Heuer Dialog

QUO VADIS Trend 2011: Nachhaltig Bauen und Sanieren im Netzwerk

18.01.2011

braig

Dr. Thomas Braig
Bayer MaterialScience AG

Anfang Februar treffen sich erneut die Entscheider der Immobilienwirtschaft zum Jahresauftakt QUO VADIS in Berlin. Dabei wird nachhaltiges Bauen eine wichtige Rolle spielen – wobei es nicht nur darum geht, die Umwelt zu schonen. Auch das finanzielle Sparpotenzial ist enorm: Vier Fünftel der über die Lebensdauer eines Gebäudes anfallenden Ausgaben sind Betriebskosten. In nachhaltige Gebäude zu investieren, macht sich also langfristig um ein Vielfaches bezahlt.

Tatsächlich sind Gebäude für mehr als 40 Prozent des globalen Energieverbrauchs verantwortlich, und damit für mehr 30 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Da Energiekosten zudem bis zu einem Drittel der Betriebskosten eines gewerblichen Gebäudes ausmachen, ist nachhaltiges Bauen auch wirtschaftlich interessant. Aus diesem Grund hat Bayer MaterialScience – ausgehend von seinem Werkstoff- und Branchen-Know-how sowie der eigenen Erfahrung als Investor und Bauherr – das EcoCommercial Building Program initiiert. Diese globale Initiative für nachhaltiges Bauen bringt unabhängige, ausgewählte Service- und Materialanbieter in einem Netzwerk zusammen.

Solche Angebote könnten zeitgemäßer kaum sein: Die Investition in nachhaltige Maßnahmen und Produkte lohnt sich, wie eigene Referenzgebäude in verschiedenen Klimazonen weltweit belegen. Die Amortisationszeiten betragen dabei nur fünf bis acht Jahre bei Zusatzinvestitionen von lediglich acht bis 15 Prozent. Hinzu kommt der architektonische Aspekt, der die Bauwerke in den Augen vieler Menschen attraktiver macht und etwa durch die Verwendung innovativer Materialien für mehr Komfort in den Innenräumen sorgt.
 

Beim QUO VADIS 2011 wird es deshalb auch darum gehen, wie die Chance nachhaltigen Bauens künftig optimal genutzt werden kann. Besonders energieeffizientes Sanieren dürfte in diesem Jahr verstärkt auf der Agenda stehen – nicht nur aufgrund des aktuellen Großprojektes InnovationCity Ruhr, bei dem ein ganzer Stadtteil mit rund 50.000 Einwohnern beispielhaft zur Niedrig-Energiestadt umgebaut wird.

Solche Initiativen lenken den Fokus der Öffentlichkeit auf wichtige Aufgaben – schließlich sind alleine in Deutschland fast 90 Prozent der rund 40 Millionen Wohneinheiten vor 1990 gebaut worden. Andererseits führen solche Projekte auf plastische Weise die Chancen vor Augen, die ökonomisch wie ökologisch sinnvolles Modernisieren und Bauen bietet. Das gilt insbesondere für gewerbliche Bauten, die im Vergleich zu Wohngebäuden bezüglich Energieeffizienzmaßnahmen bisher eher vernachlässigt wurden.

Die gute Nachricht: Mit bestehenden Technologien und Materialien lässt sich bereits heute ein Einsparpotenzial von 90 Prozent gegenüber herkömmlichen Gebäuden erreichen. Allerdings verursacht bislang eine wenig überschaubare, heterogene Angebotslandschaft oft mehr Aufwand und zusätzliche Kosten – mit dem Ergebnis nicht aufeinander abgestimmter, oftmals teurer Individuallösungen. Genau hier setzt das EcoCommercial Building Program mit seinem Netzwerk für nachhaltiges Bauen an.

Ziel der Initiative ist es, Bauentscheider und Investoren dabei zu unterstützen, Umweltfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Nutzerkomfort der Gebäude durch lokal angepasste Lösungen zu optimieren. Als wichtiger Bestandteil des Bayer-Klimaprogrammes hat sich die Nachhaltigkeitsinitiative dabei auf verschiedene öffentliche und kommerzielle Gebäudetypen spezialisiert, vom Supermarkt über Bürogebäude bis hin zu Industriehallen.

Wenn sich die Entscheider anlässlich des QUO VADIS treffen, wird auch folgende elementare Erkenntnis bezüglich Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielen: Eine wirklich energiesparende und klimaschonende Bauweise erfordert eine integrale Planung von Anfang an, die auch nachhaltige Baumaterialien und Technologien nutzt. Denn nur dann ist es möglich, Konstruktion, Gebäudetechnik und Energiekonzept optimal miteinander zu kombinieren.

Erst eine ganzheitliche Betrachtung von der ersten Planungsphase an ermöglicht dem Bauentscheider die bestmögliche und kosteneffektive Realisierung nachhaltiger Gebäude.


Autor:

Dr. Thomas Braig ist Leiter des EcoCommercial Building Programs, Region EMEA, der Bayer MaterialScience AG
www.ecocommercialbuilding.com

Weitere Ein- und Ausblicke von Dr. Braig zu den Trends 2011 in der Panelrunde "Immobilien, Städte und Wirtschaft kulturell neu denken" beim Jahreskongress QUO VADIS in Berlin. Mehr Information zu  weiteren QUO VADIS-Sprechern und -Themen im Kongressprogramm (PDF) oder online unter www.heuer-dialog.de/quovadis.


Jahreskongress

QUO VADIS 2011

21. Deutscher Jahresauftakt für die Entscheider der Immobilienwirtschaft

Vom 08. bis 10. Februar 2011 kam die deutsche Immobilienbranche zum QUO VADIS nach Berlin. Die Stimmung in der Branche und der Wirtschaft ist gut. mehr
Termin: 08.02. - 10.02.2011, Berlin

Heuer Dialog informiert Sie wöchentlich über neue Themen, Termine und Trends.

>> Dialog aktuell Themen und Downloads der letzten Wochen

>> Dialog aktuell gleich bestellen!