Heuer Dialog
QUO VADIS

Franz Lucien Mörsdorf
Franz Lucien Mörsdorf
Deka Immobilien GmbH
27. November 2008
 
„Global agieren – antizyklisch investieren. Die neuen Zutaten auf der Einkaufskiste der Investoren" ist der Titel des QUO VADIS-Beitrags von Franz Lucien Mörsdorf, Geschäftsführer der Deka Immobilien GmbH, am 04. Februar 2009 (Seite 07 im QUO VADIS Programm).

Angela Rüter von Heuer Dialog
hat ihn nach seinen Einschätzungen zu den Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Projekentwicklungen gefragt.

Stehen neue Projekte nachhaltig auf der Kippe?

Mörsdorf: Die Finanzmarktkrise wird nach unserer Einschätzung die Entwicklertätigkeit und das neu auf den Markt kommende Angebot ab 2010 reduzieren. Das Neubauvolumen ist in Europa mit wenigen Ausnahmen in den vergangenen Jahren ohnehin moderat geblieben.

Wo bekommen Projektentwickler Eigenkapital? Wer steht hier als Partner zur Verfügung?

Mörsdorf: Viele Immobilienfinanzierer befinden sich derzeit auf dem Rückzug. Unser Mutterkonzern DekaBank hingegen nutzt das aktuelle Marktumfeld um gerade jetzt mit diesem Geschäftsfeld in die Offensive zu gehen. Bis vor eineinhalb Jahren war die DekaBank ein Nischenanbieter, der sich nur indirekt an durch andere Banken initiierten Transaktionen beteiligte. Seither entwickelt sich die DekaBank zum direkten Finanzierer für große lokale und internationale Kunden.

Wie verhält sich die Deka Immobilien Investment im derzeitigen Umfeld? Ist die Deka der Eigenkapitalgeber, auf den alle warten?

Mörsdorf: Unsere An- und Verkaufsstrategien für unsere Fonds sind längerfristig ausgelegt und mit dem Liquiditätsmanagement in unseren Fonds eng verzahnt. An dieser Strategie hat sich nichts geändert, zumal unsere aktuelle Liquiditätssituation in den Fonds auch keine Besonderheiten aufweist. Mit Blick auf die aktuelle Preisentwicklung an den Märkten sind wir schon seit einiger Zeit auf der Suche nach „guten Gelegenheiten“, die regelmäßig sehr zeitintensiv verhandelt werden müssen, um den optimalen Preis zu erzielen. Diese Marktkonstellation führt schon seit dem Sommer dazu, dass wir weniger, aber attraktivere Käufe als ursprünglich erwartet, tätigen. Ungeachtet aller Strategien wird in diesen nervösen Tagen jedoch jeder Kauf ganz individuell mit Blick auf die weiteren Aussichten beurteilt.
 
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Mörsdorf.

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