Dialog aktuell

Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2010

05.02.2010

Thomas Porten, Chefredakteur Immobilien Zeitung


Thomas Porten
Immobilien Zeitung

Auf dem Immobilienkongress QUOVADIS vom 1. bis 3. Februar 2010 legte der Rat der Weisen der Immobilienwirtschaft erneut ein umfangreiches „Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft“ vor, das eine aktuelle Bestandsaufnahme der Wohn-, Büro- und Einzelhandelsimmobilienmärkte Deutschlands mit einer Prognose für deren zukünftige Entwicklung im laufenden Jahr verbindet. Mit dem Rat der Immobilienweisen wollen die Immobilien Zeitung und der ZIA Zentrale Immobilienausschuss wieder für mehr Sicherheit beim Navigieren sorgen. So wie der Rat kurz nach seiner Gründung 2002 erstmalig und vielfach kopiert eine Grundlagenarbeit über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Immobilienbranche vorgelegt hat, soll er nun die Leitpfähle setzen für eine vorausschauende Planung der immobilienwirtschaftlichen Marktteilnehmer für dieses und die kommenden Jahre. Wohin führt der Weg? Welche Chancen und Risiken bietet er? Auf welche Entwicklungen müssen sich die Entscheider schon heute einstellen?

 

Deutschland, das ist unbestritten, wurde von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise als Exportnation besonders betroffen. Und für die Immobilienwirtschaft war der Absturz nach den vorangegangenen Boomjahren umso steiler. Ist der Boden nun erreicht, lautet deshalb die zentrale Frage, auf die der Rat der Immobilienweisen eine Antwort versucht.

Nach dem vorliegenden Gutachten, so weit die gute Nachricht, ist zwar in diesem Jahr wieder mit positiven Wachstumsraten zu rechnen. Auch die verfügbaren Einkommen werden nicht sinken, mittel- und langfristige Inflationsgefahren erweisen sich als wenig wahrscheinlich und der Investmentmarkt entspannt sich. Auf dem Wohnungsmarkt ist sogar eine Trendwende hin zu steigenden Kaufpreisen festzustellen, und zwar auf Basis fundamentaler Entwicklungen.

Von Entwarnung kann aber dennoch keine Rede sein. Die zunehmende Normalisierung der Märkte ist zwar beruhigend, Rückschläge können aber nicht ausgeschlossen werden. Die befürchtete Kreditklemme ist bislang nicht messbar, könnte – wenn auch mit geringer Wahrscheinlichkeit – in diesem Jahr aber dennoch eintreten. Der Büromarkt wird sich zumindest auf eine sinkende Zahl der Bürobeschäftigen einstellen müssen. Und auch das Konsumklima kühlt sich gegenüber dem Vorjahr ab. Ein weiterer Sprengsatz liegt in der zunehmenden Staatsverschuldung und den damit möglicherweise einhergehenden zukünftigen Belastungen für Bürger und Unternehmen. Hier fordert der Rat der Immobilienweisen klare Exitstrategien aus den als grundsätzlich richtig bewerteten wirtschaftspolitischen Krisenmaßnahmen. Das Ausbleiben einer effektiven Konsolidierungsstrategie für die Staatshaushalte hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit steigende langfristige Zinsen zur Folge – aufgrund der damit einhergehenden Verteuerung von Hypothekenkrediten eine fatale Entwicklung für die Immobilienbranche.

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(v.l.n.r.) Dr. Andreas Mattner, Professor Dr. Wolfgang Wiegard und Thomas Porten
 
Ob es so weit kommt oder nicht, können Sie und wir nur in Grenzen beeinflussen. Was wir aber entscheiden können, ist, mit welcher Geschwindigkeit, mit welcher Ausrüstung und mit welchen Mitfahrern die für 2010 gesetzten Ziele angesteuert werden. Der Rat der Immobilienweisen, der Zentrale Immobilienausschuss und die Immobilien Zeitung wünschen Ihnen bei dieser Entscheidung ein gutes Augenmaß und beim Steuern durch unsichere Zeiten eine sichere Hand.

Ihr
Thomas Porten, Chefredakteur Immobilien Zeitung


Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2010 des Rates der Immobilienweisen

 >> Hier können Sie das "Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2010" bestellen!

 Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:


Prof. Dr. Wolfgang Wiegard

 

1  Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2010: Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
von Prof. Dr. Wolfgang Wiegard, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

1.1 Rückblick und Ausblick auf immobilienrelevante gesamtwirtschaftliche Kennziffern
1.1.1 Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und seiner Verwendungskomponenten
1.1.2 Sektorale Entwicklungen, Beschäftigung und Einkommen
1.1.3 Monetäre Entwicklung: Droht eine Inflation?
1.1.4 Kreditentwicklung: Gibt es eine Kreditklemme?

1.2 Wirtschaftspolitische Aufgaben in der neuen Legislaturperiode
1.2.1 Wirtschaftspolitische Reaktionen in der Krise
1.2.2 Exit-Strategien für die Finanzpolitik
1.2.3 Koalitionsvertrag und Immobilienwirtschaft

1.3 Wohnungsbaufinanzierung im Euro-Raum
1.3.1 Entwicklung, Determinanten und Merkmale der Wohnungsbaufinanzierung
1.3.2 Monetäre Entwicklung und Wohnungsmärkte

  
 


Andreas Schulten
Foto: Alexander Sell

 

2 Frühjahrsgutachten Büroimmobilien 2010
von Andreas Schulten
, Vorstand, BulwienGesa AG

2.1 Finanzkrise und Immobilienwirtschaft

2.2 Investmentmarkt
2.2.1 Allgemeine Entwicklung
2.2.2 Die Entwicklung der A-Standorte im Einzelnen
2.2.2.1 Büroinvestmentmarkt Hamburg
2.2.2.2 Büroinvestmentmarkt Düsseldorf
2.2.2.3 Büroinvestmentmarkt Köln
2.2.2.4 Büroinvestmentmarkt Frankfurt am Main
2.2.2.5 Büroinvestmentmarkt Stuttgart
2.2.2.6 Büroinvestmentmarkt München
2.2.2.7 Büroinvestmentmarkt Berlin

2.3 Angebot, Mieten-/Ertragsentwicklung

2.3.1 Die A-Städte: Entwicklung der Standorte im Einzelnen
2.3.1.1 Büromarkt Hamburg
2.3.1.2 Büromarkt Düsseldorf
2.3.1.3 Büromarkt Köln
2.3.1.4 Büromarkt Frankfurt am Main
2.3.1.5 Büromarkt Stuttgart
2.3.1.6 Büromarkt München
2.3.1.7 Büromarkt Berlin

2.3.2 Büromärkte an B-Standorten

2.4 Total Return im deutschen Büroimmobilienmarkt im Vergleich

2.5 Trends in der Gewerbestandortentwicklung

 
 


Olaf Petersen

 

 

3 Frühjahrsgutachten Einzelhandelsimmobilien 2010
von Olaf Petersen
, Geschäftsführer, GfK GeoMarketing GmbH


3
.1 Marktbericht Einzelhandelsimmobilien
3.1.1 Sortimente
3.1.2 Betriebsformen
3.1.3 Exkurs Warenhäuser
3.1.4 Verkaufsfläche und Standorte
3.1.5 Exkurs Shoppingcenter

3.2 Perspektiven 2010 für Kaufkraft und Einzelhandelsumsatz
3.2.1 Kaufkraftprognose
3.2.2 Prognose des Einzelhandelsumsatzes
3.3 Investments in Einzelhandelsimmobilien

3.4 Einkaufsmetropolen
3.4.1 Berlin
3.4.2 Hamburg
3.4.3 München
3.4.4 Köln
3.4.5 Düsseldorf
3.4.6 Frankfurt am Main


   


Dr. Harald Simons

Foto: Frank Boxler

 

 

4 Frühjahrsgutachten Wohnimmobilien 2010
von Dr. Harald Simons
, Vorstandsmitglied, empirica ag

4.1 Aktuelle Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt
4.2 Entwicklung auf ausgewählten Teilmärkten
4.2.1 Einfamilienhäuser vs. Geschosswohnungen
4.2.2 Stadt-Land-Unterschiede
4.3 Ausblick auf das Jahr 2010
4.4 Der Wohnungsmarkt in den Metropolen Deutschlands
4.5 Sonderthema 1: Regionale Erschwinglichkeit frei stehender Eigenheime
4.6 Sonderthema 2: Energetische Sanierung

 


 

>> Mehr zum RAT DER WEISEN DER IMMOBILIENWIRTSCHAFT
>> Hier Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2010 bestellen!

Jahreskongress
QUOVADIS_2010 - Jahresauftaktkongress für die Immobilien-, Bau- und Finanzwirtschaft
Berlin, 01.02. - 03.02.2010

Der Jahreskongress QUO VADIS 2010 der Heuer Dialog GmbH war wieder eine der wichtigsten Drehscheiben für Trends, Informationen und Kontakte in der Immobilien-, Bau- und Finanzwirtschaft. Er ist der Treffpunkt für Entscheider und Visionäre. Prof. Dr. Wolfgang Wiegard, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, gab im Rahmen des von der IMMOBILIEN ZEITUNG und dem ZIA initiierten Frühjahrsgutachten Antworten auf die Frage „Guideline Wirtschaft: Brauchen wir einen Neustart?“. Auf der Agenda standen sämtliche Immobiliensegmente wie Wohnen, Handel, Büro und Industrie. Zwei Abendveranstaltungen boten ein ideales Forum für Gespräche und intensiven Meinungsaustausch.

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