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INSIGHT Nr. 1, April 2011 Attraktive Städte für kreative Köpfe: Stadt- und Immobilienentwicklung in Zeiten des Fachkräftemangels„Kreativität ist zu einem entscheidenden Wachstumsfaktor für die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts geworden“, so der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Richard Florida (Florida 2002). Nach der Finanzkrise in Deutschland und angesichts der demografischen Entwicklung gewinnen Floridas Überlegungen an Aktualität: Der Fachkräftemangel kehrt in vielen Berufen mit neuer Wucht zurück. In Zukunft wird sich die Wettbewerbsfähigkeit von Städten und Kreise ndaran scheiden, ob sie qualifizierte Fachkräfte an sich binden können. Dabei kommt der baulichen Qualität und der urbanen Funktionalität von Städten eine Schlüsselrolle zu. Die agiplan GmbH zeigte in einem bundesweiten Standortranking, wie attraktiv die deutschen Städte und Kreise hier aufgestellt sind. Bereichsleiterin Alexandra Landsberg fasst diese in INSIGHT kurz zusammen. Stadt- und Immobilienentwicklung in Zeiten des Fachkräftemangels „Kreativität“ ist zu einem entscheidenden Wachstumsfaktor für die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts geworden, so der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Richard Florida (Florida 2002). Nach der Finanzkrise in Deutschland und angesichts der demografischen Entwicklung gewinnen Floridas Überlegungen an Aktualität: Der Fachkräftemangel kehrt in vielen Berufen mit neuer Wucht zurück. In Zukunft wird sich die Wettbewerbsfähigkeit von Städten und Kreise daran scheiden, ob sie qualifizierte Fachkräfte an sich binden können. Dabei kommt der baulichen Qualität und der urbanen Funktionalität von Städten eine Schlüsselrolle zu. Für das Standortranking orientiert sich agiplan am erweiterten Kreativitätsbegriff nach Florida und misst die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte mit dem TTT-Index: Kreativität ist nicht mehr das Monopol von Werbern oder Künstlern, sondern ist Teil jeder Tätigkeit, die Wissen innovativ zur Produktion jedweder Güter nutzt. Wettbewerbsfähige Standorte weisen nach Florida einen hohen Indexwert in den drei T‘s auf:
Grundsätzlich wirkt sich die Größe der Städte positiv auf den TTT-Index aus. Die Analyse belegt, dass die Großstädte München, Stuttgart, Berlin, Köln, Hamburg und Dresden unter den Städten den Status der „Kreativen Hot Spots“ (TTT-Index mindestens 1,5) inne haben. Der TTT-Index nimmt mit wachsender Größe und Besiedelungsdichte tendenziell zu. Neben den bekannten kreativen Hot Spots in großen Städten (siehe oben) ragen bei den kleineren Städten Erlangen, Darmstadt, Heidelberg, Jena, Aachen und Freiburg in der Bewertung heraus. Insgesamt betrachtet sind „kreative Städte“ ein Thema für alle Stadtgrößen. Besonders die mittelgroßen Städte (100.000 bis 500.000 Einwohner) wie Ulm, Weimar und Bonn können als „Kreative Städte“ von einem guten TTT-Index wirtschaftlich profitieren. In der Metropolregion Rhein-Neckar schneidet Ludwigshafen neben Heidelberg aufgrund des qualifi-zierten Beschäftigtenbesatzes (u.a. BASF) gut ab. Auch der Rhein-Neckar-Kreis, Mannheim, Speyer und Frankenthal weisen überdurchschnittliche Werte auf. Stadt- und Immobilienentwicklung – Was ist zu tun? Im Mittelpunkt des Diskurses in den Städten steht im Ergebnis oft die Förderung der Kreativwirtschaft. Damit sitzen die Städte teilweise einem Missverständnis auf: Bei Florida zeigt die Kreativwirtschaft zwar die Offenheit von Städten an, sie macht jedoch nicht selbst den wirtschaftlichen Erfolg aus. Zielgenauer muss es darum gehen, die Offenheit von Städten zu stärken. Offene Städte weisen eine hohe städtebauliche Urbanität in einzelnen Quartieren auf. Ebert und Kunzmann ordnen Quartieren der Stadt Berlin sieben Raumtypen zu, darunter z.B. das touristische Flanier- bzw. Entertainmentgebiet, touristische Szenequartiere oder der Eroberungsraum der Kulturwirtschaft. Diese Raumtypen entwickeln eine Dichte für spezifische Zielgruppen, die sich in entsprechenden Anforderungen an Immobilien und Städtebau niederschlagen. Zwischen den Quartieren entwickelt sich ein komplexes Zusammenspiel: Stadtteile mit etablierten wirtschaftlichen Zielgruppen benötigen ein anderes Immobilienangebot als z.B. benachteiligte Stadt-teile mit einer kreativ- und kulturwirtschaftlichen Szene. Beide bedingen einander, stärken die Offenheit der Gesamtstadt und fördern so die Standortqualität. Für die Vektordaten der Karten gilt: © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, Frankfurt am Main Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Autorin: Alexandra Landsberg ist Bereichsleiterin Wirtschaftsförderung der agiplan GmbH www.agiplan.de Veranstaltungshinweis: Frau Landsberg spricht am 25. Mai 2011 in Mannheim zum Thema "Kreative Klasse in Deutschland 2011 – eine Chance für Städte und Kreise" beim Standort-Dialog Stadt- und Immobilienentwicklung in der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar: In Zukunft mit der Kreativwirtschaftt!? Hier das Programm (PDF) mit weiteren Sprechern und Themen zur Stadtentwicklung mit der Kreativwirtschaft. |
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