Heuer Dialog

Neue Anforderungen auch für Hannovers Immobilienanwälte

28.02.2013


Uwe Bethge
  Hannover ist auf dem Wege in die Spitzengruppe –nicht (nur) im Spiel mit der runden Kugel, wo schon die europäische Ebene erreicht ist. Einige Player sprechen bereits von den „Big 8“ und zählen die niedersächsische Landeshauptstadt zum jüngsten Spielort in der höchsten Klasse der Immobilienstandorte. Im Retail – Markt ist das ohnehin bereits der Fall – Hannover belegt Platz 5 der umsatzstärksten Einzelhandelstandorte und auch bei den Zählungen der Passantenfrequenzen findet sich unsere Stadt immer in der Spitzengruppe.

Jedenfalls orientieren sich überregional operierende Investoren und solche aus dem Ausland mehr und mehr nach Hannover. Fernab von den Zahlen, die jeder im Immobilienmarktbericht der Region nachlesen kann, ist das täglich zu spüren. Bei Geschäftshäusern in der Innenstadt herrscht – bei wenigen Angeboten – Gedränge und manch ein potentieller Käufer verzockt sich, wenn er nicht schnell genug zugreift. Büro – Immobilien in guten, inzwischen aber auch in Nebenlagen finden plötzlich einen Käufer, nachdem sie monatelang im Markt „herumgedümpelt“ sind. Einzelne Investoren kaufen bereits wieder „auf Vorrat“, ohne schon einen Mieter zu haben, und sie wagen sich an value add – Objekte heran, die über Jahre hinweg vom Markt nicht einmal wahrgenommen wurden. Wohnimmobilien werden angesichts der immer noch sehr moderaten Mieten besonders intensiv nachgefragt.

Bei alledem wundert es nicht, dass auch Immobilienanwälte in jüngster Zeit nicht nur sehr gut zu tun haben sondern auch in ganz neuer Funktion in Anspruch genommen werden. Von Anwälten und Notaren, die Ihren Schwerpunkt auf die Begleitung von due diligence – Prozessen, Immobilienprojekten und –transaktionen gelegt haben, erwartet man ausgezeichnete Expertise, langjährige Erfahrungen und für die schnelle Abwicklung großer Projekte ausreichende „men- und women-power“. Das Alles ist selbstverständlich, genügt potentiellen Mandanten heute aber nicht mehr. Von Immobilienanwälten wird zunehmend verlangt, dass sie das Marktgeschehen und die Teilnehmer des Immobilienmarktes sehr gut kennen. Ein paar Beispiele: der potentielle Erwerber einer derzeit maroden Büro – Immobilie aus dem süddeutschen Raum bittet eine hannoversche Kanzlei, bei der Lösung eines spezifischen baurechtlichen Problems durch Kontakt zum zuständigen Baudezernenten zu helfen. Ein anderer Investor bittet um ein Gespräch mit der hannoverschen Sparkasse, weil er aufgrund der örtlichen Nähe des Instituts bessere Finanzierungskonditionen erwartet. Der Mandant aus den Niederlanden fragt nach Erfahrungen mit einem bestimmten property manager, den er für seine Immobilie in Hannover einsetzen möchte. Und schließlich bittet ein überregional operierender asset manager örtliche Immobilienanwälte, für die Errichtung einer örtlichen Niederlassung potentielle Mitarbeiter und Führungskräfte zu vermitteln. Solche und ähnliche Anfragen gab es vereinzelt schon immer. Neu ist, dass sie inzwischen geballt, ja geradezu standardmäßig und deutlich frühzeitiger kommen. Nicht mehr selten wird die Auswahl und Beauftragung einer bestimmten Kanzlei sogar explizit davon abhängig gemacht, dass deren Berufsträger über ein geeignetes Netzwerk verfügen. Cross Selling und b2b sind auch für Immobilienanwälte keine Fremdworte mehr. So sollen nicht nur Probleme leichter gelöst werden, sondern nationale oder internationale Unternehmen versprechen sich bereits einen besseren Markteintritt. Das konnten unsere Anwälte und Notare auf der letztjährigen EXPO REAL spüren – noch nie haben wir derart viele Anfragen mit Suchprofilen für hannoversche Immobilien bekommen wie in 2012.

Aktives Networking geht somit über das Identifizieren potentieller Projekte bis zum Herstellen nützlicher Kontakte zu Verwaltungen, Banken, Maklern, Steuerberatern, asset- und property managern, Architekten, Baufirmen, Verbänden und weiteren Unternehmen der Immobilienwirtschaft. Wer Immobilienanwälte nicht als Teil dieses Netzwerks nutzt läuft heute den Möglichkeiten hinterher, die Kanzleien bieten. Nicht nur in Hannover.


Uwe Bethge wird im Rahmen des Immobilien-Dialogs Hannover am 14. März 2013 die Moderation der Diskussionsrunde "Investments und Development in Hannover: Stabil, robust und beständig? - It´s the economy, stupid!" übernehmen.

Der Autor
Uwe Bethge
Rechtsanwalt und Notar
bethge | immobilienanwälte
http://www.bethge-immobilienanwaelte.de


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Termin: 14.03.2013, Hannover

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