskräften und Analysten als zweitgrößtes Risiko genannt – im Vorjahr belegte dieses Risiko noch den siebten Platz. Dies zeigt, dass die meisten Marktteilnehmer nicht mit einem derartigen Ausmaß der Krise gerechnet haben. Dem Preisverfall auf den weltweiten Immobilienmärkten konnte sich kaum eine Region entziehen. Eine veraltete oder unzureichende Infrastruktur ist für die Befragten das drittgrößte Risiko für Immobilienunternehmen im Jahr 2009. Nach Einschätzung der Analysten bedrohen Infrastrukturmängel im Transportwesen und bei der Energieversorgung die Wirtschaftlichkeit von Immobilieninvestitionen. In den vergangenen Jahren wurde in vielen westlichen Ländern fast überhaupt nicht in Infrastruktur investiert. Vor allem in den USA werden die negativen Auswirkungen einer unzureichenden Infrastruktur deutlich sichtbar. Fazit Aus den neuen Herausforderungen erwachsen auch historische Chancen – zumindest für einige. So werden einige Kreditgeber versuchen, Immobilienwerte möglichst schnell aus ihren Büchern zu entfernen, während andere Unternehmen Strategien entwickeln werden, um von notleidenden Vermögenswerten und Krediten zu profitieren. Bei der Anpassung der Immobilienbranche an die veränderten Markt- und Wettbewerbsbedingungen werden Konsolidierungen wohl unausweichlich sein. Daher lautet die wichtigste Botschaft, gleich ob an Immobilieneigentümer, -investoren oder -entwickler: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Unternehmensstrukturen und Unternehmensstrategien zu prüfen und die Unternehmen auf die neuen Herausforderungen auszurichten. * Die Publikation Business Risk Report 2009 ist nur in englischer Sprache erhältlich und kann in elektronischer Form bezogen werden über: petra.dillmann@de.ey.com
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